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- DER ADVENTSKALENDER IM THEATER BASEL IST ZURÜCK
Vom 1. bis 23. Dezember öffnet sich am Theater Basel täglich ein «T ü rchen» mi t Kostproben aus Ballett, Schauspiel und Oper. Nachdem die Vorweihnachtsveranstaltung im Dezember 2020 abgesagt werden musste, ist der traditionelle Adventskalender des Theater Basel in diesem Jahr zurück – in etwas abgeänderter Form, aber mindestens so besinnlich und unterhaltsam wie sonst: Täglich um 17 Uhr öffnet sich ein «Tür c hen» im Foyer des Theater Basel. Damit sich alle Besucherinnen und Besucher im Foyer sicher fühlen und der Abstand bewahrt werden kann, ist die Besucherzahl in diesem Jahr auf 250 begrenzt. Für das vielseitige Programm aus allen Sparten und mit verschiedenen Gästen wird neu ein Ticket für CHF 5.– pro Person benötigt. Der Vorverkauf läuft seit dem 1. November 2021.. Alle Einnahmen fliessen in das Projekt «Eins meh r ». So sch e nken die Besucherinnen und Besucher – ganz im Sinne weihnächtlicher Nächstenliebe – Menschen einen Theaterbesuch, die ihn sich selbst nicht leisten könnten. Wer sich vor dem Ticketkauf vergewissern möchte, was sich hinter dem nächsten «Türchen» verb i rgt, de r findet das Tagesprogramm jeweils am Vorabend ab 18 Uhr unter: www.theater-basel.ch/de/kalender Das « Foyer Public » hat vom 1. bis 23. Dezember 2021 verkürzte Öffnungszeiten und ist täglich (ausser montags) von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Das Theatercafé schliesst zwischen 16:30 und 17:30 Uhr und ist darüber hinaus von 11 bis 23:30 Uhr geöffnet. Seit dem 13. September 2021 gilt im Theater Basel die Zertifikatspflicht: Der Zutritt ist nur mit einem Zertifikat und einem amtlichen Ausweis möglich. Weitere Informationen: www.thea ter-basel.ch
- YOUNG STAGE BASEL 2021: DAS SIND DIE GEWINNER
Bei der 12. Ausgabe des YOUNG STAGE Festivals haben 20 junge Profiartisten in sechs Shows alles gegeben, um einen der begehrten Preise zu gewinnen. YOUNG STAGE ist für die teilnehmenden Künstler Karrieresprungbrett und Plattform, sich dem Publikum und Fachleuten, Agenten, Scouts oder Show-Produzenten aus aller Welt zu präsentieren. Die internationale Jury hat am Dienstagabend in Anwesenheit internationaler Showgrössen und Showbiz-Prominenz aus dem In- und Ausland die begehrten Preise vergeben. Folgende Artisten wurden von der Jury ausgezeichnet: Hauptpreise: Golden Star (Preispate Bank CIC), Wert Fr. 5000.—: Mikail Karahan, Germany. Discipline: Cyr Wheel. Überreicht durch Jurymitglied Nadja Sieger und Thomas Müller, CEO Bank CIC. Silver Star (Preispate Merian Iselin Klinik), Wert Fr. 3000.—: Maxime & Corentin, Canada. Discipline: Duo Trapeze Überreicht durch Jurymitglied Isabel Joly und Simon Heinis, Merian Iselin Klinik. Bronze Star (Preispate IWB), Wert Fr. 2000.—: Kalle Pikkuharju, Finland. Discipline: Equilibristics/Contortion Überreicht durch Claudio Dettwiler, IWB und Jurymitglied Camilla Pessi. «Young Star»-Preis (Preispate Implenia), Wert Fr. 1000.—: Chun-Huang Chang, Taiwan. Discipline: Diabolo Dieser Preis wurde bereits am 7. November durch die Kinderjury vergeben. Publikumspreis (Preispate Sat.1 (Schweiz)), Wert Fr. 1000.—: Maxime & Corentin, Canada. Discipline: Duo Trapeze Für Jurysprecher Werner Buss war es dieses Jahr sehr interessant zu sehen, wie die Veranstaltung vom DAS ZELT in eine so grosse Halle übertragen werden konnte. «Das hat fantastisch geklappt», so sein Fazit. «Die Nähe, die Energie, die spürt man vom Publikum. Und die Künstler brauchen das Publikum. Das war eine unglaubliche Symbiose, auch dank der halbrunden Form der Bühne.» Das stetig gewachsene Festival strahle trotz seiner Professionalität Wärme aus. «Man spürt die Liebe der Festivalleitung nicht nur zu den Künstlern, sondern auch zum Publikum – und das macht es für mich so spannend. Qualität und Herz sind hier eins.» Für Festivaldirektorin Nadja Hauser war die 12. Ausgabe des YOUNG STAGE Festivals höchst emotional. «Ich bin unendlich glücklich, konnten wir YOUNG STAGE nach so langer Zeit endlich wieder durchführen, den Künstlern diese wichtige Plattform nach vielen Monaten Pause erneut bieten und innovativen, jungen und inhaltsstarken Circus auf sehr hohem Niveau präsentieren. Es war in vieler Hinsicht eine spezielle Festivalausgabe, mit der wir sehr zufrieden sind. Die neue Location hat sich bewährt, der Ticketverkauf war besser als erwartet und die Rückmeldungen aus dem Publikum äusserst positiv. Was können wir uns mehr wünschen?»
