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- EIN HOCHBEET SELBER BAUEN
Frühlingszeit ist Gartenzeit. Wieso nicht eigenes Gemüse und Kräuter anbauen? Text: Andrea Elmiger Hochbeete sind praktisch, denn sie ermöglichen durch ihre Arbeitshöhe ein angenehmes Gärtnern. Die Höhe sollte ca. 80 cm betragen, damit man im Stehen ohne sich zu bücken auch längere Zeit im Beet arbeiten kann. Ein weiteres positives Merkmal von Hochbeeten ist der höhere Ertrag. Dieser resultiert aus verschiedenen Faktoren: Die Erde der Hochbeete wird von mehreren Seiten erwärmt, wobei sich mehr Nährstoffe bilden als bei herkömmlichen Gemüsebeeten. Bei richtiger Befüllung ermöglichen Hochbeete zudem eine ganzjährige Nutzbarkeit. Auch mit Schädlingen hat man weniger Probleme. Hochbeet selber bauen und befüllen Unser Modell: Hochbeet unten offen mit Beinen Einen festen, ebenen Untergrund suchen. Ein Gestell, vorzugsweise aus Edelstall, beim Schlosser anfertigen lassen. Witterungsbeständige Holzbretter (vorzugsweise Lärche) zu einer Kiste zusammenschrauben. Auf dem Boden einzelne Bretter auslegen. Drahtgitter auf die gewünschte Grösse zuschneiden und auf den Kistenboden legen. Die Kiste mit einer Noppenfolie seitlich einkleiden. Nun wird das Hochbeet in Schichten von grobem zu feinem Füllmaterial befüllt. Die unterste lockere Schicht von ca. 20 cm besteht aus Baum- oder Strauchschnitt sowie gehäckseltes Holz. Die mittlere Schicht von ca. 20 cm besteht aus Schnitzel, Rinden und Laub. Die letzte Schicht von ca. 20 bis 30 cm besteht aus Komposterde. Tipp: Legen Sie ein Hochbeet idealerweise im Herbst oder Winter an, dann können Sie die natürlichen Materialien aus Ihrem Garten am besten verwerten.
- BEHALTEN SIE DEN SOMMER LÄNGER IN IHREM ZUHAUSE
Die Tage werden kürzer und wir halten uns weniger im Freien auf. Umso schöner ist es, die Sommersonne drinnen weiter scheinen zu lassen. Mit einigen einfachen Tricks holen Sie die Wärme wieder in Ihr Haus. Von Jeanette Domeisen Zuerst zügeln wir die Gegenstände, die ein Sommergefühl versprühen, vom Aussen- in den Innenbereich des Hauses. Einer der grossen Terrassentrends des Jahres waren Palmblattdruck und Seegraskörbe. Fast alle Inneneinrichtungsfirmen, von Supermärkten bis hin zu den grossen Kaufhäusern, hatten ihre eigene Version eines faltbaren Korbs, eines runden, gehäkelten Teppichs aus Jute und Kissen mit Palmblättern oder Ananas drauf. Diese Artikel sind es wert, sie noch einmal drinnen "scheinen" zu lassen. Hier sind weitere Möglichkeiten, wie Sie das schöne Sommer-Feeling noch ein bisschen länger "konservieren" können. # Legen Sie eine Schale mit frischen Zitronen und Limetten auf Ihren Tisch und aromatisieren Sie damit Ihr Wasser. Der Zitrusduft und die herrlichen Farben sind ein sofortiger Energieschub – und ebenso der Vitamin-Kick, den Sie durch das Trinken des Saftes erhalten. # Benutzen Sie Strohkörbe als Lagerbehälter für alles, was Sie in Ihrem Haus haben. Auf diese Weise schaffen sie einen marokkanischen Markt in Ihren eigenen vier Wänden. Solche Körbe eignen sich für Zeitschriften, zusätzliche Decken, PET-Flaschensammlung, Gästehandtücher, Toilettenpapier, Sportausrüstung oder all Ihre Flip-Flops. # Verwöhnen Sie sich mit frischen (farbenfrohen) Blumen – ein einfacher Trick, um das Haus lebendig und sommerlich zu halten. Der Duft frischer Blumen bringt auch Energie in Ihr Zimmer. Pink und Rosa sind immer noch starke Modefarben – bringen Sie sie in Ihr Zuhause. # Hängen Sie ein paar Ihrer leichtesten/hübschesten Sommerkleider an die Tür Ihres Schlafzimmers, Ankleidezimmers oder an die Vorderseite Ihres Kleiderschranks. Diese werden Sie an warme Sommertage erinnern und die Erinnerungen werden Sie direkt dorthin zurückführen. # Legen Sie einen Stapel Zeitschriften in Ihre Küche, auf dem Boden im Wohnzimmer oder auf Ihre Kommode. Reise- und Gartenmagazine sorgen für ein frisches Sommergefühl. #Behalten Sie die sommerlich-bunten Kissen noch etwas länger, bevor Sie zu den Herbstfarben übergehen. Aqua, helles Olivgrün, Pfirsich und Rosa sind immer noch in Mode. # Behalten Sie so viel Tageslicht wie möglich in Ihrem Haus. Die Verwendung von Spiegeln ist ein einfacher Trick, um das Licht, das natürlicherweise durch Ihre Fenster kommt, zu reflektieren. Auch sollten Sie von (schweren) Vorhängen absehen. # Auch Kerzen können einen frischen Sommerduft in Ihr Zuhause bringen. Probieren Sie einige aus, um Ihre Favoritin zu finden. # Ein paar Muscheln von einem früheren Urlaub oder hübsche Steine vom Strand können als Seifenschalen oder kleine Schmuckuntersetzer im Badezimmer verwendet werden, und bringen so viel Sommerluft in den Raum. Bleiben Sie also bei den hellen Farben, umgeben Sie sich mit Urlaubserinnerungen und frischen Dingen wie Blumen und Früchten – und plötzlich wird sich der Sommer viel länger anfühlen. Und wenn nötig, werfen Sie sich ein Blumenkleid über, legen Discomusik auf, machen sich einen schönen Erdbeercocktail und tanzen herum. So feiern Sie Ihre eigene Party in Ihrem eigenen Sommerhaus.
