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  • VALERIA HAMERLAIN – BEHARRLICH GEGEN ALLE HINDERNISSE

    Dies ist die Geschichte von Valeria Hamerlain, die trotz Widrigkeiten stets ihren Weg ging. Die gebürtige Brasilianerin ist seit 25 Jahren als Make-up-Artist und Hair-Stylist tätig und hat bereits für namhafte Brands wie Dior, Tony & Guy und Bucherer gearbeitet. Sie ist Gründerin der Basler Make-up-Schule «Glossarium Academy». Zudem führt sie einen Online-Shop mit falschen Wimpern. Diesen Erfolg musste sie sich Schritt für Schritt erarbeiten und ist heute eine Inspiration für viele Frauen, die wie sie als Ausländerinnen in die Schweiz kommen. Valeria Hamerlain hat ihren Unternehmergeist von ihrer Mutter geerbt. Diese baute in ihrer Heimat ein Textilunternehmen mit eigenen Produktionsstätten, 16 Angestellten und zwei Läden auf. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man aus einer Grossfamilie mit bescheidenen finanziellen Mitteln stammt. Valeria half damals oft in den Läden aus und kam so früh mit Mode in Berührung. Von ihrer Mutter gedrängt absolvierte sie eine «sichere» Ausbildung zu Chemielaborantin und ging zur Universität. Bald kamen Zweifel auf, ob dies der richtige Weg für sie war. Da sie neben ihrem Studium regelmässig modelte, hatte sie Kontakte zur Modebranche. Sie setzte fortan alles auf eine Karte und kam kurze Zeit später bei einer Agentur nicht nur als Model, sondern auch als Booker und Make-up-Artist unter Vertrag. Sie wurde rege gebucht und arbeitete für grosse Brands und internationale Firmen. 2003 zog sie wegen der Liebe in die Schweiz. Als sie in Basel ankam, hoffte sie, als Chemielaborantin schnell Fuss zu fassen. Aber obwohl sie schnell Deutsch lernte, fand sie vier Jahre lang keine Ar- beit. Der Grund: Ihr Diplom als Chemielaborantin wurde nicht anerkannt. Sie verschickte über 150 Bewerbungen, um zu nur zwei Vorstellungsgesprä- chen eingeladen zu werden. Auch in der Ehe kriselte es bereits. Alles schien aussichtslos, aber sie liess sich nicht unterkriegen. Eines Tages wiederholte sich die Geschichte: Sie meldete sich auf eine Anzeige, in der Models für eine Kampagne gesucht waren und wurde prompt gebucht. Der Zufall meinte es gut mit ihr: Beim Foto-Shooting fiel der Make-up-Artist unerwartet aus und so schminkte sie nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Models. Von da an arbeitete sie wieder als Make-up-Artist und schrieb zudem Blogbeiträge. Auch in der Liebe ging es wieder bergauf. 2009 erhielt sie eine Festanstellung als Lehrerin an einer renommierten Make-up-Schule in Zürich. Damals gab es noch keine falschen Wimpern, die gleichermassen hochwertig und günstig gewesen wären. Diese Marktlücke erkennend, gründete sie die vegane Wimpernlinie «Valeria Meier Eyelashes». Gestärkt durch ihren Glauben und die Unterstüt- zung ihres neuen Ehemannes wagte sie den nächsten Schritt und eröffnete ihre eigene Make-up- Schule, die «Glossarium Academy». Der Unterricht fand zunächst bescheiden in einem Keller eines alten Gebäudes statt. Doch schon bald zog sie in einen grösseren Raum, wo sie seither unterrichtet. Trotz des Erfolgs: Valeria Hamerlain blieb bodenständig und ist voller Pläne für die Zukunft.

  • PERFEKTE BEGLEITER FÜR URLAUBE UND KURZTRIPS

    Pixi bleibt wie immer am Puls der Zeit und überzeugt mit zwei neuen Hautpflege-Innovationen im handlichen To-Go-Format. Diese Pads sind vollgepackt mit wirksamen Inhaltsstoffen, die die Haut pflegen, regenerieren und zum Strahlen bringen. ROSE TONIC TO-GO DAS PRODUKT Vorgetränkte, pflegende Toner-Pads DAS BESONDERE Alles, was Sie an Rose Tonic lieben, zum Mitnehmen. Vorbefeuchtete Pads für nährende, feuchtigkeitsspendende und sanfte Tonisierung. Die Haut sieht gestrafft aus und fühlt sich genährt an. Dieselbe pflegende, alkoholfreie Rose Tonic-Formel Umhüllt die Haut mit Feuchtigkeit. HAUPTINHALTSSTOFFE Rosenblütenwasser nährt und verjüngt Aloe Vera beruhigt und besänftigt Holunderblüte ist reich an Antioxidantien und Vitaminen ANWENDUNG Täglich anwendbar. Nach der Reinigung auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen, dabei die Augenpartie aussparen. Anschliessend ein Serum oder eine Feuchtigkeitscreme auftragen – kein Abspülen erforderlich. Inhalt: 60 Pads ca. CHF 31.50 VITAMIN-C TONIC TO-GO DAS PRODUKT Vorgetränkte aufhellende Toner-Pads DAS BESONDERE Alles, was Siea n Vitamin-C Tonic lieben, zum Mitnehmen! Vorgetränkte Pads für aufhellende, Vitamin angereicherte Feuchtigkeit. Die Haut sieht heller und ebenmässiger aus. Der ultimative reisefreundliche, sanfte Hautaufheller. Dieselbe aufhellende,alkoholfreie Vitamin-C-Tonic-Formel Belebt alle Hauttypen Ultra-bequeme, vorgetränkte, reisefreundliche Softpads HAUPTINHALTSSTOFFE Vitamin C hellt auf Ferulasäure gibt einen antioxidativen Boost Probiotika wirken ausgleichend ANWENDUNG Täglich anwendbar. Nach der Reinigung auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen, Augenpartie aussparen. Anschliessend ein Serum oder eine Feuchtigkeitscreme auftragen- kein Abspülen nötig. Inhalt: 60 Pads ca. CHF 31.50