- DER HERBST GEHT DURCH DEN MAGEN
Wir befinden uns mitten im bunten Herbst. Die Natur zeigt sich vor ihrem Rückzug nochmals in all ihrer Farbenpracht, von gelb bis rot lässt sie keine Nuance aus. Die letzten Früchte reifen heran und weisen auf den bevorstehenden Zykluswandel hin. Von Patrizia Rana Gewisse Früchte und Gemüsesorten finden wir nur in dieser kurzen Periode und sind typisch für den Herbst, wie z.B. Weintrauben, Äpfel, Birnen, Quitten, Kürbis, Rüben, Pastinaken, Pilze, Walnüsse uvm. Die Energie der Natur steigt langsam ab und zieht sich ins Innere zurück – dies verhält sich in uns Menschen gleich. Der Mensch als kleiner Kosmos zwischen Himmel und Erde untersteht ebenfalls diesen Naturgesetzen. In der Natur wird diese Jahreszeit durch die abfallenden Blätter sichtbar und dem in unseren Gärten mehrheitlich aufkommenden Knollengemüse, welches im Inneren der Erde gedeiht. Durch dieses neue Angebot verändert sich auch unsere Küche. Wir gehen im Herbst in eine langsamere und nahrhaftere Küche über. Es ist diese Küche, welche uns in dieser Jahreszeit am besten bekommt und die ideale Vorbereitung für ein starkes Immunsystem ist, welches im nachfolgenden Winter sicherlich wieder an seine Grenzen gebracht wird. ‘Gesundheit entsteht dadurch, dass wir uns aktiv darum bemühen, und ist ein Geschenk, das wir uns selbst machen’ Hippokrates (460-370 v.Chr.) Dieses Zitat von Hippokrates hat kein bisschen an Aktualität verloren und darf heute noch genauso umgesetzt werden wie zur Antike. Führen Sie ein Leben in Einklang mit den Jahreszeiten unterstützen Sie automatisch Ihren Körper in seiner Funktion. Aus Sicht der chinesischen Medizin gelten Herbst und Frühling als die wechselhaftesten Jahreszeiten, in denen alles im Fluss ist. Möchten Sie etwas verändern, dann nutzen Sie diesen Herbst dazu. Lunge und Dickdarm werden in der Chinesischen Medizin dem Herbst zugeordnet. Die Lunge nimmt Luft auf, versorgt den Körper mit Energie und schützt uns über die Haut vor krankmachenden Faktoren. Der Dickdarm hilft beim Loslassen unverdaulicher Nahrung, Gedanken und Sorgen. Waldbaden – baden ganz ohne Wasser. Sie können Ihre Lungen unterstützen, indem Sie sich eine Auszeit bei einem Spaziergang im Wald gönnen. Die reine Luft belebt unsere Lungen und die unterschiedlichen Gerüche wirken sich beruhigend auf unseren Körper aus und stärken unser Immunsystem. Ist die Zeit doch etwas knapp bemessen, versuchen Sie es mit Atemübungen. Diese eignen sich vor allem bei der Arbeit vor dem Bildschirm. Entspannen Sie die Nackenmuskulatur, atmen Sie mehrfach tief ein und aus und beleben Sie so Ihren Geist von neuem. Respektieren Sie nun auch die kürzer werdenden Tage im Herbst. Ihre Regenerationsfähigkeit wird sich merklich verbessern, wenn Sie zu dieser Jahreszeit die Balance zwischen Wachen und Schlafen aufrechterhalten. Räumen Sie sich etwas mehr Ruhe ein, Sie haben es sich verdient. Eine positive seelische soziale Kontaktpflege sollte auch im Herbst Teil Ihres Lebens sein, um zu wachsen brauchen wir diesen Austausch. Gespräche mit guten Freunden bereichern unser Leben und verleiht Ihm auch mehr Sinn verleihen, wenn es mal nicht so sonnig in uns aussieht. Um eine gesunde Verdauung zu fördern, nehmen Sie sich für das Vorbereiten der Nahrung, sowie deren Verzehr genug Zeit. Durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten sammeln sich in unserem Körper schlacken an, welche uns im Winter zur Last anfallen und die Schutzfunktion des Körpers herabsetzen können. Diese antiken Ratschläge für ein gesundheitsförderndes Leben können auch kombiniert werden. Wieso also nicht nach einem erholsamen Herbstspaziergang, gemeinsam mit Freunden in aller Ruhe ein schönes Mahl vorbereiten und dieses genüsslich in der warmen Stube verzehren? Der Herbst bereichert uns noch einmal mit einer erstaunlichen und bunten Vielfalt besonderer Gemüse und Früchte. Walnuss ein wahres Brain Food. Sie weist einen aussergewöhnlich hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese Fette gehören zu den gesündesten Speisefetten überhaupt und sind nicht wie lange Zeit angenommen reine Dickmacher. Sie beugen Entzündungen vor und senken gemäß einer Wissenschaftlichen Studie das LDL-Cholesterin in gesunden Menschen. Weiter sind Walnüsse reich an wertvollen Vitaminen, Mineralien, Antioxidantien und Ballaststoffe, welche die Verdauung fördern. Nüsse lassen sich mit einfachen Tricks in ihrem Aroma intensivieren und sind in der Herbstküche vielfältig einsetzbar. Sei es als Nussdressing in einem Feldsalat, als Nuss-Pesto in einem Pastinaken-Auflauf oder als herzhafte Nachspeise – einem Mandelkuchen. Lauch ist eine sehr gute Quelle für Vitamin C. Eine Portion Lauch deckt knapp 1/3 des Tagesbedarfs an Vitamin C ab, welches sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Er enthält zudem Folsäure und reichlich Ballaststoffe. Die in ihm enthaltenen Schwefelverbindungen machen ihn zu einem exzellenten Entgiftungsgemüse und bietet sich für eine herbstliche Entgiftungskur an. Quitte einst von den Römern nach Europa gebracht und seit jeher bei Liebhabern in der herbstlichen Küche nicht wegzudenken. Die Frucht ist reich an Vitamin C und Kalium. Hildegard von Bingen empfahl die Frucht aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schleimlösenden Inhaltsstoffe gesunden wie auch kranken Menschen. In der Küche können Sie diese Frucht zu Marmelade oder Gelee verarbeiten und dadurch sowohl den Nährwert wie auch den Geschmack der Frucht erhalten. Versuchen sie einen geringen Zuckeranteil bei der Herstellung Ihrer Konfi zu verwenden. Birkenzucker eignet sich hervorragend und ist kalorienarmer als weisser Zucker. Pfifferling bei uns bekannt als Eierschwämmli, sind reich an Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und D. Sie enthalten zudem Mineralstoffe, wie Kalium, Eisen und Magnesium. Sie sind ausgesprochen kalorien- und fettarm und liefern uns einen sehr hohen Gehalt an Eiweiß. 100gr Pilze enthalten 2,4gr Eiweiss andere Sorten können sogar bis zu 4gr Eiweiß enthalten. Weintraube eine leckere Frucht reich an vielen wichtigen Nährstoffen. Die, in Ihr, enthaltenen Mineralstoffe unterstützen Haare, Haut und Nägel. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren reduziert unter anderem einen Anteil schlechten LDL-Cholesterin. Ballasstoffe fördern die Verdauung und unterstützen das Immunsystem auf diese Weise. Aber Vorsicht, abends sollten sie aufgrund des hohen Anteils an Fruchtzucker eher gemieden werden.