- ICH BAU MIR EIN HAUS AUS HOLZ
Herbstzeit ist auch Bastelzeit: Wir zeigen, wie man kinderleicht ein Spielhaus bauen kann. Text: Andrea Elmiger Auch Puppen und andere Spielfiguren mögen es häuslich. Bei uns sind es zurzeit Playmobil-Figuren, die hoch im Kurs stehen. Nicht zuletzt wegen der charmanten Youtube-Serie mit der bodenständigen Familie Hauser. Mutter Nicole, Vater Michael und die Töchter Anna und Lena erleben lustige Alltagsgeschichten, die jeder Familie so hätten passieren können. Ob Zoff in der Schule, ein Bummel auf dem Markt oder ein Besuch beim Zahnarzt, auf eine liebevolle Inszenierung wird grosser Wert gelegt. Und auch die schönen Details wie selbstgemachte Dekoration und Möbel machen die Sendung zu einem grossen Erfolg. Es muss eben nicht immer das Teuerste sein. Wieso sollten wir den kleinen Plastikmännchen also nicht auch ihr Haus selbst bauen? Kostensparend, individuell und leicht nachzubauen. Anleitung Spielhaus 1 2 3 4 5 6 1 Sperrholz- und Spanplatten aus dem Baumarkt mit einer Handsäge in folgende Bauteile schneiden: Masse (HxB): Erd- und Obergeschoss (Sperrholzplatten) > je 30x100 cm, Seitenwände (Sperrholzplatten) > je 30x23 cm, Trennwände (Sperrholzplatten) > je 23x23 cm, Rückseite (Spanplatte) > 45x100 cm, Dachplatten (Spanplatten) > je 30x30 cm, Trennwand (Spanplatte) > 23 x 23 cm. Kanten mit Schliffpapier glätten. 2 Löc h er bohren und das Erdgeschoss mit dem Obergeschoss und den Seiten- und Trennwänden verschrauben. 3 und 4 Die Rü ckseite mit Schrauben montieren. Danach kleine Holzklötze wie abgebildet von innen mithilfe einer Heissleim-Klebepistole auf die Rückseite kleben. Diese dienen als Stütze für die Dächer, die gemeinsam mit der Trennwand ebenfalls angeklebt werden. 5 Ein Terrass e ngeländer und eine Treppe sorgen für einen Blickfang. Hierzu klebt man mit der Klebepistole Holzspachtel (Glacestängel) der Reihe nach auf die obere Kante des Obergeschosses. Die Treppe besteht aus einem Fächer aus gekürzten Holzspachteln, die wie eine Handharmonika Kante auf Kante geklebt werden. Wenn man möchte, kann man kleine Holzklötze als Zwischenstopp (und, um eine Kurve elegant zu umgehen) ankleben und diese ev. mit Filz verkleiden. 6 Zum Schluss das Ha u s je nach Wunsch bemalen. Anleitung Spielmöbel Sessel 1 2 3 4 5 6 1 Eine Eierschachtel nehmen und in Form des gewünschten Sessels schneiden. Dafür nutzt man die praktischen Einbuchtungen der Schachtel (Sitzfläche). Eine Playmobil-Figur hineinsetzen, um die richtige Grösse zu definieren. 2 und 3 Die Form ausschneiden und mit einem Moosgummi in gleicher Grösse beidseitig mit Heissleim bekleben. Einen längeren Streifen Moosgummi zusätzlich an den Rand kleben. 4 Einen langen Holzspiess in vier kurze, gleichlange Teile brechen und sie mit Heissleim unter den Sitz kleben. Diese dienen als Sesselbeine. Damit der Sessel nicht kippt, müssen die Beine weit auseinander geklebt werden. 5 und 6 Den fertigen Sessel ausprobieren und geniessen. Sofa 1 2 3 4 5 1 Einen alten Kissenbezug oder einen ähnlichen rauen Stoff nehmen und in sechs Teile schneiden: zwei grössere dienen später als Sitzfläche und Rückenlehne. Zwei als Sitzkissen und zwei als Armlehnen. 2 und 3 Nun werden die sechs Elemente aus Karton zugeschnitten und mit dem Stoff beklebt. 4 Um die Übergänge schöner zu gestalten, klebt man Moosgummi in passender Farbe auf die Armlehnen. 5 Einen Holzspiess in vier kurze, gleichlange Teile brechen und sie mit Heissleim unter den Sitz kleben. Diese dienen als Sofabeine. Stehlampe 1 2 3 4 1 Einen kurvigen Plastikstrohhalm so zuschneiden, dass man eine gebogene Form erhält. Dieser wird zum Lampenständer. 2 Einen dünnen Schnur durch das Rohr führen. 3 Ein Loch in ein Zahnpasta-Deckel bohren und die Schnur durchziehen und verknoten . 4 Die Schnur unten festziehen, abschneiden und verknoten. Den Ständer mit Heissleim auf eine etwas grössere Holzscheibe kleben. Beistelltisch/Nachttisch 1 2 3 1 Selbstklebende Möbelpuffer/Möbelgleiter aus Moosgummi oder Filz auf eine passende Holzscheibe kleben. 2 Aus einem Holzspiess vier gleich grosse Stuhlbeine schneiden und diese mithilfe von Heissleim unten ankleben. 3 Fertig ist das Tischlein. Sternteppich 1 2 3 1 Aus einem weissen Filz-Zuschnitt einen schönen Kreis schneiden. Darauf einen Stern zeichnen und ebenso ausschneiden. 2 Danach ein Blatt Moosgummi in gleiche Grösse schneiden. 3 Moosgummi und Filzkreis verkleben – fertig ist der Teppich. (Hoch-)Bett 1 2 3 1 Eine Sperrholzplatte mit einer Handsäge in die richtige Grösse schneiden. 2 Mit Holzspachteln (Glacestengel) die drei Seiten des Bettes umranden und mit Heissleim ankleben. Die Füsse des Bettes werden ebenso aus Holzspachteln gebastelt. Als Matratze dient ein Filz-Zuschnitt. 3 Wenn man sich für ein Hochbett entscheidet, kann man aus Holzspiessen noch zusätzlich eine Leiter bauen.
