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  • HAUTE COUTURE IN BASEL

    Pia Koller, Inhaberin von Atelier Floesser in Basel, beherrscht als einzige Schneiderin der Schweiz das alte Handwerk des Plissierens. Pia Koller bei der Arbeit in ihrem Atelier Floesser in Basel. Text: Andrea Elmiger Couture-Kunst und insbesondere Plissees haben es der gelernten Kindergärtnerin und Schneiderin angetan. In ihrem Atelier Floesser an der Inneren Margarethenstrasse in Basel arbeiten Pia Koller und ihr Team an aufwendigen Mode-Kreationen für unvergessliche Auftritte. Im Jahr 1999 verschlug es Pia Koller zum Couture-Atelier von Pierre Floesser. Vier Jahre später erwarb sie von ihm das 1956 gegründete, traditionsreiche Geschäft, das sie nun seit bald 20 Jahren im Sinne seines Gründers weiterführt, mit den von ihm übernommenen Werten und den hohen Ansprüchen an die Couture-Kunst. Handgefertigte Plissees sind Pia Kollers Markenzeichen. Unter Plissieren versteht man die Fixierung von Falten mittels Druck, Temperatur und Wasserdampf. Pia Koller beherrscht dieses alte Handwerk als einzige Schneiderin der Schweiz. Dank ihrem Können verleiht sie den Kollektionen einen ganz speziellen Touch. Plissierte Stoffe werden beispielsweise zu Kleidern, Jupes oder Hosen oder als Blickfang an Ärmeln verarbeitet. Sie sind in jedem Fall Unikate und ein Hingucker in jedem Kleiderschrank. Das Plissieren – heute und früher Schon vor über 2500 Jahren plissierten die Ägypter die Gewänder der vornehmen Herrschaften. Sie befeuchteten den Stoff, legten ihn gefältelt auf eine glatte Steinplatte und belegten ihn mit einer zweiten, dunklen Platte, die sich durch Sonneneinstrahlung erhitzte. So wurden die Falten fixiert. Im Mittelalter verwendete man das Stäbchen-Plissee. Ein Holzstäbchen gab das Faltenmass vor, die Falten wurden mit Weizenmehl oder Wurzelsud fixiert. Im 18. Jahrhundert arbeitete man zunehmend mit erhitzten Zangen und Eisen und verlängerte die Haltbarkeit der Falten durch Wachs. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden Pappschablonen eingesetzt, die anfangs allerdings fast unerschwinglich teuer waren und zudem oft ersetzt werden mussten, da sie in der Feuchtigkeit litten. Auch Pia Koller benutzt Kartonschablonen, denn diesem modernen Pappmaterial setzt Nässe wenig zu, ist gut falzbar, bruchfest und dampfdurchlässig. Als Erstes wird ein altes Leintuch auf den grossen Arbeitstisch gespannt. Die untere Schablone wird in ihrer ganzen Länge ausgezogen und am Tischrand festgeklemmt. Darauf wird der Stoff exakt im rechten Winkel gelegt. Schiebebretter, beschwert mit Gewichten, sorgen dafür, dass nichts verrutscht. Danach werden die vorgegebenen Falten zusammengeschoben. Nun muss die Temperatur auf 100 Grad steigen. Nach einer guten halben Stunde wird der Ventilator angestellt, der den Stoff über Nacht trocknen lässt. Bei Pia Koller wird ohne chemische Zusätze und nur mit Wasser fixiert. Zur Plissierung eignen sich alle Stoffe ausser Viskose, aber wirklich dauerhaft halten die Falten nur in Stoffen aus Kunstfasern. Naturfaser-Plissee darf in keinem Fall nass werden, da es sonst die Form verliert. Nachhaltigkeit und Kundennähe Mit eigenen Händen etwas Schönes zu kreieren und zu erarbeiten faszinierte die Inhaberin schon immer. Die Gespräche mit ihren Kundinnen sind für sie mindestens so spannend wie das