- EIN VERSUCH, DIE MALEREI NEU ZU DENKEN
Auf das Ganze achten und gegen die Tatsachen existieren – Ausstellung von Michaela Eichwald In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in der Schweiz präsentiert Michaela Eichwald (* 1967) ganz neue Arbeiten. In einer Mischung aus Abstraktion und Figuration, Sprache und Geste entfaltet sich die malerische Praxis der deutschen Künstlerin auf üppig beschichteten Oberflächen aus unkonventionellem Trägermaterial wie Lederimitaten oder Autositzbezügen. Mehr Informationen zur Ausstellung, die vom 8. Oktober 2021 bis zum 23. Januar 2022 läuft, finden Sie hier . Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau in München entstanden und wird grosszügig unterstützt von der Isaac Dreyfus-Bernheim Stiftung, Max Chocolatier und Nicoletta Fiorucci / Fiorucci Art Trust, mit zusätzlicher Unterstützung von Dominik Müller und der Stiftung Anne-Marie Schindler.
- POETRY SLAM
Am 31. Oktober 1971 durften Frauen sich schweizweit zum ersten Mal an nationalen Parla- mentswahlen beteiligen – dies wird mit einem Spoken Word Wettstreit gefeiert. Je drei Slam-Poetinnen und -Poeten tragen Texte zu Frauenstimmrecht und Gleichberechtigung vor. Das Publikum amtet als Jury und kürt die Siegerin oder den Sieger. Sonntag, 31. Oktober, 14 bis 16 Uhr Gundeldinger Feld, Halle 7, Dornacherstrasse 192, 4053 Basel www.frauenbasel.ch
- DIE GESCHICHTE DER ART BASEL
Die Art Basel ist weltweit bekannt und dies nicht nur in Künstlerkreisen. Aber nur wenige wissen, wann, weshalb und unter welchen Umständen sie gegründet wurde. BaslerIN geht der Frage nach ... Erste Unternehmungen, eine Kunstmesse im deutschsprachigen Raum als eine Mischung aus Kultur-Show und Verkaufs-Event für ein weltweites Publikum zu organisieren, hatte es bereits in den 1960ern in der deutschen Rheinmetropole Köln gegeben. Die Grundhaltung der Messe wurde damals als konservativ, die Auswahlkriterien als gängelnd empfunden. Der legendäre Galerist, Kunstsammler und Kunsthändler Ernst Beyeler wollte ein Gegengewicht zu Köln schaffen. Hier in der Schweiz sollte es liberal und weltoffen zugehen. Gemeinsam mit Trudl Bruckner und Balz Hilt erstellte Beyeler ein Konzept und eröffnete im Juni 1970 die erste Kunstmesse Art Basel, an der 90 Galeristen und 20 Verleger aus zehn Ländern teilnahmen. Seither entwickelte sich die Art Basel zur führenden und wichtigsten Kunstmesse in Europa und der Welt. Dieses Jahr zählt die Art Basel in Basel über 270 Galerien aus 33 Ländern, die an der bereits 52. Ausgabe teilnehmen. Die Auswahlkriterien für die Zulassung von nationalen und internationalen Galeristen gelten als die strengsten auf einer Kunstmesse weltweit. Ein Auswahlkomitee sucht die Galerien, die jedes Jahr in verschiedenen Sektionen an der Art Basel teilnehmen, aus. Es sind sowohl etablierte Kunstschaffende, als auch erfolgreiche Newcomer. Die Schweiz und Basel wurden damit zum wichtigsten Standort für die kommerzielle Präsentation von Kunst auf Messen und zum Gradmesser für Trends bei Sammlern und auf dem Kunstmarkt. Vergleichbare Kunstmessen im deutschsprachigen Raum wie die Art Cologne und die Art Frankfurt hat die Art Basel vor allem als hochwertiges Verkaufs-Event weit hinter sich gelassen. Internationale Kunstsammlerinnen und Kunstsammler mit grossen Bud- gets kommen an der Art Basel nicht vorbei. Ähnlich hochkarätig auf globaler Ebene sind die Ableger in Amerika und Asien: die Art Basel Miami Beach in Florida sowie die Art Basel Hongkong in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Wegen Ihrer überragenden Bedeutung als Marktplatz und Seismograf für zeitgenössische Kunstwerke für Sammler und Anleger wird die Art Basel in den Medien gelegentlich als «Olympiade der Kunstwelt» (Zitat Daily Telegraph London) bezeichnet. Der Markenname der bedeutendsten Kunstmesse der Welt geht auf den Erfinder der lila Milka-Kuh, Herbert Leupin, zurück: Der weltweit renommierte Grafikdesigner und Plakatkünstler gestaltete 1970 das Plakat für die allererste Art Basel. Das Signet wurde zum Markenzeichen.