- DIESE FRAU MACHT DIE OBERWILERINNEN SCHÖN
Das Atelier von Petra Fuchs ist die Adresse für anspruchsvolle Damen. Seit sechs Jahren kleidet die gebürtige Bayerin dort ihre Kundinnen mit grosser Professionalität ein. Die gelernte Damenschneiderin kennt und liebt man für ihre präzise, kreative und extravagante Mode. Von Andrea Elmiger Schon sehr früh bemerkte Petra Fuchs ihre Passion für Mode. Schon mit 13 Jahren hat sie ihre eigenen Blusen und Hosen genäht, weil sie so gross und dünn war, dass ihr die Kleider von der Stange nicht passten. Anfang der 90er-Jahre nähte sie bereits für andere. Inspiriert von der Musikszene der 70er- und 80er-Jahre wie Boney M. oder Madonna, von dem Künstler Jeff Koons mit seinen speziellen Skulpturen oder von Modedesignern wie Versace und Mugler kreierte sie ihren eigenen Stil. Ihre Mode konnte nicht bunt und ausgefallen genug sein. Bald wurden ihre mit Motiven bestickten Lederjacken zu ihrem Markenzeichen. «Einmal ging ich mit einer meiner Kreationen in den Ausgang und prompt verkaufte ich sie in einer Disco. Für diese Lederjacke erhielt ich 500 Deutsche Mark. Das war ein grosser Betrag damals.» Nach ihrer Ausbildung als Schneiderin und Einzelhandelskauffrau Textil arbeitete Petra Fuchs erst im Detail-, später im Grosshandel für hochwertige Herrenbekleidung und als Inneneinrichterin bei einem angesehenen Möbelhaus in Deutschland. 2013 zügelte sie in die Schweiz, und hat dann in Oberwil einen Innendekorations- laden übernommen. Schon bald kristallisierte sich heraus, dass der Fokus auf der Anfertigung von Einzelstücken liegen wird. Immer mehr Frauen wollten von ihr beraten werden und bestellten ihre massgeschneiderten Kleider bei ihr. Dabei spielen hochwertige Materialien eine grosse Rolle. Denn Petra Fuchs liebt Stoffe. Sie sind ihre Leidenschaft und beflügeln ihre Kreativität. Deshalb arbeitet sie mit Stoffen der Topdesigner Burberry, Cavalli, Chanel, Dior, Dolce Gabbana, Gucci, Hermes, Louis Vuitton und Versace. Diese sucht sie persönlich auf ihren Reisen aus, so auch Anfang des Jahres in Johannesburg in Südafrika. Sie lässt sich inspirieren von anderen Ländern und Kulturen. «Dort in einem Café zu sitzen und die Menschen rundherum zu beobachten, ist grossartig. In Südafrika beispielsweise tragen Frauen ihre Kleidung mit Würde und Körperspannung. Sie schreiten mit so einer Anmut und Eleganz durch die Strassen, dass es Spass macht, ihnen zuzuschauen. Ich mag es grundsätzlich, wenn eine Frau zu sich steht und ihre Femininität zeigt», schwärmt Petra Fuchs. Dieses selbstbewusste Bild der Frau möchte die Wahl-Oberwilerin weitergeben «Die Social-Media-Kanäle machen es nicht einfacher, sondern wecken durch bearbeitete Bilder unrealistische Erwartungen», ist sich Petra Fuchs sicher. Besonders jungen Frauen fällt es schwer, ihre Weiblichkeit und Aussehen anzunehmen. Aber eine Frau jeden Alters, die sich liebt, wie sie ist, sich mit ihren Fehlerchen annimmt, strahlt und wirkt wunderschön.» Eine ehrliche Beratung ist für Petra Fuchs umso wichtiger. Sie möchte, dass jedes Kleid perfekt zur und für die Kundin passt. Stoff, Farbe, Schnitt – alles wird auf die Trägerin optimal abgestimmt. Dafür nimmt sie sich viel Zeit. Ein Erstgespräch dauert eine gute Stunde. Dabei werden die Farbe(n) und Silhouette besprochen. Es ist immer von Vorteil, wenn die Kundin Bilder, Zeichnungen von ihrem Wunschkleid mitnimmt. Petra Fuchs entwirft nicht nur Neuanfertigungen, sie verwandelt mit geschmackvollen Anpassungen auch ältere Outfits in moderne Kleider. Auf diese Weise haucht sie älteren Designerkleidern, denen es an Chic fehlt, neues Leben ein. Raum für Entfaltung und für die Erfüllung der individuellen Wünsche ihrer Kundinnen hat sie genug. Ihr Atelier ist stattliche 200 Quadratmeter gross und verfügt über eine Nähwerkstatt, ein Besprechungszimmer und einen grosszügigen Umkleideraum. Gerade in der aktuellen Zeit sollte Frau sich etwas gönnen — wahrscheinlich gibt es 2020 keine grossen Weihnachtsfeiern. Trotzdem findet Petra Fuchs es wichtig, die Festtage stilvoll zu zelebrieren im kleineren Kreise mit allem, was dazu gehört. Es motiviert und stärkt uns gerade jetzt, wenn wir uns nicht gehen lassen. Dieses Jahr ist die Abendmode opulent wie schon lange nicht mehr, glitzernde Brokate, Stickereien und edelste Materialien in leuchtenden Farben. Petra Fuchs bietet zu ihren massgefertigten Outfits natürlich Community-Masken aus dem gleichen Stoff an. Petra Fuchs Couture Abendgarderobe, Einzelanfertigung, Haute Couture Mühlegasse 4, Oberwil www.petrafuchs.ch
- BASLER SEIFEN RETTEN LEBEN