  • HIER WIRD FLÜSSIGSEIFE RECYCELT

    SapoCycle führt ein innovatives Recyclingprogramm für ausrangierte Flüssigkosmetika aus Schweizer Hotels ein, um einen noch grösseren Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt zu leisten. SapoCycle lanciert sein neues Recyclingprogramm für Shampoo-, Duschgel- und Conditioner-Fläschchen. Dorothée Schiesser, die Gründerin: «Wir sind sehr stolz darauf, dieses nachhaltige Programm zu starten, an dem wir 2021 so hart gearbeitet haben. Es handelt sich um eine Reaktion auf die wachsenden Anforderungen unserer Partnerhotels in der Schweiz. Für unsere kleine Organisation ist es ein Riesenschritt, mit dem wir nicht nur unsere Position festigen, sondern auch unsere Weiterentwicklung unter Beweis stellen. Seit 2015 haben wir unser Recyclingprogramm für Hartseifen entwickelt. Es baut auf drei Säulen auf: Umwelt, soziale Integration und humanitäre Hilfe. Es ist uns gelungen, dank dieses Programms mehr als 200՚000 Seifen in der Schweiz und der ganzen Welt zu verteilen. Das neue Programm ermöglicht es uns, unser Angebot von Hygieneprodukten für Menschen in Not zu erweitern und ihre hygienischen Bedingungen zu verbessern sowie gleichzeitig den Hotels zu helfen, ihre Plastikabfälle zu reduzieren.» Das neue Recyclingprogramm für Flüssigprodukte richtet sich an alle Schweizer Hotels, die einzeln abgepackte Flüssigkosmetika verwenden. Das Schweizer Logistikunternehmen Planzer ist für den Transport der Seifen aus der ganzen Schweiz zur Recyclingwerkstatt der Stiftung Wohnwerk verantwortlich. Die Flüssigkeit wird von Erwachsenen mit geistigen Behinderungen in einem kontrollierten und rückverfolgbaren Arbeitsprozess aufbereitet, um anschliessend in grössere Flaschen abgefüllt werden zu können, die für Familien besser geeignet sind. Diese neuen Flaschen mit recyceltem Shampoo, Duschgel und Conditioner werden später durch Distributionspartner kostenlos an bedürftige Menschen im Gebiet von Basel und in der ganzen Schweiz verteilt. Um diesen Tugendkreis zu schliessen, sendet SapoCycle die leeren weggeworfenen Flaschen an die InnoRecycling AG, das führende Unternehmen in der Schweiz für die Entsorgung und das Recycling von Kunststoffabfällen. Die Flaschen werden sortenrein sortiert und anschliessend dafür spezialisierten Recyclingunternehmen zugeführt, wie zum Beispiel der InnoPlastics AG, dem Schwesterunternehmen der InnoRecycling AG. Diese verarbeiten den Kunststoff zu Regranulat, welches seinen Weg in hochwertige Anwendungen findet. Über SapoCycle: Die 2014 gegründete Fondation SapoCycle mit Sitz in Basel, Schweiz, ist eine Schweizer Non-Profit- Organisation. Zusammen mit ihren mehr als 290 Hotelpartnern in Frankreich und der Schweiz hat sie es geschafft, mehr als 28 Tonnen gebrauchte Hotelseife zu sammeln. Durch ihr Recyclingprogramm wurden mehr als 57 Tonnen CO2 eingespart und 200.000 Seifen an bedürftige Familien in verschiedenen Teilen der Welt gespendet. Das Ziel von SapoCycle ist es, Reisenden, Hotelbesitzern und -mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, den durch weggeworfene Seifen entstehenden Abfall zu reduzieren und geistig behinderten Menschen einen sicheren Arbeitsplatz für das Seifenrecycling zu geben.

  • GESUNDHEIT UND SCHÖNHEIT IM EINKLANG

    Seit über 25 Jahren führen Andy Tempini und seine Frau die Anfos Apotheke im Herzen von Basel. Andy Tempini vor der Anfos Apotheke in Basel. Früher wie heute ist es Andy und Christine Tempini ein grosses Anliegen, die Kunden mit ihrer jahrelangen Berufserfahrung, hoher Fachkompetenz und einer persönlichen und individuellen Beratung in allen Lebenslagen optimal zu begleiten. Das Wohlbefinden der Menschen liegt ihnen am Herzen: «Unser Ziel ist es, das persönliche Feedback der Kundschaft innovativ und lösungsorientiert umzusetzen und stets auf dem neusten Wissensstand zu sein», erzählt Andy Tempini. Die Anfos Apotheke bietet auch klassische Schönheitsbehandlungen sowie medizinische Massagen an. Gesundheit und Schönheit stehen im Zentrum und sollen stets im Einklang miteinander wirken, um die Zufriedenheit ihrer Kunden zu gewährleisten. Mit Lubex anti-age hat die Anfos Apotheke einen Geschäftspartner gefunden, der mit ihr diese Ziele verfolgt. Die Zusammenarbeit mit Lubex anti-age hat einneues Kapitel in puncto Gesundheit, Schönheit und Dermo-Kosmetik eröffnet. «Wir schätzen den Austausch mit den Mitarbeitern von Lubex anti-age sehr», sagt Christine Tempini. Dieser Austausch findet auf verschiedenen Ebenen statt. Bereits bei der Entwicklung neuer Lubex anti-age Produkte hatte das Kernteam der Anfos Apotheke immer wieder die Möglichkeit, mitzuwirken und seine Erfahrung und sein medizinisches Know-how einfliessen zu lassen. Das Team steht zudem fortlaufend in Kontakt mit den Vertreterinnen von Lubex anti-age. Auf diese Weise sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Apotheke stets auf dem neusten Stand, wodurch ihre Kund- schaft von allen Neuheiten profitieren kann. «Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, einzigartige und vielseitige Produkte mit hoher Wirksamkeit und Qualität anbieten zu können. Unsere Kundinnen und Kundenwissen dies zu schätzen», ist sich Andy Tempini sicher. Möchten auch Sie sich von den Lubex anti-age Produk- ten überzeugen? Finden Sie gemeinsam mit der Anfos Apotheke Ihr neues Lieblingsprodukt und profitieren Sie am Beratungstag vom 28. Juni. Sie erhalten zum Kennenlernen eine Lubex anti-age dual face mask sowie ein Paar Lubex anti-age eye pad, solange Vorrat. Sie werden von den Produkten und ihrer Wirkung begeistert sein. Die Anfos Apotheke und Lubex anti-age freuen sich darauf, Ihnen die Präparate persönlich näher zu bringen. VERLOSUNG Wir verlosen exklusiv für unsere Mitglieder 5 Stück Lubex anti-age double serum. Anmeldeschluss ist der 10. Juni 2022. Anmeldung unter redaktion@basler-in.ch mit dem Kennwort: DOUBLE SERUM