- DIE MUMIE AUS DER BARFÜSSERKIRCHE
Spannende interdisziplinäre Spurensuche rund um die besterhaltene Mumie der Schweiz Vor drei Jahren ist es einer internationalen Forschergruppe unter der Leitung des Naturhistorischen Museums Basel gelungen, eine bis dahin namenlose Mumie als die 1787 verstorbene Anna Catharina Bischoff zu identifizieren. In jahrelanger Arbeit befasste sich ein grosses Team aus Natur- und Geisteswissenschaftlern sowie Bürgerforschenden (Citizen Science) mit der besterhaltenen Mumie der Schweiz. Am Ende konnte die Identität der «Dame aus der Barfüsserkirche» entschlüsselt werden: Es handelt sich um Anna Catharina Bischoff, die 1719 in Strassburg geborene Tochter eines Basler Pfarrers, später selbst Pfarrersfrau und siebenfache Mutter. Ihren Lebensabend verbrachte sie – sehr wahrscheinlich an Syphilis erkrankt – in ihrer Heimatstadt Basel, wo ihre Krankheit auch behandelt wurde. Das Buch zeichnet die geradezu kriminalistisch anmutende Arbeit des interdisziplinären Forschungsteams nach. Die Kombination biologische und historische Quellen ermöglicht überraschende Einblicke in ein Frauenschicksal des 18. Jahrhunderts und in den Alltag im Basel und Strassburg jener Zeit. Auch die Spurensuche nach den Nachfahren der Anna Catharina Bischoff brachte Erstaunliches zutage: Sie führte über Diplomaten, Revolutionäre und Dichtergattinnen zum heutigen englischen Premierminister Boris Johnson. Das soeben im Christoph Merian Verlag erschienene Werk Anna Catharina Bischoff. Die Mumie aus der Barfüsserkirche berichtet auf mitreissende Weise von dieser spannenden interdisziplinären Spurensuche rund um die besterhaltene Mumie der Schweiz. Aus Anlass der Buchpublikation können die Museumsbesucherinnen und -besucher die Mumie für kurze Zeit im Original sehen. Buchvernissage Anna Catharina Bischoff. Die Mumie aus der Barfüsserkirche Dienstag, 19.10.2021, 18.30 Uhr, Naturhistorisches Museum Basel Weitere Informationen fiunden Sie auf www.merianverlag.ch
- REISE ZUM WUNDERSCHÖNEN ACHENSEE
Ruhe, Natur und Wellness in der Karibik Österreichs. Ein Besuch bei Karl C. Reiter, Geschäftsführer und Inhaber des Posthotels Achenkirch. Gastgeber und Inhaber Karl C. Reiter. Von Dora Borostyan Es ist ein paradiesischer Ort nur fünf Stunden von Basel entfernt. Nicht umsonst nennt man den Achensee auch die Karibik Österreichs. Das türkisblaue Wasser mit Buchten, die schönen Sandstrände und prächtigen Segelschiffe verstreuen karibisches Flair. Ein geschichtsträchtiges Hotel Das Posthotel Achenkirch, an der nördlichen Seite vom Achensee im kleinen Dorf Achenkirch gelegen, kann auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken. Die Urgrosseltern der jetzigen Besitzer und Gastgeber Karl C. Reiter haben die ehemalige Poststelle mit einem dazugehörigen Gasthof im Jahre 1918 erworben. Sie waren Landwirte und haben gleichzeitig die aktive Poststelle betreut. Mit den Kutschen, die bis heute eine der Attraktionen des Hotels sind, wurde die Post damals ausgeliefert. Bis heute ist das Hotel eng mit der Natur und der Landwirtschaft verbunden. Ein Teil der Milchprodukte werden heute noch von den eigenen Weidekühen bezogen. Auch nachdem die Poststelle von Achenkirch an einen anderen Ort verlegt worden war, blieb der Gasthof der Familie erhalten und bekam den neuen Namen «Gasthof zur Post». Drei Generationen später, im Jahre 1975, wurde aus dem florierenden «Gasthof zur Post» das «Hotel Post». Schon damals war der Vater von Karl C. Reiter vom Wellness-Spa-Konzept, das er von England und Amerika her kannte, begeistert. Sieben Jahre später entstand einer der ersten Wellnesshotels im Tirol mit dem Namen «Posthotel Achenkirch». Der aktuelle Geschäftsführer und Inhaber Karl C. Reiter übernahm das Familienunternehmen im Jahre 2004 und erweiterte das Konzept kontinuierlich. Ruhe und Erholung für Erwachsene Seit den Anfängen vor hundert Jahren hat sich Vieles verändert, die Philosophie jedoch blieb: Ein Aufenthalt in der naturnahen, ruhigen Umgebung mit fabelhafter Hotel-Infrastruktur soll vorbeugend und Kraft tankend wirken. «Sich auf eine Reise zu sich selbst zu begeben.» Mit diesen Worten wirbt das «Posthotel Achenkirch» auf seiner Website und das mit Recht, denn auftanken kann man definitiv im 5-Sterne-Resort. Alles ist auf Ruheund Entspannung ausgerichtet. Das Hotel hat vier Aussenbecken, zwei davon sind Solebecken, drei Innenbecken, zwei Whirlpools und einen grossen, im April 2021 renovierten Saunabereich. Dieser bietet mit zwei Dampfbädern, vier Saunen, Infrarotkabinen und Salzkammern für alle Wellnessfans viele Möglichkeiten der Erholung. Besonders erwähnenswert ist der grosse Yin-Yang-Pool im textilfreien Aussenbereich. Dort lässt es sich nach den Saunagängen in warmem und kaltem Wasser hervorragend schwimmen. Wie bereits die Bezeichnung «Adults only» verrät, ist das Wellnesshotel ganz auf Erwachsene ausge- richtet. «Das liegt nicht daran, dass wir Kinder nicht mögen – ganz im Gegenteil, wir lieben Kinder! Ich habe auch Kinder.», so Karl C. Reiter. «Dennoch war es uns wichtig, einen Ort zu erschaffen, wo sich sowohl Eltern, Grosseltern als auch kinderlose Paare und Singles abschalten und sich vom Alltagsstress erholen, ein Buch lesen, in Ruhe Essen und Zeit für sich nehmen können.» Von Achenkirch nach Pertisau Nicht nur das 5-Sterne-Hotel bietet Erholung. Die Seepromenade rundum den Achensee, ob zu Fuss oder mit dem Fahrrad, ist gleichermassen ein Erlebnis. Mit dem Fahrrad erreicht man Pertisau im Südwesten von Achenkirch her kommend in ca. einer Stunde. Der autofreie Weg führt mitten durch die Natur mit wunderschöner Aussicht dem Seeufer entlang. Unterwegs laden kleine Cafés, Strandbars und Restaurants die Gäste zum Verweilen ein. Im Herbst, wenn das Wetter nicht mehr auf das Baden im See ausgerichtet ist, können diverse Wanderungen und Fahrradtouren gemacht werden. Auch Tennis und Golf stehen im Posthotel Achenkirch im Angebot. Die Mitarbeiter der Reservierung unterstützen Sie gerne bei der Planung Ihrer ganz individuellen Reise zum Ich.