Die Non-Profit-Organisation SapoCycle verwandelt gebrauchte Hotelseifen in lebensrettende Produkte. Text: Andrea Elmiger Die Seife spielt seit jeher eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Denn Händewaschen mit Seife ist ein einfacher, effektiver und erschwinglicher Schutz, der Infektionen vorbeugt und Leben rettet. Leben u. a. von Kindern, die an weitgehend vermeidbaren Krankheiten wie Lungenentzündung und Durchfall sterben müssen. Es betrifft jedes Jahr 1,4 Millionen Kinder weltweit. Gleichzeitig werden täglich rund um den Globus Millionen gebrauchter Hotelseifen weggeworfen. Qualitativ hochstehende Produkte, die nach kurzem Gebrauch auf Deponien geworfen werden, was zunehmend ein Umweltproblem darstellt. Diesen Missstand wollte die Baslerin Dorothée Schiesser nicht hinnehmen und gründete 2014 SapoCycle. Die Non-Profit-Organisation sammelt und recycelt gebrauchte Hotelseifen und verteilt sie an Bedürftige in Ländern wie u. a. Weissrussland, Kamerun, Kroatien, Griechenland (Flüchtlingslager), Bulgarien, Syrien, Madagaskar, Frankreich und der Schweiz. Bisher wurden stolze 21 500 Kilo gebrauchte Seifen weiterverarbeitet. Für das Recycling der Seifen arbeitet SapoCycle mit Wohnwe rk in Ba sel und Adapei Papillons Blancs im El sass zusammen. Zwei Institutionen, die Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigung bieten. Sie sind verantwortlich für das Häckseln, Zerkleinern und die Aufbereitung von gebrauchten Seifen in neue hygienische Seifenstangen unter einer strengen bakteriologischen Kontrolle. Die erste Verteilung von recycelten Seifen fand im Februar 2016 in Kamerun und Weissrussland statt. «Das war ein grosser Moment für mich und mein Team. Wir haben spontan ein kleines Fest im Wohnwerk organisiert, um gemeinsam mit allen Beteiligten zu feiern», erzählt Dorothée Schiesser. Zu Kamerun hat die Politikwissenschaftlerin einen persönlichen Bezug. In den rund zwei Jahren, in denen sie mit ihrem Mann in dem zentralafrikanischen Land lebte, wurde sie für Krankheiten im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene sensibilisiert. Die drei Säulen des SapoCycle-Programms Umwelt Seifen-Recycling schont Ressourcen und Umwelt gleichermassen. Laut einer Studie der FHNW aus dem Jahr 2016 reduziert es den CO2-Ausstoss um 90 % im Vergleich zur Verbrennung als Abfall. Soziale Integration Menschen mit Behinderungen finden in den Recycling-Werkstätten in Basel und Illzach (Frankreich) einen sicheren Arbeitsort und einen legitimen Platz in der Wirtschaft. Humanitäre Wirkung SapoCycle erleichtert bedürftigen Familien in Europa und anderen Teilen der Welt den Zugang zu Seife und hilft ihnen so ihre Gesundheit zu verbessern. Diese humanitäre Arbeit wäre ohne die vielen Beteiligten nicht möglich. Das Programm «Bubbles Saving Lives» basiert auf dem effektiven Beitrag zahlreicher Partner bei jedem Schritt des Prozesses. 234 Hotels, zwei Recyclingwerkstätten, ein Logistikpartner in der Schweiz und eine Reihe von Spendern, Unterstützern, Sponsoren und Freiwilligen gehören dazu. SapoCycle liefert nicht nur ins Ausland. Vor Kurzem gingen 500 der recycelten Seifen an die Organisation Soup&Chill mit Sitz in Basel. Diese bietet täglich 100 Obdachlosen eine kalte Mahlzeit zum Mitnehmen (Brot, Obst, Getränke und Suppe). In jede Take-away-Box kommt nun auch eine Seife hinein. Auf diese Weise hilft SapoCycle Menschen in prekären Verhältnissen rund um Basel im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Weitere Informationen finden Sie hier. Foto ganz oben: Mädchen aus Kamerun mit den recycelten Seifen von SapoCycle Fotos links und Mitte: Gründerin Dorothée Schiesser und die Seifen von SapoCycle Foto rechts: Gute Stimmung im Wohnwerk in Basel: Ein Mitarbeiter beim Seifenrecycling. (Alle Fotos zVg. SapoCycle)
- POLIZISTIN AUS LEIDENSCHAFT
Jehona Kasas Herz schlägt für Gerechtigkeit. Seit sie denken kann, wollte sie einen Beruf ausüben, der mit dem Gesetz zu tun hat. Heute ist sie Polizeibeamtin in Basel-Stadt. Von Rea Elmiger Ursprünglich wollte sie Jura studieren, doch dann sah sie ein Inserat über die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. Nun arbeitet die 31-Jährige seit elf Jahren als Polizeibeamtin und hat noch keinen einzigen Tag bereut. «Vielleicht liegt es auch daran, dass kein Tag dem anderen gleicht. Du weisst nie, was dich erwartet», erzählt die Baslerin. Aufgrund des Schichtsystems sind auch die Arbeitszeiten unterschiedlich. Konstant ist nur der Ablauf der Vorbereitungen nach Ankunft in der Polizeiwache. Als Erstes zieht Jehona Kasa ihre Uniform an und holt ihren Waffengurt, der aus Sicherheits- gründen in einer abgeschlossenen Schublade aufbewahrt wird. Danach überprüft sie den Ladezustand ihrer Waffe in einer dafür speziell eingerichteten Stelle. Vor jedem Dienstantritt wechselt sie zudem den Akku ihres Funkgerätes und ihrer Taschenlam- pe. Sobald Jehona Kasa ausgerüstet