  • FÜNF GENIALE TIPPS, UM DAS HOCHZEITSBUDGET CLEVER ZU NUTZEN

    Über Geld spricht man nicht? Oh doch, wir tun es! Denn wenn es um eine Hochzeitsplanung geht, dann spielt es eine entscheidende Rolle. Von Judith Ravasi Am Anfang der Planung achtet man wahrscheinlich nicht ganz genau darauf, denn schliesslich ist es DIE Traum-Location, in die man sich schon vom ersten Anblick verliebt hat und auch wenn diese etwas mehr kostet, als man sich es vorgestellt, so gibt man bei diesem Part gerne etwas mehr aus. Auch beim Brautkleid drückt man des Öfteren ein Auge zu, denn man heiratet schliesslich nur einmal im Leben! Doch im Verlauf der Planung gelangt man irgendwann an einem Punkt, wo es heisst: Jetzt müssen wir doch mal ein wenig Geld sparen. Hier die Top-5-Spartipps, wie man das Budget clever einsetzen kann, ohne das Gefühl zu haben, in der Qualität der Hochzeit gespart zu haben. 1. Ein Hoch auf die NEBEN-SAISON Locations sowie Hochzeitsdienstleister haben ab Mai bis Ende August Hochsaison. Heiratet man ausserhalb dieser Zeit, wirkt sich dies immens auf die Kosten aus, welches um ein vielfaches niedriger sind. 2. DIY Anstatt einen Grafikdesigner für die Papeterie zu buchen, die Einladungskarten einfach selbst gestalten. Im Internet finden sich viele Vorlagen von Save-the-Date-Karten über Willkommensschilder und Namenskarten bis hin zu kleine Anhänger für Gastgeschenke. 3. Eat & Drink Ob ein Buffet oder ein Menü gewählt wird: Hier wäre gut darauf zu achten, dass man regionale und saisonale Speisen vor exquisiten Lebensmittel aus Übersee vorzieht. Eine Hochzeitstorte schmeckt auch von einer Conditor anstatt von einem Cake-Designer und kann mit ein paar Blumen hübsch verziert werden. Bei alkoholischen Getränken wäre darauf zu achten, die Auswahl zu begrenzen und an heissen Tagen das Wasser zum Beispiel den Gästen durch «coole» Wasserspender zu offerieren. 4. Flowerpower Hier gibt es einiges an Sparpotenziel, die absolut niemanden auffallen: Brautsträusse sollten möglichst locker gebunden werden, denn für eng gebundene Sträusse braucht man einiges mehr an Blumen. Die Blumendeko sollte zudem viel Grün enthalten. Auch gibt es Blumensorten, die günstiger und teuerer sind, diese können mit einem 80:20 Verhältnis gesteckt werden, wobei die teuren Blumen als Highlight gesetzt werden. Floristininnen geben hierzu gerne Auskunft. Bei der Tischdekoration können einzelne Blüten in kleinen Vasen im Zusammenspiel mit weiteren Deko-Gegenständen wie Tischläufer, Ästen, o.ä. genauso opulent wirken wie ein grosser Blumenschmuck. 5. Brautkleid Wer ein neues Kleid aus einer Boutique wünscht, der sollte zu Kleider aus der vergangenen Saison greifen. Wer sich ein Haute-Couture Kleid wünscht, jedoch nur wenig Budget hat, kann sich den Traum dennoch erfüllen: Secondhand ist das Zauberwort. Es gibt spezielle Brautläden, die Secondhand-Brautkleider anbieten. Zudem wird man auch in vielen Hochzeitsforen fündig. In der Regel wurden diese Kleider nur einmal getragen und professionell gereinigt, so erhält man also ein nahezu nagelneues Brautkleid. Hier sind die Preise um ein Vielfaches günstiger, als wenn man ein neues Kleid von der Stange kauft. Die kleinen Änderungen, die eine Schneiderin vornehmen kann, fallen zudem überhaupt nicht ins Gewicht.

  • VIVA MAGENTA – NICHTS FÜR LANGWEILER

    Anfang der 80er Jahre hat es Alexis Carrington, aus dem Soap-Klassiker Denver Clan, schon vorgemacht. Glänzende opulente und doch figurbetonte Kleider in Magenta und anderen Knallfarben war eines der Highlights, warum jeden Mittwochabend das Abendessen zuvor oder danach serviert wurde. ETRO F/S-Show 2023 Nun ist sie wieder da, die Farbe des Jahres «Viva Magenta» - gestochen scharf, strahlt diese purpurrote Nuance in die Zukunft. Eine Pantone-Farbe aus der roten Familie mit viel Naturverbundenheit, denn die Inspiration kommt nicht etwa aus Coachella sondern von der Cochenille-Schildlaus. Mehr als ein modischer Indikator, soll diese Farbprognose Emotionen und Stimmungen auslösen. Diese wiederum unterstützen uns bei der Wahl unserer Kleidung. Mit dem Trend zu mehr Angezogenheit, lässt sich diese Farbe sehr gut integrieren. Sie trägt die Handschrift von Eleganz und doch ist sie lautstark wie ein Rebellion. Getränkt in einer Dynamik von Verführung wird Magenta uns in mystische Welten entführen. Viva Magenta, wir werden dir den Vortritt gewähren aber werden es trotzdem weiterhin kunterbunt treiben. Text: BaslerIN Moderedaktorin Vanessa del Moral Tommy Hilfiger Frühjahr-Show 2023 Leilani Lingerie Basel