Umsetzen des Nähauftrags. Die leidenschaftliche Schneiderin hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten zahlreiche Stammkundinnen gewinnen können. Das sind Frauen aus der ganzen Schweiz, die es schwierig finden, von der Stange etwas Passendes für sich zu finden. Auch Damen in fortgeschrittenem Alter, die sich schön und besonders kleiden möchten, gehören zu ihrem Kundenkreis. Im Frühjahr und im Herbst werden die neuen Kollektionen, die Pia Koller und ihr Team geschneidert haben, in Mode-schauen präsentiert. Wünscht sich eine Kundin ein Modell aus der Modeschau, kann es individuell für sie angepasst werden. Die Schauen finden in ganz persönlichem Rahmen im eigenen Atelier und in der Trotte Arlesheim statt und stehen stets unter einem bestimmten Motto. Für den geeigneten Rahmen ihrer Modeschauen sucht Pia Koller immer wieder nach kreativen Ideen. Innovation statt Imitation heisst die Devise. Nebst der Präsentation ihrer Modelle ermöglicht sie den Besucherinnen und Besuchern beispielsweise Einblicke in Handwerks-berufe. Dazu lädt sie entsprechende Berufsleute ein, die über ihre Tätigkeiten berichten. Foto: Uta Grütter Die Modeschöpferin legt nicht nur grossen Wert auf perfekte Schneiderinnenarbeit, sondern auch auf Qualitätsstoffe und Nachhaltigkeit. Sie bietet darum handgewobene Stoffe von ihr persönlich bekannten Weberinnen an, führt Stickbordüren und Stoffe von Schweizer Herstellern und kauft persönlich in Mailand, Avignon und Paris Stoffe ein, um sie ihren Kun- dinnen exklusiv anzubieten. Dabei ist ihr wichtig, Stoffe nicht in grösseren Mengen einzukaufen, denn jeder Stoff soll exklusiv erhältlich sein und nicht für mehrere Kleidungsstücke verwendet werden. Falls nach einiger Zeit ein Modell seiner Trägerin nicht mehr passt, wird es von Pia Koller abgeändert und modernisiert. So erhält das jeweilige Lieblingsstück ein zweites Leben. Die Inspirationen des Lebens Pia Kollers Inspirationen stammen von ihren Erlebnissen. Sei es von Begegnungen, besonderen Worten, von Gesehenem auf der Strasse oder im Wald oder von einer Lektüre. Ideen kommen ihr vor dem Einschlafen, beim Aufwachen oder unter der Dusche. Bis aus Ideen Neukreationen werden, darf Zeit verstreichen, nach dem Motto «gut Ding will Weile haben». Soll eine Idee umgesetzt werden, geht nicht immer alles gradlinig. Oft muss sie verworfen werden, weil die Umsetzung sich als nicht zufriedenstellend herausstellt. Das muss ausgehalten werden können. Die Geschäftsinhaberin schätzt in ihrer Selbstständigkeit, dass sie alleine die Verantwortung für alles, was in ihrem Atelier geschieht, trägt: Modellentwerfen und Schnittmusterzeichnen, Zuschneiden und Nähen, Ausbildung ihrer Lernenden, Buchhaltung sowie administrative Aufgaben. Alle Fäden laufen bei ihr zusammen, was spannend und reizvoll und in der heutigen Zeit eher selten geworden ist. Fürs Selbernähen bleibt da wenig Zeit. Hingegen zeichnet Pia Koller sämtliche Schnittmuster genau auf das Mass ihrer Kundinnen selbst und bildet sich seit vielen Jahren auf diesem Gebiet weiter. Auch Pierre Floesser, der nun in Schweden lebt, schaut hin und wieder bei Pia Koller im Atelier vorbei – eine gute Gelegenheit, um sich, wenn nötig, den einen oder anderen Rat vom Altmeister zu holen. Fotos: Facebook Atelier Floesser Informationen über Modeschauen und Events von Atelier Floesser finden Sie hier.