ist, begrüsst sie ihren Vorgesetzten und alle wei- teren Kolleginnen und Kollegen mittels Händeschütteln. (Wegen Covid-19 fällt dieses Ritual momentan weg.) «Das bedeutet für den aktuellen Tag: ‹Ich gebe mein Leben in deine Hände›», so Jehona Kasa. «Vertrauen ist das A und O. Vor Dienstbeginn weiss man nicht, wer einem später als Partner zugeteilt wird.» Bei der Schichtübergabe verkündet der Vorgesetzte wichtige Informationen wie aktuelle Veranstaltungen, Aufträge, Strassen-Sperrungen aufgrund einer Baustelle oder Hinweise zu bestimmten Personen. Es gibt aber auch Tage, an denen schon vor dem Dienstantritt beinahe alle Mitarbeiter an Requisitionen (Untersuchungen) ausrücken müssen und dieser Übergaberapport deshalb nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann. Einer der Mitarbeiter erstellt jeweils den Dienstplan, wonach entweder eine Doppelpatrouille oder eine Dreier-Patrouille pro Dienstfahrzeug eingeteilt wird. Meistens sind Polizisten den ganzen Tag oder die ganze Nacht mit derselben Person bzw. denselben Personen unterwegs. Wer sozusagen «frei auf Fahrt» ist, kann selbstständig Aktionen wie eine Verkehrs-/ oder Personenkontrolle durchführen. Diese Polizisten stehen der Einsatzzentrale, die die Fahrzeuge mithilfe von GPS auf ihren Bildschirmen nachverfolgen kann, jederzeit zur Verfügung. Wenn ein Anruf über die Notrufnummern 117 oder 112 eingeht, wird je nach Einsatzort das jeweilige Fahrzeug, das sich am nächsten befindet, an diesen Einsatz geschickt. Es kann eine Meldung von einem falsch parkierten Fahrzeug bis hin zu einem Gewaltdelikt sein. «So kommt es immer wieder vor, dass man in ein grös- seres Ereignis involviert ist und somit nie sicher, ob man pünktlich nach Hause gehen kann», erzählt die Mutter von zwei Kindern. "Man kommt auch mal an seine Grenzen." Heute ist der gebürtigen Albanerin vieles Routine. Dennoch komme sie manchmal an ihre Grenzen, sagt sie. So beispielsweise während ihrer Ausbildung, als sie mit einer Patrouille mitfahren durfte, die zu einem Suizid gerufen war. «Ich hatte zuvor erst einen Toten in meinem Leben gesehen. Dieswar eine ältere Person, die eines natürlichen Todes starb», so Jehona Kasa. «Kaum am Einsatzort angekommen, erwartete uns ein weinender, total aufge- löster Mann. Dieser führte uns in seine Wohnung, wo er uns seinen toten Sohn zeigte. Wie sich herausstellte, hatte sich dieser, während sein Vater im Zimmer nebenan geschlafen hat, mit einer Pistole erschossen. So etwas lässt einen lange nicht los.» Freude und Leid gehörten zum Job dazu, meint Jehona Kasa. Als Polizistin sei man überall dort anwesend, wo Menschen leben, lachen und weinen. Um diesen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Beruf ausüben zu können, muss man einen starken Charakter, einen wachen Geist und Menschenkenntnis haben. Wichtig sei aber auch ein guter Sinn für Humor. «Dies erleichtert so manche Situationen», sagt Jehona Kasa und lächelt.
- EIN KLEINES BUCH MIT GROSSER WIRKUNG
Das Bilderbuch «Vivi mit den lila Haaren» bringt Kindern auf spielerische Art und Weise bei, Anderssein als Normalität anzusehen und an sich zu glauben. Dass es Mobbing in der Schule und in der Arbeitswelt gibt, ist seit längerer Zeit bekannt und gut belegt. Neue Studien zeigen jedoch, dass Ausgrenzung bereits in den Kindergärten vorkommt. Schon die Kleinsten unserer Gesellschaft werden nicht selten aufgrund ihrer Herkunft, Sprache, Religion oder ihres Aussehens ausgegrenzt. Die Opfer werden aus einer Gruppe ausgeschlossen, verlieren die Freude am Kindergarten und fühlen sich zunehmend hilflos. Dass Aufklärung und Sensibilisierung Not tun, ist unumstritten. Diese erzieherische Arbeit sollte aber so früh wie möglich, von Eltern und Erzieher*innen gleichermassen begonnen werden, damit Diskriminierung keine Chance hat. Das Bilderbuch Vivi mit den lila Haaren von Rea Elmiger und Yana Ray bringt Kindern auf spielerische Art und Weise bei, Anderssein als Normalität anzusehen. Die Ki nder werden zudem aufgefordert, auch mal Nein sagen zu dürfen. Denn nur wer seine eigenen Grenzen kennt, kann ein starkes Selbst- wertgefühl entwickeln. Das A und O im Kampf gegen Mobbing. Die Geschichte: Vivi ist ein ganz normales Mädchen. Eigentlich. Wären da nicht ihre auffallend lila Haare. Doch genau diese sind es, die ihre Eltern zum Strahlen bringen. Sie sind glücklich, ein solch einzigartiges Kind zu haben. Vivis Kindergarten-Kameraden finden ihre Haare aber gar nicht einzigartig, eher randenfarbig. Sie hänseln Vivi und lachen sie aus. Zum Glück ist da noch ihre Sandkasten-Freundin Milla. Fest entschlossen, Vivi aufzuheitern, greift Milla zur Schere, um ihr die lästigen Haare abzuschneiden. In diesem Moment jedoch geschieht etwas Wundersames...