  • DAS ETHISCH ZUMUTBARE AUSLOTEN

    Als Leiterin der klinischen Ethik am Kantonsspital Baselland (KSBL) hilft Tatjana Weidmann-Hügle in schwierigen Situationen die bestmögliche Lösung zu finden. Foto: Kantonsspital zVg. «ETHIK IST EIN RAUM VON ENTSCHLEUNIGUNG, EIN GEFÄSS, UM ZU REFLEKTIEREN.» Als Tatjana Weidmann-Hügle Biochemie studierte, war für sie die Ethik noch kein konkreter Berufswunsch. Nach dem Studium arbeitete sie in der klinischen Forschung der Transplantationsimmunologie und erlebte dabei schwer kranke Menschen, die eine belastende Therapie durchmachten und diese nicht immer überlebten. «Da habe ich mich zum ersten Mal gefragt, wo die Grenze des ethisch Zumutbaren ist.» Mit dem Wunsch, ins Ausland zu gehen, entschied sie sich für einen Studiengang in Philosophie mit Schwerpunkt Medizinethik an der University of Tennessee in Knoxville. Zurück in der Schweiz wurde sie Mutter von zwei Kindern und begann sich gleichzeitig auf dem Gebiet der klinischen Ethik zu etablieren. «Dabei habe ich immer in Teilzeit gearbeitet und hatte daneben weitere Engagements in der Lehre und Forschung. Meine Arbeit war nie ein Nine-to-five-Job und erfordert viel Flexibilität. Als die Kinder klein waren, empfand ich die zahlreichen Aktivitäten zeitweise als anstrengend. Glücklicherweise hatte ich Unterstützung aus meinem familiären Umfeld.» Ihre Hauptaufgaben am KSBL, wo sie seit bald zehn Jahren tätig ist, umfassen nebst Fortbildungen für alle Berufsgruppen im Spital auch ethische Fallbesprechungen sowie Angehörigengespräche, bei denen oft für eine Person, die es selber nicht mehr kann, eine Entscheidung getroffen werden muss. «Dabei geht es nicht immer um Leben oder Tod, sondern beispielsweise um die Frage, welche Wohnsituation angemessen ist, wenn es zu Hause schwierig wird. Das ist eine Abwägung zwischen Selbstbestimmung und den Risiken, denen sich jemand aussetzt.» Räume für Ethik schaffen Für Tatjana Weidmann-Hügle, die nebenher als Lehrbeauftragte an der Universität Zürich und in der Forschung tätig ist, geht es in der Ethik nicht nur um hochschwellige Dilemmas. Ethik hat auch immer mit mikro-ethischen Momenten in der Begegnung mit Menschen zu tun. «Wie betrete ich beispielsweise ein Patientenzimmer, oder welche Worte wähle ich, wenn ich eine schlechte Nachricht überbringen muss? Das sind Momente, die von unserer persönlichen Haltung geprägt sind.» Die klinische Ethikerin hat mit Situationen zu tun, die mit Unsicherheiten und Konfl ikten behaftet oder für die Betroffenen existenziell sein können. Dabei gebe es Situationen, die ihr nahe gingen. «Ich bin ein Mensch, der Probleme ausknobeln muss. So kann ich sie besser loslassen.» Eine weitere Herausforderung sei der Zeitdruck im durchgetakteten Spitalalltag – denn für Gespräche müsse man sich Zeitfenster schaffen. «Ethik ist ein Raum von Entschleunigung, ein Gefäss, um zu reflektieren: Was machen wir, wie machen wir es, und wie können wir es gut oder besser machen?» Kantonsspital Baselland, www.ksbl.ch

  • MUSEUMSNACHT 2023

    Am Freitag, 20. Januar, ab 18 Uhr ist Museumsnacht in Basel. Das Kunstmuseum Basel widmet sich der Zivilcourage, dem Mutigsein für andere und diversen Formen von Solidarität, Engagement und Critical Hope. Wie können wir uns für andere stark machen? Wie unsere Meinung sagen und demokratisch denken und handeln? Die Besucher der Museumsnacht sprechen, singen, tanzen und diskutieren zusammen und können unterschiedliche Gemeinschaftserfahrungen machen – Eine Nacht, in welcher sie zusammen das Museum als sozialen Ort feiern. Ticketvorverkauf ab 8. Dezember an den Kassen Hauptbau, Arkaden (keine Online-Tickets). Hinweis: Es gibt einen überdachten Kinderwagenparkplatz während der Museumsnacht. Zutritt ins Museum ist mit Kinderwagen während der Museumsnacht nicht möglich. Aufgrund beschränkter Anzahl Garderobenplätze sind Gepäckstücke grösser als A4 im Museum nicht erlaubt. Das genaue Programm finden Sie hier.