  • ICH BAU MIR EIN HAUS AUS HOLZ

    Herbstzeit ist auch Bastelzeit: Wir zeigen, wie man kinderleicht ein Spielhaus bauen kann. Text: Andrea Elmiger Auch Puppen und andere Spielfiguren mögen es häuslich. Bei uns sind es zurzeit Playmobil-Figuren, die hoch im Kurs stehen. Nicht zuletzt wegen der charmanten Youtube-Serie mit der bodenständigen Familie Hauser. Mutter Nicole, Vater Michael und die Töchter Anna und Lena erleben lustige Alltagsgeschichten, die jeder Familie so hätten passieren können. Ob Zoff in der Schule, ein Bummel auf dem Markt oder ein Besuch beim Zahnarzt, auf eine liebevolle Inszenierung wird grosser Wert gelegt. Und auch die schönen Details wie selbstgemachte Dekoration und Möbel machen die Sendung zu einem grossen Erfolg. Es muss eben nicht immer das Teuerste sein. Wieso sollten wir den kleinen Plastikmännchen also nicht auch ihr Haus selbst bauen? Kostensparend, individuell und leicht nachzubauen. Anleitung Spielhaus 1 2 3 4 5 6 1 Sperrholz- und Spanplatten aus dem Baumarkt mit einer Handsäge in folgende Bauteile schneiden: Masse (HxB): Erd- und Obergeschoss (Sperrholzplatten) > je 30x100 cm, Seitenwände (Sperrholzplatten) > je 30x23 cm, Trennwände (Sperrholzplatten) > je 23x23 cm, Rückseite (Spanplatte) > 45x100 cm, Dachplatten (Spanplatten) > je 30x30 cm, Trennwand (Spanplatte) > 23 x 23 cm. Kanten mit Schliffpapier glätten. 2 Löc h er bohren und das Erdgeschoss mit dem Obergeschoss und den Seiten- und Trennwänden verschrauben. 3 und 4 Die Rü ckseite mit Schrauben montieren. Danach kleine Holzklötze wie abgebildet von innen mithilfe einer Heissleim-Klebepistole auf die Rückseite kleben. Diese dienen als Stütze für die Dächer, die gemeinsam mit der Trennwand ebenfalls angeklebt werden. 5 Ein Terrass e ngeländer und eine Treppe sorgen für einen Blickfang. Hierzu klebt man mit der Klebepistole Holzspachtel (Glacestängel) der Reihe nach auf die obere Kante des Obergeschosses. Die Treppe besteht aus einem Fächer aus gekürzten Holzspachteln, die wie eine Handharmonika Kante auf Kante geklebt werden. Wenn man möchte, kann man kleine Holzklötze als Zwischenstopp (und, um eine Kurve elegant zu umgehen) ankleben und diese ev. mit Filz verkleiden. 6 Zum Schluss das Ha u s je nach Wunsch bemalen. Anleitung Spielmöbel Sessel 1 2 3 4 5 6 1 Eine Eierschachtel nehmen und in Form des gewünschten Sessels schneiden. Dafür nutzt man die praktischen Einbuchtungen der Schachtel (Sitzfläche). Eine Playmobil-Figur hineinsetzen, um die richtige Grösse zu definieren. 2 und 3 Die Form ausschneiden und mit einem Moosgummi in gleicher Grösse beidseitig mit Heissleim bekleben. Einen längeren Streifen Moosgummi zusätzlich an den Rand kleben. 4 Einen langen Holzspiess in vier kurze, gleichlange Teile brechen und sie mit Heissleim unter den Sitz kleben. Diese dienen als Sesselbeine. Damit der Sessel nicht kippt, müssen die Beine weit auseinander geklebt werden. 5 und 6 Den fertigen Sessel ausprobieren und geniessen. Sofa 1 2 3 4 5 1 Einen alten Kissenbezug oder einen ähnlichen rauen Stoff nehmen und in sechs Teile schneiden: zwei grössere dienen später als Sitzfläche und Rückenlehne. Zwei als Sitzkissen und zwei als Armlehnen. 2 und 3 Nun werden die sechs Elemente aus Karton zugeschnitten und mit dem Stoff beklebt. 4 Um die Übergänge schöner zu gestalten, klebt man Moosgummi in passender Farbe auf die Armlehnen. 