- CONNIE RADAVERO ZEIGT UNS IHR BASEL
Mit ihren Geheimtipps begeistert die Argentinierin und Bloggerin sogar die Einheimischen. Von Rea Elmiger Sie ist Journalistin, Influencerin und Mutter von drei Söhnen. Connie Radavero lebt seit bald zehn Jahren in Basel und ist immer noch so verliebt in ihr neues Zuhause wie zu Beginn. Als neugierige Person streckt sie ihre Fühler stets nach neuen Entdeckungen aus. Sie recherchiert und schreibt leidenschaftlich gerne. Seit zwei Jahren teilt sie ihre Erlebnisse mit einer eingeschworenen Gemeinschaft in den sozialen Medien. In ihrem Blog @baseloutandabout gibt sie ihren Followern – mehrheitlich aus der Expat-Community – Tipps, wie sie sich in Basel zurechtfinden können. Sie berichtet über spannende Lokalitäten, kulturelle Ereignisse und Events und bringt ihren Leserinnen und Lesern die typischen Basler Eigenheiten und Bräuche wie die Fasnacht näher. «Ich sehe mich als Brückenbauerin zwischen Zugezogenen und Lokals», sagt Connie Radavero. Ihre urbanen Entdeckungen versetzen jedoch nicht selten auch Letztere ins Staunen. Die ehrgeizige Argentinierin stammt aus Buenos Aires. Bereits als Kind sprach sie drei Sprachen: Eng- lisch, Französisch und ihre Muttersprache Spanisch. Nachdem sie einige Jahre in lokalen Radio- und Fernsehsendern gearbeitet hatte, reiste sie in die USA, um in der CNN-Zentrale in Atlanta erste internationale Berufserfahrungen zu sammeln. Zurück aus den USA war sie weiterhin als Nachrichtenproduzentin für CNN in Buenos Aires tätig. Einige Jahre später verliess sie Argentinien wieder, um am Institut d’études politiques in Paris ein Master in Geschichte zu absolvieren. 2007 zog Connie Radavero gemeinsam mit ihrem Mann nach New York, wo sie vier Jahre lang lebten. Dort setzte sie ihre Karriere als Nachrichtenproduzentin fort. In Manhattan wurde sie zudem Mutter von zwei Jungen. Von da an übte sie den Spagat zwischen Familie und Beruf. 2011 zog Connie Radavero mit ihrer Familie wegen einem Jobangebot ihres Mannes von New York nach Basel. Zum ersten Mal in ihrem Leben stand die Kosmopolitin vor verschlossenen Türen. «Es war befremdend, in ein Land zu ziehen, dessen Sprache ich nicht verstand», sagt Connie Radavero. Die Begegnungen mit den Einheimischen gestalteten sich zwar freundlich, aber auch entsprechend harzig. Grund genug, um einen intensiven Sprachkurs zu beginnen. Durch das Deutschlernen machte sie sich mit Basel und seiner Kultur immer mehr vertraut. Dennoch fand sie keine Arbeit im Medienbereich. «Bei den lokalen Sendern war Schweizerdeutsch Voraussetzung für eine Anstellung», erzählt Connie Radavero. Die Neugier konnte ihr jedoch niemand nehmen. Als sie anfing, die Stadt am Rheinknie zu entdecken, verliebte sie sich allmählich in sie. «Das reiche kulturelle Leben mit Messen, Museen und Events, das internationale Flair sowie die Nähe zur Natur und zu den Nachbarländern faszinierten mich auf Anhieb», strahlt sie. Als Journalistin sucht Connie Radavero stets nach neuen, interessanten und skurrilen Dingen wie die Stadtpilze. Diese Jungunternehmer züchten im Basler Untergrund Gourmet-Speisepilze auf Sägemehl und Kaffeesatz für Basel und die Region. Das Start-up gewann 2016 den Innovationspreis und startet seither durch. Ob auf einem SUP auf dem Rhein, beim Picknick in den Merian Gärten oder mitten im Getümmel an der ART – Connie Radavero trifft man stets dort, wo das Leben pulsiert. Als Lieblingsorte nennt sie das Rheinufer und das St. Alban-Quartier. «Ich spaziere liebend gerne zwischen den ehrwürdigen alten Häusern. Das gibt mir ein Gefühl der Entschleuni- gung. Ich bin hier angekommen», sagt sie und lächelt zufrieden. Connie Radavero schaut gerne genau hin. Hier in einem Trommelladen in der Basler Innenstadt, zu Besuch bei den Stadtpilzen und an der Art Basel.