- INTERVIEW MIT DOMINIQUE WALLISER VON PKZ BASEL
PKZ feiert 140-Jahr-Jubiläum und prägt das Basler Stadtbild seit Generationen. Die Basler Geschäftsführerin Dominique Walliser über die enge Verbindung des Schweizer Modehauses mit der Rheinmetropole. Sie sind seit bald einem Jahr Geschäftsführerin der PKZ-WOMEN-Filiale in Basel. Was verbindet Sie mit Basel? I ch liebe sowohl Mode wie auch Kunst – für mich stehen beide für Kreativität und Schönheit. Und was Basel wirklich einzigartig macht, sind die grossartigen Museen in der Stadt. Mit der Fondation Beyeler als vielleicht schönstem und eindrucksvollstem privaten Museum weltweit. Prädestiniert für eine grandiose Fashionshow. Wir sollten darüber nachdenken ... PKZ ist seit 1895 in Basel ansässig – was macht die Beziehung zwischen Basel und PKZ aus? Die Menschen in Basel sind grundsätzlich offen für Neues und haben PKZ herzlich empfangen. 2017 haben wir den Store umgebaut und eine modische Neuausrichtung vorgenommen, diese wurde sehr gut angenommen. Die Basler Kundin ist erwartungsvoll, aber auch kritisch. Weil sie Qualität, Ideen, Verlässlichkeit, Gastfreundschaft, Service- bereitschaft und ein emotionales Ambiente erwartet. Zurecht. Wir erfüllen alle diese Wünsche hier an der Falknerstrasse. Und sind deshalb auch erfolgreich. Haben die Baslerinnen einen besonderen Modestil? Ja, die Baslerinnen legen viel Wert auf gute Qualität und sind trendbewusst, ohne zu protzen. Hat die Lage im Dreiländereck einen Einfluss auf den Modestil? In Basel treffen viele verschiedene Nationalitäten und Mentalitäten aufeinander, das macht die Stadt so spannend. Das Multikulturelle zeigt sich vielleicht an den vielen verschiedenen Kleidungsstilen – die PKZ alle bedient. Als Multibrand-Store haben wir für jeden Geschmack und Anlass das passende Outfit parat. Unsere Einkaufsabteilung macht einen grossartigen Job. PKZ feiert dieses Jahr 140-Jahr-Jubiläum. Was macht für Sie den Reiz aus, für ein Traditionshaus zu arbeiten? Zu r Motivation, etwas bewegen zu können, ein Team zu führen und damit hoffentlich erfolgreich zu sein, kommt ein gutes Stück Respekt vor dem Namen PKZ. Und Stolz diesen in meiner Stadt zusammen mit meinem Team repräsentieren zu können. Kommt dazu, dass ich mich mit der elanvollen, mutigen Philosophie unserer CEO Manuela Beer sehr identifiziere. Selbst in Krisenzeiten erweitert sie das Filialnetz und brennt leidenschaftlich für die Mode. Ich finde, PKZ hat ein Profil, das einzigartig ist in der Schweiz.
- 10. STREETFOOD-FESTIVAL
Streetfood steht für das frische Zubereiten von Speisen in mobilen Küchen und ist heute ein fester Bestandteil der Schweizer Gastrokultur. Ob Food-truck, Anhänger oder Stand, Hauptsache das Angebot ist vielfältig. Das Streetfood-Festival findet vom 15. bis 17. Oktober 2021 auf dem Freilager-Platz in Münchenstein statt. Der kulinarische Weltenbum- mel durch 50 Essstände wird garantiert zu einem unvergesslichen Event für gross und klein.
- FRAUEN LIEBEN AUTOS
Schon längst ist das Klischee des gespaltenen Verhältnisses zwischen Frau und Auto nicht mehr zeitgemäss. Statistiken zufolge haben 81 Prozent der Frauen grossen Spass am Autofahren, sogar knapp 90 Prozent fühlen sich ohne Auto in ihrer Mobilität eingeschränkt. Und dass Frauen nicht gerne schnell fahren oder kein Abenteuer auf vier Rädern mögen, ist schlichtweg ein Ammenmärchen. Von Karin Breyer Lust auf Abenteuer? Schnappen Sie sich Ihre beste Freundin und entdecken Sie mit dem Quad das Berner Oberland – das ist Fahrspass und Genuss pur! Durch die leichte Bedienung kann das Quad schon nach kurzer Zeit selbst geführt werden. Mit einem Guide geht’s von Wilderswil nahe Interlaken auf eine zweieinhalbstündige Panoramatour im Banne von Eiger, Mönch und Jungfrau. Oder Sie wählen die dreistündige Bergtour auf eine 1800 m hoch gelegene Alp mit atemberaubendem Blick auf die Region. Infos: www.mydays.ch/geschenkideen/quad-fahren Vielleicht mögen Sie sich auch einmal auf die einzige Schweizer Rennstrecke im neuenburgischen Lignières begeben, herrlich auf einem Hochplateau oberhalb des Bielersees gelegen. Der Touring Club Schweiz bietet dort u. a. Fahrtrainings mit Personen- wagen, Geländefahrzeug oder Quad an. Im geschützten Umfeld können Sie Ihre Runden drehen und das Fahrzeug auf Touren bringen. Welch rasantes Vergnügen! Infos: www.tcs.ch/de/kurse-fahrzeugchecks/kurse-fahrtrainings/unsere-fahrzentren/lignieres.php Dream in the original Airstream Die perfekte Ferienstimmung am exklusivsten und schönsten Ufer des Zürisees bietet der Campingplatz Fischer’s Fritz. Alles blitzsauber, mit schönen Grillstellen und reizender Beiz. Ein echtes Highlight ist die Übernachtung in einem Airstream – die Designikone unter den Wohnwagen kommt im silbrigen Aluminiumlook daher, ein bisschen fühlt man sich wie in Big Sur oder am Blue Bayou. Mit Strom, Decken, Kissen ausgerüstet und klimatisiert, lässt es sich hier herrlich wohnen und entspannen. Infos: www.fischers-fritz.ch/de/camping/ Tolle Museen in cooler Location Im Automobilmuseum am Bodensee/Romanshorn tauchen Sie hautnah in die faszinierende Welt von Ferrari und Lamborghini, von Aston Martin, Maserati und vielen Automarken mehr ein. Das Eventmuseum zeigt 120 legendäre Strassensportwagen und reinras- sige Rennwagen aus den spektakulärsten Rennserien weltweit. Sehen, hören, unter die Haube schauen – ein spannendes Erlebnis für die ganze Familie. Infos: www.autobau.ch Wer klassische Autos liebt, für den ist das Classic-Car-Museum in Safenwil ein Muss. In einer ehemali- gen Textilfabrik sind auf drei Etagen rund 60 automobile Schätze zu bestaunen, da gibt es Design-Ikonen wie etwa den Jaguar E-Type oder den Aston Martin DB4 Vantage. Sir Winston Churchills Land Rover 86“ ist sicher der Star der Sammlung. Infos: www.emilfreyclassics.ch
- VIER FRAUEN IM TANDEM ERFOLGREICH ALS CHEFINNEN
Laura Sagelsdorff, Afide Frei, Monika Hug und Stefanie Mauch führen gemeinsam zwei Geschäftsstellen bei der UBS Basel. Was war Ihre Motivation, das Top-Sharing-Angebot anzunehmen? Laura Sagelsdorff: Nach meinem Bachelor-Abschluss wollte ich in meiner beruflichen Karriere weiterkommen und gleichzeitig eine Familie gründen. Durch die Leitung einer Geschäftsstelle im Top-Sharing konnte mir die UBS dies ermöglichen. Ich habe einen an- spruchsvollen Beruf mit viel Verantwortung und sehe trotzdem an vier Tagen die Woche meinen Sohn aufwachsen. Afide Frei: Die Möglichkeit den nächsten Karriereschritt zu machen, weiterhin im Teilzeitpensum zu arbeiten und wieder Führungsaufgaben wahrzunehmen. Monika Hug: Wir haben bereits acht Jahre lang im Job-Sharing gearbeitet und dies war konsequenterweise der nächste Schritt. Stefanie Mauch: Ich wollte unser System ändern, Vorbild sein für ein neues familienfreundliches Modell. Monika und ich hatten bereits zehn Jahre vor unserem Start den Wunsch eine Stellvertretung der Teamleitung im Top-Sharing zu übernehmen. Leider waren wir damals unserer Zeit einen Schritt voraus. Umso mehr freute es mich, als dies 2017 klappte. Was sind die Herausforderungen bei diesem Arbeitsmodell? LS: Der Start. Es ist wichtig, dass man einen gemeinsamen Nenner hat. Man weiss erst nach einiger Zeit, ob das Tandem funktioniert. Zu Beginn gab es Schwierigkeiten bezüglich der Doppelspurigkeit. Mittlerweile klappt dies sehr gut und wir arbeiten Hand in Hand. AF: Die Abstimmung mit der anderen Top-Sharing-Partnerin. Es ist wie bei einem Stafettenlauf. Die Stabsübergabe muss sauber stattfinden. MH: Es benötigt «blindes» Vertrauen in die Partnerin. Wir müssen ein eingespieltes Team sein und am gleichen Strick ziehen. Dies funktioniert super, obwohl wir unterschiedlich «ticken». Der Vorgesetzte muss zudem voll und ganz hinter diesem Modell stehen. Auch für ihn war dies eine Herausforderung, da es bis anhin so ein Modell noch nicht gab. SM: Ausserhalb der Bank war die Akzeptanz nie ein Thema. Die Herausforderung bestand darin, den Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten zu zeigen, dass wir gleichwertige Chefinnen sind. Wie stimmt man sich mit der Co-Leiterin ab? LS: Wir bearbeiten die E-Mails und Pendenzen gegenseitig, als ob es die eigenen wären. Wir wollen als eine Geschäftsstellenleitung wahrgenommen werden und sind beide für alles verantwortlich. Wir haben einen Tag in der Woche, an dem wir uns überschneiden. An diesem Tag tauschen wir uns aus. Pendenzen bezüglich Kundenangelegenheiten teilen wir auf. Für das Tagesgeschäft ist diejenige zuständig, die gerade arbeitet. Wir stehen hundert Prozent hinter der Entscheidung der anderen und tragen diese mit. AF: Wir arbeiten beide sechzig Prozent. Ich von Montag bis Mittwoch und meine Co-Leiterin von Mittwoch bis Freitag jeweils ganztags. Den Mittwoch nutzen wir für Standortanalysen, Organisation und Planung. Wir haben vereinbart, dass jeder von uns auch alleine entscheiden kann und die Co-Leiterin den Entscheid immer mitträgt. Bisher hat das sehr gut geklappt. Gegenüber dem Team, Vorgesetzten und Peers treten wir als eine Einheit auf. MH: Offene und viel Kommunikation auf diversen Kanälen (mündlich, Meetings, via PC). Wir sind immer auf dem gleichen Wissensstand. Dies macht es dem Vorgesetzten, den Kundinnen und Kunden wie auch den Mitarbeitenden einfacher. SM: Laufende Kommunikation ist sehr wichtig und ist dank der digitalen Medien wie E-Mail, Telefon oder auch interne Tools einfach. Bei komplexen Themen findet ein Meeting statt. Wir stimmen uns so ab, dass immer jemand von uns als Chefin präsent ist, sei es bei Anlässen, Meetings oder auch bei Ferienabwesenheiten. Haben Sie beide die gleichen Aufgabengebiete? LS: Wir haben die Aufgaben nicht aufgeteilt. Vieles kommt spontan rein und muss dann bearbeitet oder delegiert werden. Pendenzen, die langfristig sind, teilen wir sporadisch auf. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass beide für alles verantwortlich sind. So können wir jeweils flexibel und rasch reagieren. AF: Generell haben wir beide die gleichen Aufgabengebiete. Bevorzugt jedoch jemand ein bestimmtes Gebiet, so übernimmt dieser dort die Federführung (Schulung, Ausbildung, Sales, Organisatorisches etc.) MH: Wir machen beide alles; es gibt jedoch Affinitäten. SM: Wichtig ist, dass beide für alles zuständig sind und über alles Bescheid wissen. Unsere Kunden, unser Vorgesetzter, aber auch die Mitarbeiter und Kollegen wollen etwas erledigt haben. Wer es für sie erledigt, spielt keine Rolle. Wie funktioniert die Mitarbeiterführung? LS: Wir wechseln uns jeweils mit den Sales-Dialogen, den Geschäftsstellen-Meetings und den Führungssitzungen ab. Somit kann die andere die Zeit nutzen und wir können an unserem gemeinsamen Tag doppelt arbeiten. Die Feedbackgespräche Ende Jahr führen wir zusammen. Wir notieren sehr viel aus den Gesprächen und Meetings, sodass es für die andere gut nachvollziehbar ist, was letztes Mal besprochen wurde. AF: Wir haben alle zwei Wochen Sales-Dialoge mit jedem Mitarbeiter, abwechselnd mit mir und mit meiner Co-Leiterin. Im Geschäftsalltag haben die Mitarbeitenden jederzeit die Möglichkeit auf jemanden von uns zuzugehen. Wöchentlich findet eine Geschäftsstellen-Sitzung statt. Die wird abwechselnd mal von mir und mal von meiner Co-Leiterin vorbereitet und moderiert. Halbjahres- und Jahresgespräch, Zielerreichung bereiten wir gemeinsam vor, die Gespräche führen wir je nachdem mit Co-Leiter gemeinsam oder ohne Co-Leiter durch. MH: Wer da ist führt und entscheidet. Die Jahresendbeurteilung (PMM) erfolgt gemeinsam. Unter dem Jahr werden Sales-Dialoge von der Person, die da ist, durchgeführt und bei komplexen Themen, wer in diesem Gebiet affiner ist. SM: Diejenige, die im Büro oder Homeoffice anwesend ist, entscheidet. Ihr Entscheid gilt für beide. Wie sind die Reaktionen der Mitarbeitenden? LS: Die Reaktionen sind durchgehend positiv. Zu Beginn waren einige skeptisch, aber das legte sich und wir bekommen auch aktiv positive Rückmeldungen. Sie schätzen es, dass sie von zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten etwas mitnehmen können. Wir haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Somit können die Mitarbeitenden von beiden profitieren. AF: Sie schätzen es, zwei Ansprechpartner zu haben. Meine Top-Sharing-Partnerin und ich sind zwar unterschiedliche Typ Frauen, aber mit denselben geschäftlichen Zielen und demselben agilen Führungsstil. Davon profitieren nicht nur unsere Mitarbeitenden, sondern auch wir selber. Ein schönes Kompliment eines Mitarbeiters war: «Ihr beide arbeitet wie zwei Zahnräder miteinander, wo alles Zahn in Zahn läuft.» MH: Sehr positiv, je nach Themengebiet kann auf zwei Personen zurückgegriffen werden. Wir bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, die wir mit dem Team teilen. SM: Sehr positiv. Da wir beide sehr unterschiedlich sind, profitieren sie doppelt. Monika ist lokal verankert, da ihr Wohnsitz in Oberwil ist. Ich decke das internationale Spektrum ab, da ich im Ausland (Australien und Panama) gelebt habe. Eine von uns ist eine Koryphäe im Digital-Banking und bei den Hypotheken, die Andere hat langjährige Erfahrung in den Bereichen Anlagen und Vorsorge. Wie reagieren die Kundinnen und Kunden? LS: Wir hatten keine negativen Kundenreaktionen. Viele sind begeistert, dass die UBS solche Modelle anbietet. Bei dringenden Anliegen wird ein pendentes Geschäft von der anderen übernommen. Bei nicht kritischen Angelegenheiten kümmern wir uns nach der Abwesenheit wieder darum. Somit vermeiden wir zu häufige Übergaben. AF: Die Kundenreaktionen waren und sind durchaus positiv. MH: Sehr gut und positiv. UBS wird als fortschrittliche Bank wahrgenommen. Auch viele Kundinnen und Kunden würden so ein Modell gerne auch bei sich an der Arbeit umsetzen. SM: Wir erhielten das Feedback, dass es bisher keine andere Bank in der Schweiz geschafft hat, ihre dreissig- bis vierzigjährigen Mitarbeiterinnen durch Mutterschaft nicht zu verlieren. Was waren die grössten Highlights bis heute? LS: Während meines Mutterschaftsurlaubs habe ich viele positive Reaktionen von Freunden und Bekannten über dieses Arbeitsmodell erhalten. Es ist schön zu hören, dass es sich positiv auf die Reputation der UBS auswirkt. Ein weiteres Highlight ist die Reaktion der Mitarbeitenden, die zuerst skeptisch, dann aber durchaus positiv waren. Bei Bewerbungsgesprächen haben wir auch schon damit punkten können, dass wir ein etwas anderes Führungsmodell verfolgen. AF: Dass wir ein starkes Team aufbauen, innerhalb kurzer Zeit mehrere Mitarbeitende weiterentwickeln konnten und unsere Geschäftsstelle sehr erfolgreich unterwegs ist. MH: Weiterführung des Job-Sharings zum Top-Sharing. Wir haben innerhalb von vier Jahren die GS gemeinsam wieder nach vorne gebracht. Gleichzeitig durften wir unser Modell in der Geschäftsleitung vorstellen. Wir sind Vorbild für viele andere Mitarbeitende. Durch dieses funktionierende Modell wurde am Marktplatz ein zweites Top-Sharing Modell