5 Einen Holzspiess in vier kurze, gleichlange Teile brechen und sie mit Heissleim unter den Sitz kleben. Diese dienen als Sofabeine. Stehlampe 1 2 3 4 1 Einen kurvigen Plastikstrohhalm so zuschneiden, dass man eine gebogene Form erhält. Dieser wird zum Lampenständer. 2 Einen dünnen Schnur durch das Rohr führen. 3 Ein Loch in ein Zahnpasta-Deckel bohren und die Schnur durchziehen und verknoten . 4 Die Schnur unten festziehen, abschneiden und verknoten. Den Ständer mit Heissleim auf eine etwas grössere Holzscheibe kleben. Beistelltisch/Nachttisch 1 2 3 1 Selbstklebende Möbelpuffer/Möbelgleiter aus Moosgummi oder Filz auf eine passende Holzscheibe kleben. 2 Aus einem Holzspiess vier gleich grosse Stuhlbeine schneiden und diese mithilfe von Heissleim unten ankleben. 3 Fertig ist das Tischlein. Sternteppich 1 2 3 1 Aus einem weissen Filz-Zuschnitt einen schönen Kreis schneiden. Darauf einen Stern zeichnen und ebenso ausschneiden. 2 Danach ein Blatt Moosgummi in gleiche Grösse schneiden. 3 Moosgummi und Filzkreis verkleben – fertig ist der Teppich. (Hoch-)Bett 1 2 3 1 Eine Sperrholzplatte mit einer Handsäge in die richtige Grösse schneiden. 2 Mit Holzspachteln (Glacestengel) die drei Seiten des Bettes umranden und mit Heissleim ankleben. Die Füsse des Bettes werden ebenso aus Holzspachteln gebastelt. Als Matratze dient ein Filz-Zuschnitt. 3 Wenn man sich für ein Hochbett entscheidet, kann man aus Holzspiessen noch zusätzlich eine Leiter bauen.

  • DIESE FRAU MACHT DIE OBERWILERINNEN SCHÖN

    Das Atelier von Petra Fuchs ist die Adresse für anspruchsvolle Damen. Seit sechs Jahren kleidet die gebürtige Bayerin dort ihre Kundinnen mit grosser Professionalität ein. Die gelernte Damenschneiderin kennt und liebt man für ihre präzise, kreative und extravagante Mode. Von Andrea Elmiger Schon sehr früh bemerkte Petra Fuchs ihre Passion für Mode. Schon mit 13 Jahren hat sie ihre eigenen Blusen und Hosen genäht, weil sie so gross und dünn war, dass ihr die Kleider von der Stange nicht passten. Anfang der 90er-Jahre nähte sie bereits für andere. Inspiriert von der Musikszene der 70er- und 80er-Jahre wie Boney M. oder Madonna, von dem Künstler Jeff Koons mit seinen speziellen Skulpturen oder von Modedesignern wie Versace und Mugler kreierte sie ihren eigenen Stil. Ihre Mode konnte nicht bunt und ausgefallen genug sein. Bald wurden ihre mit Motiven bestickten Lederjacken zu ihrem Markenzeichen. «Einmal ging ich mit einer meiner Kreationen in den Ausgang und prompt verkaufte ich sie in einer Disco. Für diese Lederjacke erhielt ich 500 Deutsche Mark. Das war ein grosser Betrag damals.» Nach ihrer Ausbildung als Schneiderin und Einzelhandelskauffrau Textil arbeitete Petra Fuchs erst im Detail-, später im Grosshandel für hochwertige Herrenbekleidung und als Inneneinrichterin bei einem angesehenen Möbelhaus in Deutschland. 2013 zügelte sie in die Schweiz, und hat dann in Oberwil einen Innendekorations- laden übernommen. Schon bald kristallisierte sich heraus, dass der Fokus auf der Anfertigung von Einzelstücken liegen wird. Immer mehr Frauen wollten von ihr beraten werden und bestellten ihre massgeschneiderten Kleider bei ihr. Dabei spielen hochwertige Materialien eine grosse Rolle. Denn Petra Fuchs liebt Stoffe. Sie sind ihre Leidenschaft und beflügeln ihre Kreativität. Deshalb arbeitet sie mit Stoffen der Topdesigner