- «PAINT IT EASY»: BUNT, KREATIV UND GESELLIG
Das Atelier von Patricia und Peter ist zurzeit der hippste Treffpunkt für Hobbymaler in Basel. Rea Elmiger Der Geruch von Acryl-Farbe liegt in der Luft, man hört Kindergelächter und das Rascheln von Papier. Im Malatelier des Künstlerpaars Patricia Kaliczka und Peter Kovàcs herrscht ausgelassene Stimmung. Ein junges Mädchen zeigt mit ihren bunt bemalten Händen auf ein Bild, das vorne auf der Staffelei befestigt ist. Das ist die Vorlage, das Thema des aktuellen Kurstages. Geduldig und unterhaltsam erklärt Patricia den kleinen Künstlerinnen und Künstlern, welche Technik sie verwenden werden, wie und mit welchen Farben gemalt wird. Und diese tun es ihrer Lehrerin gleich. Im Kinderkurs «Little Brushes» darf gekleckst und experimentiert werden. Aber auch die Vermittlung von Wissen und das Erlebnis despersönlichen kreativen Ausdrucks stehen im Mittelpunkt. «Es ist uns wichtig, dass unsere Gäste sich selbst in einem Werk verwirklichen können. Auch wenn wir alle an demselben Motiv arbeiten, lässt jede(r) eine persönliche Note in sein Bild hineinfliessen», erklärt die gelernte Kunstmalerin Patricia Kaliczka. Bei «Paint It Easy» gibt es neben Kinderkursen diverse Kurse und Workshops für Erwachsene. Darunter das beliebte «Paint & Sip»-Event. Bei dieser Erlebnis-Malerei malt man in gemütlicher Runde ein bestimmtes Bild nach Vorlage und geniesst dazu ein Glas Wein oder ein Getränk nach Wunsch. Geselligkeit und die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, stehen hier im Vordergrund. Auch Geschäfts-Events wie Teambildung, Geburtstagsfeste und Polterabende können gebucht werden. Für Kunstliebhaber, die ihre Kenntnisse weiter vertiefen möchten, gibt es Blockkurse sowie Workshops zu verschiedenen Techniken, Stilen und Materialien. Das Projekt «Paint It Easy» entstand in erster Linie mit dem Gedanken, die zeitgenössische Kunst und deren Erschaffer einer grossen Anzahl von Menschen näher zu bringen. «Wir möchten Berührungsängste abbauen und auch das nicht kunstaffine Publikum ansprechen. Viele meiden Ausstellungen und Galerien, weil sie meinen, sie verstünden zu wenig von der Materie. Da sehen wir uns als Brückenbauer», sagt Peter Kovàcs. Deshalb werden auch befreundete Künstlerinnen und Künstler regelmässig eingeladen. Diese leiten Kurse und stehen den Gästen mit Rat zur Seite. Mit hilfreichen Tipps kennt sich auch Patricia Kaliczka gut aus. Die 32-Jährige studierte an der Akademie für Bildende Künste in Ungarn. Damals hielt sie sich mit mehreren Nebenjobs über Wasser. Dank diversen Stipendien und Preisen ging es dann aufwärts. Heute stehen ihre Werke in einer renommierten Galerie. 2016 traf sie ihren heutigen Freund und Partner Peter Kovàcs in einem Secondhand-Geschäft in Budapest. Sie waren sofort fasziniert voneinander, obwohl ihre Lebensläufe unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie, die ihre künstlerische Laufbahn bereits von klein auf geplant hatte, und er, der Lebenskünstler und Weltenbummler. Peter Kovàcs zog es in seinen Zwanzigerjahren in die weite Welt hinaus. Alleine mit seinem Bike bereiste er dutzende Länder rund um den Globus. Er arbeitete als Hilfsarbeiter und Strassenkünstler. So auch in Basel, wo er die Passanten mit seinen Jonglier-Künste verzauberte. Mit Patricia Kaliczka wollte er seinen grossen Traum von einem Bio-Bauernhof verwirklichen. Als Selbstversorger und Idealisten wollten sie im Norden Ungarns Veränderungen in der Landwirtschaft bewirken. Doch es kam anders. Wegen diversen bürokratischen Hürden und anderen Widrigkeiten gaben sie auf. In Basel kannte Peter Kovàcs viele Menschen, die Stadt gefiel ihm schon immer gut. So kam es, dass das Paar Anfang 2019 in die Rheinstadt zog. Mit wenig Habseligkeiten dafür mit vielen Ideen und Visionen. «Dass wir in so kurzer Zeit und trotz Corona bereits so Vieles realisiert haben, erstaunt uns immer wieder», sagt Patricia Kaliczka bescheiden. Weitere Informationen finden Sie hier. Foto: Peter Kovàcs und Patricia Kaliczka mit ihren beiden Hunden im Atelier. Fotos oben und unten links: Besucherin an einem «Paint & Sip»-Event und Erlebnis-Malerei als Teambildung. Foto oben rechts: Das geräumige Atelier an der Wallstrasse ist gemütlich und bunt eingerichtet. Foto rechts unten: Patricia Kaliczka bei der Arbeit.