  • WO KLETTERN UND SCHAUKELN AM MEISTEN SPASS MACHEN

    Schön, spannend, innovativ oder exotisch – Basels Spielplätze bieten für jede(n) etwas. Spielplatz Blauen in Bottmingen. Foto: zVg. Gemeinde Bottmingen Text: Andrea Elmiger Die Sommerferien sind für viele Kinder die schönste Zeit im Jahr. Fern vom Kindsgi- und Schulalltag hat man endlich Zeit, die Seele baumeln zu lassen, mit Mama und Papa zu verreisen, Freunde zu treffen und viel und ausgelassen zu spielen und zu toben. Wenn die Temperaturen steigen, werden Seen und Gartenbäder zu beliebten Vergnügungsorten für Familien. Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten, um sich zu bewegen und Spass zu haben. Basel und Umgebung bieten zahlreiche spannende Spiel- und Erlebnisplätze für Kinder. Einer der neuesten ist der Sp ielplatz Blauen in Bottmingen. Der erste barrierefreie Spielplatz im Kanton Baselland, ermöglicht durch die Stiftung Denk an mich, wurde im Frühjahr 2019 eröffnet und erfreut sich seither grosser Beliebtheit. Bei Sand- und Wasserspielen können Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Kleine Spielhäuschen mit Farberlebnissen hingegen regen die Sinne an und eignen sich gut, um sich zu verstecken oder zurückzuziehen. Rutschen, Nest- schaukel und Liegenetz laden zudem zum Entde- cken und Ausruhen ein. Der Spielplatz ist zum grössten Teil aus Holz und natürlichen Materialien gefertigt und erinnert an ein Nomaden-Zeltlager. Blauen ist der dritte sogenannte «Spielplatz für alle» in der Region, ein behindertengerechter Begegnungsort für Gross und Klein. Der erste dieser Art eröffnete bereits im Sommer 2012 in Riehen auf der Wettsteinanlage und ein weiterer im Frühjahr 2018 in den Langen Erlen. Spielplatz Blauen Schlossgasse 26 4103 Bottmingen Spielplatz Wettsteinanlage. Fotos: zVg. Gemeinde Riehen Der Spielplatz auf der Wettsteinanlage ist der grösste in R iehen. Er besticht durch zwei Holzskulpturen, einem Stelenlabyrinth mit geschlossener Rutsche und einem Hangelwald. Speziell für die Kleinen gibt es einen Wasser-Sandbereich und Schaukeln. Auf die Grösseren warten ein Höhlenkletterhügel und ein herausfordernder Seilklettergarten. Holz ist auch in dieser Anlage das bestimmende Element. 90 Tonnen Robinie wurden zu visuellen, olfaktorischen und haptischen Erlebnisbereichen verarbeitet. Die beiden Spielskulpturen sind von innen wie von aussen bespielbar. Innerhalb der Spielskulptur gibt es Höhlen mit geheimnisvollen Ecken und engen Kletternischen. Durch farbige Plexiglas- scheiben in der Holzdecke dringt das Sonnenlicht in den dunklen Innenraum und erfüllt ihn mit einem warmen Orangeton. An die Oberfläche gelangt man über einen sogenannten, mit Kletternetzen ausgestatteten Kletterkamin. Wer möchte, kann mit seinem Gspänli durch Sprachrohre, die in den Wänden der Spielhöhlen eingebaut sind, kommunizieren. Die Mutigen klettern über die Seile und Netze des Hangelwaldes hoch hinauf zur Turmrutsche. Der Lohn: eine Rutschpartie der besonderen Art. Spielplatz Wettsteinanlage Bahnhofstrasse 34 4125 Riehen «Spielaue» im Lange Erlen. Fotos: zVg. Erlen-Verein Basel Das Konzept des Spielplatzes «Spielaue» im Naherholungsgebiet Lange Erlen orientiert sich am Tierpark: Die Kinder sollen die Tiere, die sie davor im Park gesehen haben, spielerisch nachahmen. Dazu wurden individuell zum Thema passende Spielräume realisiert. Beispielsweise Seil- und Netzübergänge, die den Lebensraum einer Spinne imitieren. Die Natur ist durch die gesamte Anlage hindurch ein fester Bestandteil des Themenplatzes und wird so wenig wie möglich aber so viel wie nötig an die jeweilige Spielsituation angepasst. Auch werden diverse Tierbehausungen und Tierspuren als Spielelemente angeboten. Vom Tierpark her kommend zeigt sich als Erstes der Sandspielbereich, der als «Biberbau» in Erscheinung tritt. Gegenüber liegt das «Wespenspinnennetz». Der Sand wird hier mit einem Wasserlauf kombiniert. Dieser durchquert den ganzen Spielplatz und kann von den Kindern zum Planschen, Spielen und Stauen genutzt werden. Das «Ameisennest» hingegen bietet hervorragende Klettermöglichkeiten. Es kann sowohl von aussen als auch von innen geklettert werden. Von da aus führt ein schmaler Weg an diversen Sinneswahrnehmungs-spielen vorbei. Ein Xylofon, ein Tastspiel und ein Summstein warten darauf, entdeckt und getestet zu werden. Nach so vielen Eindrücken erholt man sich am besten auf der Nestschaukel. Die Netzstruktur ist direkt vom Weg aus erschlossen und somit auch für Kinder mit motorischen Einschränkungen gut nutzbar. Der Spielplatz steht allen Familien unabhängig von den Öffnungszeiten des Tierparks zur Verfügung. Spielplatz Lange Erlen Erlenparkweg 4058 Basel Spielplatz Margarethenpark. Fotos: Lukas Gysin, Basel Tierisch geht es auch auf dem grossen Spielplatz im Margarethenpark an der Gundeldingerstrasse zu und her. Von der Sempacherstrasse her kommend erwartet die Kinder eine Mammutskulptur aus Holz zum Klettern und Hangeln. Beim Eingang Froben- strasse gibt es einen Spielbereich mit einem Stelzenhaus, Rutsche und einem Planschbecken. Das Becken wird an Wochentagen von Mai bis September bei Temperaturprognosen von über 25 °C gefüllt und nach jedem Badetag geleert und gereinigt. Die grosse, freie Rasenfläche wird für un- terschiedliche Spiel- und Sportaktivitäten genutzt. Spielplatz Margarethenpark Gundeldingerstrasse 57 - 129 4053 Basel Spielplatz Surbaum. Foto: zVg. Gemeinde Reinach Der Spielplatz Surbaum in Reinach wurde im Frühling 2016 saniert und aufgewertet. Neu können sich die Kinder im Sand-Wasser-Matschbereich vergnügen, wo ein Sonnenschutzsegel die empfindliche Kinderhaut schützt. Das beliebte Bogen-Klettergerüst des Quartiers ist erhalten geblieben und wurde nach Nordosten versetzt. Neu gibt es eine Kletterfelsenanlage und westlich neben der bestehenden Steinstufenmauer eine umfang-reiche Kletterbalancieranlage, die mit einem Balancierpfad zum Rutschbahnturm auf dem Hügel verbunden ist. Und wer lieber mit dem Dreirad oder dem Tretvelo unterwegs ist, kann auf dem neuen Slalomkurs Rennen fahren. Zusätzlich zu den diversen Sitzgelegen- heiten gibt es zwischen Spielplatz und asphaltiertem Fussweg neue Treffpunkte mit Tisch-Bank- Kombinationen sowie eine spiralenförmige Holzkonstruktion. Spielplatz Surbaum Baselstrasse 105 4153 Reinach Spielanlage Erlenmattpark. Fotos: Robert Adam Die Spielanlage im Erlenmattpark steht auf einem ehemaligen Rangier- und Güterbahnhof. Bei der Planung wurde künstlerisch mit der früheren Nutzung gespielt, indem sich in Form, Grösse und Materialwahl immer wieder Bezüge zur Güterbahnhofs- nutzung finden. Das Grundbild besteht aus gereihten Güterwaggons oder Containern, aus denen im Laufe der Zeit die Ladung herausgefallen ist. Spannende Kletter-, Spiel- und Versteckmöglichkeiten warten auf die Kinder. Hier kann man durch Seile hindurchhangeln, einen Steinberg überklettern, schaukeln oder durch eine Öffnung zum nächsten «Waggon» schlüpfen. Die Anlage lädt ein, sie nach und nach zu entdecken und sich immer wieder überraschen zu lassen wie beispielsweise von einem der versteckten Klangspiele. Die Gliederung ermöglicht es jedem, ein Plätzchen zu finden, um gemeinsam mit anderen zu toben, aber auch für sich alleine zu spielen. Höchster Punkt ist der «Stellwerksturm», von dem aus man einen Überblick über die Spielanlage und das umgebende Areal hat. Hinauf kommen nur die Geschicktesten, die sich kletternd durch das wilde Holz im Inneren des Turms wagen, um durch eine lange, gewendelte Röhrenrutsche wieder hinunterzusausen. Spielplatz Erlenmattpark Erlenmattstrasse 22 4058 Basel Der Robinsonspielplatz in Muttenz. Fotos: zVg. Robi Muttenz Zu den Exoten unter den Spielanlagen gehören die R obinsonspielplätze. Sie sind eigenartige Orte, die auf den ersten Blick nicht viel mit einem «normalen» Spielplatz zu tun haben. Auf dem Robi Muttenz b eispielsweise stehen statt Schaukel und Rutschbahn Holzhütten und Feuerstellen, eine Schmiede, Holz- werkstätte und eine Dampfeisenbahn. Pures Abenteuer eben. Hier lernen Kinder und Jugendliche, ihren eigenen Weg zu finden und zu beschreiten. Selber ausprobieren, selber scheitern, selber wieder aufstehen und selber erfahren: selber – aber nicht allein. Die Robinsonspielplätze sind pädagogisch betreute Orte. Der jeweilige Spielplatzleiter mit seinen Hilfsleitern lenkt das bunte Treiben und fördert die Kleinen in ihren Aktivitäten. Auf der Natur-Robinson-Insel zwischen den grossen Verkehrsachsen Strasse und Bahn können die Kinder auf dem Pro-Specie-Rara-Feld nicht nur den selbstgepflanzten Gewächsen beim Gedeihen zuschauen und deren Früchte essen, sondern die Pflanzenteile zu Farbe und Tinte verarbeiten. Im Sommer kühlt man sich am besten im schattigen Wald auf der Wasserrutsche oder in einer luftigen Baumhütte ab. Robinsonspielplatz Muttenz Hardacker 6 4132 Muttenz Öffnungszeiten: Mittwoch  09:00 - 12:00 Uhr                    13:30  - 18:00 Uhr Freitag       13:30  - 18:00 Uhr  Samstag    10:00  - 18:00 Uhr Weitere Infos finden Sie hier. Das "Maitlihuus" auf dem Robinsonspielplatz in Binningen. Fotos: zVg. Robi Binningen Der Robinsonspielplatz Daronga in Binningen steht für Kinder ab 6 Jahren offen. Der naturnahe Spielplatz mit seinen vielen Tieren, dem Bächli, einem Hüttenbauplatz und vielen weiteren Nischen und Ecken bietet beste Bedingungen, um Versteckis oder Räuber und Bullen zu spielen. Die Leiter sind für die Kleinen da, initiieren Bastelaktionen, helfen und hören zu. Kinder im Vorschulalter sind in Begleitung Erwachsener auch willkommen. Für die Kleinsten wurden speziell drei Vormittage eingerichtet, damit sie den Spielplatz ungestört für sich entdecken können. Robinsonspielplatz Daronga Postadresse: Postgasse 10 4102 Binningen Öffnungszeiten i n den Schulferien: Samstag vor den Ferien geschlossen Montag 09:00 - 18:00 Dienstag 09:00 - 18:00 Mittwoch 09:00 - 18:00 Donnerstag 09:00 - 18:00 Freitag 09:00 - 18:00 Samstag geschlossen Sonntag geschlossen In den Schulferien immer mit Mittagstisch. In den Sommerferien ist der Spielplatz die ganzen sechs Wochen nur für die angemeldeten Kinder der Lager- und Tageslager geöffnet. Weitere Infos finden Sie hier.