eingesetzt, weitere werden folgen. SM: Für UBS Switzerland AG und auch die Bankiervereinigung in Basel sind wir die Gesichter für ein etabliertes modernes Role-Model. Mein weiteres Highlight ist, dass wir die Erfolgsgeschichte mit vier Jahren Top-Sharing nach sieben Jahren Job-Sharing weiterschreiben. Unser Vorbild hat Früchte getragen. Seit letztem Jahr ist die Filiale am Marktplatz in der Region Basel und eine weitere Filiale in der Zentralschweiz mit zwei Frauen besetzt. Unser Vorgesetzter ist begeistert und würde noch mehr als die beiden Modelle fördern. Was sind die Vorteile dieses Modells? LS: Eine gesunde Work-Life-Balance bei einem Job mit viel Verantwortung. Das geht nur, weil während der eigenen Abwesenheit meine Kollegin dort weiterarbeitet, wo ich aufgehört habe. Somit kann ich während meinen freien Tagen gut abschalten. Wir haben untereinander einen sehr guten Austausch, können grössere Entscheidungen gemeinsam besprechen und alles teilen. Wir teilen Erfolge wie auch Misserfolge und sind nicht alleine. Die Möglichkeit, eine Geschäftsstelle zu führen und gleichzeitig das Familienleben zu geniessen. AF: Work-Life-Balance, Unterstützung und ein produktiver Austausch mit der Co-Leiterin, gegenseitige Stellvertretung. MH: Vorteile sind die Vereinbarkeit von Karriere/Führung und Familie. Wir «bleiben» dran, es gibt keine grösseren Pausen im Berufsleben. Das Team profitiert ausserdem von langjährigen Erfahrungen in diversen Bereichen, da viel Fachwissen vorhanden ist. Arbeitsaufteilung und natürlich eine bessere Work-Life-Balance kommen hinzu. SM: Der Entscheid, Kinder oder Karriere, muss nicht mehr gefällt werden. Wir lösen damit langfristig das Problem der Altersvorsorge in der Schweiz, da wir mehr erwerbstätige Mütter und mehr Kinder haben werden. Keine Burnouts: Zwei sind immer stärker als eine/einer und werden immer mehr leisten können. Komplexe, schwierige Entscheide werden viel schneller gefällt, da sie kontrovers diskutiert werden. Eine anspruchsvolle Führungsaufgabe ist neben einem weiteren Traum möglich. Sei dieser Traum die Gründung einer Familie oder eine berufliche Weiterbildung. Können Sie dieses Modell weiterempfehlen und wenn ja, wem? LS: Auf jeden Fall! Ich kann es grundsätzlich allen in der Führung, die eine Teilzeitarbeit anstreben und dafür offen sind, weiterempfehlen. Ich denke, bei neuen Führungspersonen ist es erfolgreicher als bei erfahrenen. Neue Führungspersonen können vom Austausch stark profitieren. Erfahrene haben eventuell Mühe damit, Verantwortung abzugeben und Entscheidungen mitzutragen, die sie nicht selber gefällt haben. AF: Absolut. Jedem, der wegen seiner Work-Life-Balance im Teilzeitpensum arbeiten und (trotzdem) Führungsaufgaben wahrnehmen möchte. MH: Auf jeden Fall. Jede oder jeder, der zum Beispiel in einer Weiter- oder Ausbildung steht oder sich auch Zeit für die Familie nehmen will. Ich stelle mir solche Modelle vor, nicht nur zwischen Frauen, sondern auch zwischen einer Frau und einem Mann oder ganz fortschrittlich zwischen zwei Männern. SM: Ja, allen, die aufgrund Familie oder Weiterbildung nicht auf eine Karriere in der Führung verzichten möchten. Es ist nicht nur ein Modell für Frauen. Ich kann mir auch zwei Männer oder ein gemischtes Führungsteam vorstellen. Je unterschiedlicher die Kandidaten sind, desto besser. Für dieses Modell entscheidend sind schliesslich offene Vorgesetzte. Der Spagat zwischen Familie und Beruf ist nicht immer leicht. Wie gelingt er Ihnen? LS: Es kommt immer wieder vor, dass ich auch an den freien Tagen sporadisch arbeite. Das ist für mich in Ordnung und die Extrameile gehört in einer Führungsposition auch dazu. Trotzdem versuche ich, dies nicht zur Regelmässigkeit zu machen. Ich kann privat gut abschalten und die Zeit mit meiner Familie geniessen. Das gelingt mir, weil ich meiner Stellenpartnerin gänzlich vertraue. AF: Gute Organisation und Flexibilität. Offene Kommunikation, beruflich wie auch privat. MH: Mit einer guten Organisation. Die Familie steht voll und ganz dahinter und ist auch stolz, dass wir ein solches Modell fahren dürfen. Sie kennen dies bereits vom Job-Sharing her. Für meine Mädchen ist es selbstverständlich, dass die Mutter arbeitet und wir uns zu Hause gegenseitig unterstützen. Es ist ganz normal und dieses Modell wird gar nicht infrage gestellt. SM: Ich glaube an mein Ziel. Ich bin gut organisiert, es braucht aber viel Kraft, Ausdauer und Geduld. Meine Familie ist stolz, dass ich meine Ambitionen verfolge und meinen Traum lebe. Ich bin ein Vorbild für meine Töchter und meine Söhne. Alle stehen hinter mir und unterstützen mich, ohne sie und ihre Mithilfe wäre der Spagat nicht möglich. Die Kinder sind schneller selbständig geworden und stolz, dass sie oft die Einzigen in ihrer Klasse sind, die einige Gerichte kochen können oder wissen, wie man die Wasch- oder Geschirrspülmaschine bedient. Das gibt ihnen Selbstsicherheit und macht sie stärker für ihre eigene Zukunft.