- WO TANZTRÄUME WAHR WERDEN
Wie die Tanz- und Musicalschule Move in Arts zu einer der grössten in der Schweiz wurde. Fotos: Move in Arts, Nuccio Mastrogiacomo Von Andrea Elmiger Standing Ovations im Musicaltheater nach der Aufführung «Worum so grimmig?» anfangs September in Basel. Die über 350 Künstlerinnen und Künstler von Move in Arts nahmen das Publikum mit in die gleichermassen bezaubernde wie bedrohliche Welt der Grimm-Märchen. Der Tanz- und Musicalschule in Liestal ist eine zeitgemässe Interpretation dieser allseits bekannten Erzählungen gelungen. Entstanden sind fantasievolle Bilder und rührende Geschichten. Die aufwendigen Choreografien sind das Resultat von langem Training in Ballett, Jazz, Hip-Hop, Akrobatik, Akrodance und Breakdance. Zwölf Jahre ist es her, dass Denise Döbeli ihre eigene Tanz- und Musicalschule eröffnete. Heute, viele Musicals und Schweizermeistertitel später, ist Move in Arts eine der grössten Tanzschulen der Schweiz. Wir sprachen mit der Geschäftsführerin und Inhaberin über Erfolg, Zukunftspläne und Kindheitserinnerungen. Das Musical «Worum so grimmig?» war ein riesengrosser Erfolg. Wie bereitet man sich auf ein Grossprojekt mit mehreren Hundert Teilnehmenden vor? Die Vorbereitung beginnt jeweils mit einer ersten Idee, die lustigerweise immer bei den Aufräumarbeiten des gerade vergangenen Musicals entsteht. In unseren Köpfen herrscht nie Pause. Die Idee wird kontinuierlich weiterentwickelt, bis die Geschichte steht. Nachdem eine passende Lokalität, Sponsoren und freiwillige Mithelfer gefunden wurden, beginnen wir mit der Inszenierung. Welchen Bezug haben Sie zu Grimm-Märchen? Hatten Sie als Kind eine Lieblingsgeschichte? Ich bin mit Grimm-Märchen aufgewachsen und habe auch während meines Studiums einige Märchen analysiert. Meine Lieblingsgeschichte ist Aschenputtel. Der Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel» hat mich als Kind begeistert. Es ist nicht das erste Musical mit einem beeindruckenden Bühnenbild, aufwendigen Kostümen und Choreografien. Wer denkt sich die Geschichten aus? Die Geschichte entsteht bei unzähligen Sitzungen, an denen Mitglieder unseres Vereins und je nach Kapazität unsere Tanzlehrpersonen teilnehmen. Immer dabei sind Roman, Michèlle, Julie und ich sowie mein Verlobter Silvan, der übrigens für die lustigen Sprüche zuständig ist. Move in Arts ist längst mehr als eine Tanzschule. Viele Jugendliche verbringen den Grossteil ihrer Freizeit im Training. Sie tragen eine grosse Verantwortung. Mit den vielen Auftritten und Wettkämpfen ermöglichen wir den Kids, an einem Ziel zu arbeiten. Im Gegenzug bestehen wir darauf, dass sie diese Ziele durchziehen, auch wenn es manchmal zu Spannungen kommt. Das ist halt Jugendarbeit und gehört zu unserem Job dazu. Eine gute Mischung aus Verbindlichkeit, Menschlichkeit und Humor macht uns aus. Verlieren Sie auch manchmal den Überblick? Jeden Tag. Alles andere ist unmenschlich. Nach Liestal sind in den letzten Jahren zwei weitere Standorte in Rheinfelden und Ziefen eröffnet worden. Wachstum hat manchmal auch negative Seiten … Die Vorteile und Herausforderungen halten sich die Waage. Die unterschiedlichen Standorte ermöglichen einen fruchtbaren Austausch unter den Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig bringen die Standorte mehr Büroarbeit mit sich. Das macht niemand von uns gern. Move in Arts ist 2022 achtmal Schweizermeister geworden und hat sich im ganzen Land einen Namen gemacht. Kann man noch höher hinaus? Natürlich bin ich sehr stolz auf diese Wettkampfergebnisse. Es zeigt, dass wir viel Arbeit nicht scheuen und alle an einem Strick ziehen. Unsere Herzensangelegenheit ist aber das Inszenieren von Musicals. Da können wir unsere Lehrtätigkeit mit kreativer Arbeit verbinden. Aktuell sind unsere Musicals aber riesige Kraftakte und benötigen aufgrund der hohen Kosten viel Freiwilligenarbeit. Damit die Musicals regelmässiger inszeniert werden können, hoffe ich, dass wir in Zukunft Partner finden, die den Wert dieser Musicals für die Jugend erkennen und uns helfen, sie zu einem unverzichtbaren kulturellen Teil der Nordwestschweiz zu machen.
- BLKB-KAMPAGNE «JETZT LIVE»!
Eine pandemiegebeutelte Spielzeit liegt hinter dem Theater Basel. Um das kulturelle Trei- ben am Theater wieder anzukurbeln, leistet die BLKB als Hauptsponsorin Starthilfe. Unter dem Motto « Jetzt live» startete die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) am 16. August 2021 eine Plakatkampagne und unterstützt das Theater Basel als offizielle Kulturpartnerin beim Auftakt in die Spielzeit 21/22. Teil der Kampagne ist ein Gewinnspiel mit Preisen, die garantiert Lust auf Theater machen: Zu gewinnen gibt es drei Schnupper-Abonnements, 10x2 Plätze für «T h eater & Menü» inklusive Tickets der Kategorie A sowie 50 Tickets der Kategorie A für ausgewählte Vorstellungen. Auch wer es nicht unter die Gewinner*innen schafft, sollte sich bereits einen Termin vormerken: Am 27. August 2021 wird die Vorstellung « Alte Tiere Hochgestapelt» live von der Grossen Bühne auf den Theaterplatz übertragen. D ie Zugabe geben Les Reines Prochaines & Friends dann live auf dem Theaterplatz. Für alle. Mehr Infos zur Kampagne und zum Wettbewerb auf www.blkb-applaus.ch Die Plakatkampagne der BLKB
- AUSSTELLUNG «POSY SIMMONDS. CLOSE UP»
Das Cartoonmuseum Basel feiert die Eröffnung der bis lang grössten Retrospektive der bedeutenden britischen Karikaturistin und Comicpionierin Posy Simmonds. © Posy Simmonds «Gemma Bovery» 1999 Paul Gravett, Co-Kurator, London, Posy Simmonds, Zeichnerin und Künstlerin, sowie Anette Gehrig, Direktorin und Co-Kuratorin Cartoonmuseum Basel. Musik: Francesca Gaza, Nadav Erlich und Martin Theurillat Weitere Informationen finden Sie hier. Freitag, 27. August 2021, 18.30 Uhr Garten CMS (St. Alban-Vorstadt 5) und Cartoonmuseum Basel (St. Alban-Vorstadt 28)