  • HINTER DEN KULISSEN VOM BOXCLUB BASEL

    Mit Gabi «Balboa» Timar, der ersten Basler Profiboxerin der Geschichte. Gabi Timar ist 33 Jahre alt und gelernte Juristin. Ihren Boxnamen «Balboa» erhielt sie von ihrem Trainer und Besitzer des Boxclubs Basel, Angelo Gallina. Er sagte, sie habe genauso hart für ihre Boxkarriere gekämpft wie Rocky, und irgendwie hat er recht. Gabi Timar hat vor vier Jahren mit dem Boxen angefangen und ist nun die erste Basler Profiboxerin der Ge- schichte. Ein persönlicher Bericht über die Vorbereitungsphase für den nächsten Wettkampf. 12 WOCHEN VOR DEM KAMPF Die härtesten Wochen beginnen. Es ist 17.45 Uhr an einem gewöhnlichen Montag. Ich unterrichte wie gewohnt die «Women-Only-Klasse» beim Boxclub Basel. An die fünfzig Frauen absolvieren hier gemeinsam die Fitnessboxstunde. Nach dem Un- terricht heisst es Boxhandschuhe anziehen und ab in die Kampfvorbereitung, das heisst, harte Runden im Wettkampfteam, das mehrheitlich aus Männern besteht. Schläge um Schläge, eine Übung folgt der anderen, Schweiss fliesst, mein Körper leidet. Um 20.30 Uhr ist Schluss. Kurz etwas zu essen vorbereiten und ab ins Bett. Nächster Tag geht’s weiter, Krafttraining, Laufarbeit, Schwimmen. Trainingsstunde um Trainingsstunde folgen ohne Ende. Schlagarbeit mit meinem Coach, dynamische Kraftparcours, Arbeit am Boxsack sowie mentale Trainingseinheiten wechseln sich ab. Kein Ende in Sicht. Mein Körper schreit, die Schmerzen begleiten mich von morgens bis abends. Das ganze Jahr hindurch muss ich im Training sein, um dann die Wettkampf-Endvorbereitung anzugehen. Der Kampf dauert sechsmal zwei Minuten, die Vorbereitung unendlich lang. Zeit für Freundinnen oder anderen Aktivitäten bleibt fast keine übrig. Sonntag ist mein einziger Ruhetag. Diesen brauche ich, um auszuschlafen, meine Familie zu besuchen und Liegengebliebenes zu erledigen. Woche für Woche vergehen, das Programm wird im- mer intensiver. Hinzu kommen jetzt noch die Spar- rings, die Wettkampfkämpfe mit anderen Partnerinnen, das Herumreisen zu anderen Profiboxerinnen. Die Vorbereitung verlangt mir alles ab und ist für mich härter als der Kampf selber. Bezahlt werden Boxerin- nen nicht, auch hier sind Frauen noch lange nicht auf Gleichberechtigungskurs mit ihren männlichen Kollegen. Ich boxe im Fliegengewicht und muss leichter sein als 50.802 Kilogramm, was 112 Pfund entspricht, so ist es mit der Gegnerin vertraglich vereinbart. Wer zu viel auf die Waage bringt, muss eine Busse von einem Franken pro Gramm zahlen. DIE LETZTEN 24 STUNDEN VOR DEM KAMPF In der letzten Woche gibt’s täglich nur noch kurze Trainings. Der letzte Tag naht, die Spannung steigt ins Unermessliche. Um 20 Uhr dann die Erlösung: Sie ist da. Nach der obligaten Arztkontrolle, bei der wir auf unsere Kampftauglichkeit geprüft werden, heisst es ab auf die Waage. Im Anschluss folgt das obligate Gegenüberstehen. Ein kleines Psychospielchen folgt. Wer zeigt als Erste eine Angstreaktion, wer hat weniger Nerven, kommt es zur Eskalation? Nach dieser Zeremonie gehe ich mit meinem Team Essen. Ein guter Augenblick und auch der letzte entspannte Moment vor dem Kampf. Fein Essen ist immer eine gute Ablenkung. Nach dem Essen folgt ein kleiner Besuch am Wettkampfort. Er ist dunkel und leer. Der Boxring steht, die Veranstaltung ist ausverkauft. Ich freue mich. Jetzt heisst es, das Telefon bis nach dem Kampf ausstecken und ab ins Bett. DER TAG DER ENTSCHEIDUNG Praktisch den ganzen Tag verbringe ich alleine. Das ist gut so. Ich habe meine Ruhe und meine eigenen Rituale. Den Tag beginne ich mit einem ergiebigen Frühstück. Um 10 Uhr folgt der Coiffeur-Termin. Meine langen Haare werden zu kurzen Zöpfe verarbei- tet, damit ich ungehindert boxen kann. Den ganzen Tag über läuft Musik. Am liebsten höre ich Hiphop, alle Interpreten quer durch. Nach einem kleinen Mittagessen muss ich letzte Vorbereitungen treffen und das Material – Zahnschutz, Schuhbändel, Badtücher – kontrollieren und einpacken. Die Zeit vergeht wie im Flug. Gabi «Balboa» Timar unmittelbar vor ihrem Kampf beim Bandagieren der Hände mit ihrem Coach Angelo Gallina. EINE STUNDE VOR DEM KAMPF Jetzt geht’s los mit dem Adrenalin, das Bewusstsein, in den Ring zu steigen, holt mich ein. Die letz- ten Handlungen folgen. Die Wettkampfhandschuhe werden in die Garderoben gebracht. Es folgt das Bandagieren der Hände, um diese vor Verletzungen zu schützen. Vor dem Kampf läuft noch «Sweet Caroline» von Neil Diamond. Das ist der letzte Moment, in dem wir noch gemeinsam singen und umherschaukeln, dann heisst es anstehen. Meine Einlaufsmusik erklingt: «Eye of the Tiger», ein waschechter Rocky Balboa Song. Heute Abend nur für mich, Gabi «Balboa» Timar. Gabi «Balboa» Timar gewinnt ihren dritten Profikampf vorzeitig durch K. o. und bleibt ungeschlagen. Weitere Infos über die Geschichte des Boxclub Basel lesen Sie hier.

  • SKISCHULE JA ODER NEIN?

    Warum Kinder beim Skifahren mit ausgebildeten Lehrern meistens motivierter sind als mit den eigenen Eltern. Text: Andrea Elmiger Skiferien gehören bei den meisten Schweizer Familien zum Winter dazu. Viele haben sie schon hinter sich, andere sind voller Vorfreude auf die kommenden Tage im Schnee. Dabei werden schon die Jüngsten auf die Bretter gestellt. Eine Frage jedoch spaltet die Nation: Skischule ja oder nein? Was für die einen ein Ort wunderbarer Erlebnisse und Erfahrungen ist, ist für die anderen ein Kinderhütedienst für Eltern, um in Ruhe Skifahren zu können. Nun – wir haben in den Sportferien unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Zu Beginn waren wir uns sicher, unseren Mädchen das Skifahren selbst beibringen zu können. Ballett, Schwimmen, Musizieren – bloss nicht noch mehr Kurse, dachte ich mir. Und schon gar nicht in den Ferien. Wir wollten unsere freien Tage ohne Verpflichtungen verbringen. Zudem kann es doch nicht so schwer sein, den Kindern den Stemmbogen beizubringen. Mein Mann, als ehemaliger J+S-Leiter, freute sich auf die Herausforderung. Also nichts wie los zum Anfängerhügel. Doch schon beim Hochtäppelen zum Zauberteppich zeigte sich Widerstand. «Hiiiilfe, ich rutsche runter!», schrie meine Grosse mit hochrotem Kopf. Geduldig erklärten wir ihr, wie sie ihre Skier halten soll und dass sie sich mit ihren Stöcken abstossen kann. Oben angekommen, hiess es, die Knie leicht beugen, die Skispitzen zusammenführen und langsam von Mama zu Papa fahren. Die Kleine verhedderte sich mit ihren eigenen Skiern, während unsere 8-Jährige schnurstracks und unkontrolliert den Hügel hinunterdonnerte. «Breeemsen!», schrie mein Mann. Dann, nach gefühlten zehn Minuten und fünfmal umfallen, war dicke Luft. Unser Kindsgi-Kind warf sich zu Boden und weinte. «Das kann ich nicht. Ich will nicht mehr Skifahren!», protestierte auch die Grosse. So ging es den ganzen Tag weiter. Ratlos standen wir Erwachsenen da und schielten zum Nachbarhang, auf dem kleine Kinder eins nach dem anderen wie Pinguine der Reihe nach die Piste hinunterfuhren. «Schön Pizza machen», rief der Lehrer und alle machten fröhlich mit. Am nächsten Tag meldeten wir unsere Mädchen in der Skischule an. Bereits die witzige Begrüssung durch den Maskottchen Snowli sorgte für ein Lächeln auf den Lippen unserer Skiverweigerer. In der Skischule werden Bewegungsabläufe spielerisch eingeübt. Dies hilft den Kindern nicht nur beim Lernen, sondern nimmt ihnen die Angst vor dem Unbekannten und macht Spass. Die Skilehrer passen ihr Programm genau auf die Bedürfnisse der Teilnehmer an. Während sie mit einigen bereits das Slalomfahren üben, rutschen sie mit den anderen im Schneepflug langsam den Hang hinunter. Und da sie sich gleichzeitig auf mehrere Kinder konzentrieren müssen, lernen diese sich bei kleineren Problemen irgendwie selber weiterzuhelfen. Anstatt wie gewohnt loszuheulen, müssen sie Strategien entwickeln, um mit der Gruppe mithalten zu können. Es wäre laut meiner Zweitklässlerin auch «mega peinlich» vor den anderen Schülern eine Szene zu machen. In der Gruppe können sich die Kinder zudem gegenseitig motivieren und von einander Bewegungs-abläufe, die sie noch nicht beherrschen, abschauen. Auch mal über den eigenen Schatten zu springen, indem man beispielsweise beim Skirennen am Schluss des Kurses mitmacht, macht die Kinder zudem stolz und selbstsicher. Fazit: Es spielt keine Rolle, wie Kinder die Schneesportart erlernen. Wichtig ist nur, dass sie die Technik so gut beherrschen, dass sie sich und andere auf der Piste nicht gefährden. Ob Selbstunterricht oder Skischule, in erster Linie hängt es vom Kind ab. Will es unbedingt mit anderen Kindern gemeinsam das Skifahren erlernen oder weigert es sich, in die Skischule zu gehen. Wenn man die Wünsche der Kinder ignoriert, ist Misserfolg vorprogrammiert. Vorteil beim Selbstunterricht ist, dass Eltern individueller auf ihre Kinder eingehen können. Auch ist diese Unterrichtsform kostengünstiger und bleibt ein Erlebnis für die ganze Familie. Wenn die Eltern über ausreichende Erfahrung, pädagogisches Geschick und viel Geduld verfügen, kann dieser Weg eine gute Option darstellen. Ein Pluspunkt für die Skischule hingegen sind der Spassfaktor und die Kameraden. Unter professioneller Leitung lernen die Kinder die Kniffe des Skisports kennen. Aufgeben geht da nicht. Durch die Gruppen-dynamik verwandeln sich sogar Skimuffel zu echten Pistenhäschen. Den Snowli freuts.

  • TCM-THERAPEUTIN MIT «HELFERSYNDROM»

    Patricia Raña hilft Menschen in jeder Lebenslage. Text: Andrea Elmiger Es ist ein lauer, sonniger Frühlingstag, als Patricia Raña früh morgens in ihre Praxis «Nayandei» kommt. Beginnen tut er wie immer: Orangenhain-Synergie in die Duftlampen der Behandlungszimmer, durchlüften und die Akten der Patienten für den Tag bereitstellen. Das Teewasser kocht und die Tücher liegen bereits auf, um vorgewärmt zu werden. Da die erste Behandlung eine Tui-Na-Therapie ist, stellt die 40-Jährige schon mal das Massageöl in den Flaschenwärmer. Dann bleibt noch kurz Zeit, um E-Mails zu checken und Rückrufe zu tätigen. Bisher gibt es keine Anrufe, keinen Notfall – Hexenschuss oder Ähnliches – das noch eingeplant werden muss. Ein spannender Tag erwartet die TCM-Therapeutin. Therapeuten der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind Experten für gesundheitliche Probleme. Sie diagnostizieren und behandeln Beschwerden mit Krankheitswert basierend auf dem ganzheitlichen Konzept der chinesischen Medizin. Das können Schmerzen bis Schlafstörungen sein. Ein TCM-Therapeut bedient sich je nach Ausbildung der folgenden Methoden: Akupunktur, Tui Na (manuelle chinesische Therapie), chinesische Arzneimitteltherapie, Tai Chi/Qi Gong oder chinesische Ernährungslehre. Menschen jeden Lebensalters kommen zu Patricia Raña. Der heutige Nachmittag ist eher etwas kleinkindlastig, der Morgen und Mittag durchmischt und gegen Abend kommen die streng Arbeitenden, die die entspannende Wirkung der Akupunktur in den wohlverdienten Feierabend mitnehmen möchten. Es wird auch sprachlich wieder abwechslungsreich. Es ist sicherlich ein Vorteil, wenn man in einer multikulturellen Stadt wie Basel mehrere Sprachen spricht. Die gebürtige Spanierin praktiziert in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch) und kann so ihre Liebe zu Sprachen ausleben. «Dass ich kein Chinesisch spreche, stört meine Kundschaft nicht», lacht sie. Die erste Patientin trifft Patricia Raña an diesem Tag zum ersten Mal. Es wird also ein detail- liertes Gespräch. Das Hauptanliegen zuerst: Kopfschmerzen, wo? wann? wie oft? Wie äussern sie sich? Was verbessert oder verschlechtert sie? Diese Informationen geben ihr Aufschluss über die Wahl der Akupunkturpunkte. Nicht jedes Kopfweh wird mit den gleichen Punkten behandelt, da der Ursprung bei jedem ein anderer ist. Die Zungen- und Pulsdiagnose runden die Erhebung der chinesischen Differentialdiagnose ab. Da es bei der Patientin der erste Kontakt mit Nadeln ist, erkläre die Therapeutin ihr nochmals genau, was sie macht und wie es sich anfühlt. «Es ist ein kleiner Pieks – der tut nicht weh», sagt Patricia Raña und schon sitzt die Nadel. Die Patientin ist überrascht: «Oh, das spürt man ja gar nicht!» «Keine Angst vor menschlicher Nähe» Aufmerksam zuhören und das Gegenüber mit seinem Problem ernst nehmen sei essentiell, sagt Patricia Raña. Man muss empathisch sein und darf keine Angst vor menschlicher Nähe haben. «Ich mag mich erinnern, dass eine Mitstudentin damals meinte, dass mindestens eine Nadel zwischen ihr und einem Patienten sein müsse, alles andere sei zu nah. Manuelle Therapie kam also für sie überhaupt nicht in Frage.» Die Baslerin hingegen hat keine Berührungsängste, dafür ein ausgeprägtes «Helfersyndrom», wie sie zu sagen pflegt. Dies sei auch der Grund für ihre Berufswahl gewesen. Der Morgen ist schnell vorbei und schon steht das erste Kind da. Sein Immunsystem soll gestärkt werden, bevor die Pollensaison losgeht. Bei den Kleinen verwendet Patricia Raña Shonishin, eine nadelfreie Kinderakupunktur. Bei dieser Methode spielen die Eltern eine wichtige Rolle. Sie werden instruiert, damit sie ihre Kleinen zu Hause weiter behandeln und so den Genesungsprozess positiv beeinflussen können. An diesem Tag muss auch Patricia Raña für eine Zungen- und Pulsdiagnose herhalten. Die kleine Patientin testet die Shonishin-Instrumente an ihr aus und verordnet «etwas Entspannung und Ruhe». Die Mutter einer Zweijährigen weiss um die Wichtigkeit spielerischen Zugangs. «Entspannung und Ruhe» Der Tag neigt sich dem Ende zu. Im Praxisraum liegt ein Patient mit chronischer Erschöpfung. Da die Anspannung im Nacken sehr gross ist, entscheidet Patricia Raña sich für eine Kombination von Tui Na und Akupunktur. Vor der Behandlung meint er noch: «Ich möchte gerne den Weckdienst, Tee und Porridge zum Frühstück bestellen.» Als die Therapeutin ins Zimmer zurückkehrt, liegt er tatsächlich tiefenentspannt da. Sie entfernt die Nadeln und lässt ihn wissen, dass sie draussen warte. Danach hört sie nichts mehr. Zurück im Zimmer, findet sie ihn tief schlafend auf der Liege. Sie weckt ihn sanft und beide müssen lachen. Nun geht auch Patricia Raña der Empfehlung ihrer kleinen Therapeutin nach und sorgt für etwas Entspannung und Ruhe inmitten ihrer Familie.

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