Burberry, Cavalli, Chanel, Dior, Dolce Gabbana, Gucci, Hermes, Louis Vuitton und Versace. Diese sucht sie persönlich auf ihren Reisen aus, so auch Anfang des Jahres in Johannesburg in Südafrika. Sie lässt sich inspirieren von anderen Ländern und Kulturen. «Dort in einem Café zu sitzen und die Menschen rundherum zu beobachten, ist grossartig. In Südafrika beispielsweise tragen Frauen ihre Kleidung mit Würde und Körperspannung. Sie schreiten mit so einer Anmut und Eleganz durch die Strassen, dass es Spass macht, ihnen zuzuschauen. Ich mag es grundsätzlich, wenn eine Frau zu sich steht und ihre Femininität zeigt», schwärmt Petra Fuchs. Dieses selbstbewusste Bild der Frau möchte die Wahl-Oberwilerin weitergeben «Die Social-Media-Kanäle machen es nicht einfacher, sondern wecken durch bearbeitete Bilder unrealistische Erwartungen», ist sich Petra Fuchs sicher. Besonders jungen Frauen fällt es schwer, ihre Weiblichkeit und Aussehen anzunehmen. Aber eine Frau jeden Alters, die sich liebt, wie sie ist, sich mit ihren Fehlerchen annimmt, strahlt und wirkt wunderschön.» Eine ehrliche Beratung ist für Petra Fuchs umso wichtiger. Sie möchte, dass jedes Kleid perfekt zur und für die Kundin passt. Stoff, Farbe, Schnitt – alles wird auf die Trägerin optimal abgestimmt. Dafür nimmt sie sich viel Zeit. Ein Erstgespräch dauert eine gute Stunde. Dabei werden die Farbe(n) und Silhouette besprochen. Es ist immer von Vorteil, wenn die Kundin Bilder, Zeichnungen von ihrem Wunschkleid mitnimmt. Petra Fuchs entwirft nicht nur Neuanfertigungen, sie verwandelt mit geschmackvollen Anpassungen auch ältere Outfits in moderne Kleider. Auf diese Weise haucht sie älteren Designerkleidern, denen es an Chic fehlt, neues Leben ein. Raum für Entfaltung und für die Erfüllung der individuellen Wünsche ihrer Kundinnen hat sie genug. Ihr Atelier ist stattliche 200 Quadratmeter gross und verfügt über eine Nähwerkstatt, ein Besprechungszimmer und einen grosszügigen Umkleideraum. Gerade in der aktuellen Zeit sollte Frau sich etwas gönnen — wahrscheinlich gibt es 2020 keine grossen Weihnachtsfeiern. Trotzdem findet Petra Fuchs es wichtig, die Festtage stilvoll zu zelebrieren im kleineren Kreise mit allem, was dazu gehört. Es motiviert und stärkt uns gerade jetzt, wenn wir uns nicht gehen lassen. Dieses Jahr ist die Abendmode opulent wie schon lange nicht mehr, glitzernde Brokate, Stickereien und edelste Materialien in leuchtenden Farben. Petra Fuchs bietet zu ihren massgefertigten Outfits natürlich Community-Masken aus dem gleichen Stoff an. Petra Fuchs Couture Abendgarderobe, Einzelanfertigung, Haute Couture Mühlegasse 4, Oberwil www.petrafuchs.ch

  • BASLER SEIFEN RETTEN LEBEN

    Die Non-Profit-Organisation SapoCycle verwandelt gebrauchte Hotelseifen in lebensrettende Produkte. Text: Andrea Elmiger Die Seife spielt seit jeher eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Denn Händewaschen mit Seife ist ein einfacher, effektiver und erschwinglicher Schutz, der Infektionen vorbeugt und Leben rettet. Leben u. a. von Kindern, die an weitgehend vermeidbaren Krankheiten wie Lungenentzündung und Durchfall sterben müssen. Es betrifft jedes Jahr 1,4 Millionen Kinder weltweit. Gleichzeitig werden täglich rund um den Globus Millionen gebrauchter Hotelseifen weggeworfen. Qualitativ hochstehende Produkte, die nach kurzem Gebrauch auf Deponien geworfen werden, was zunehmend ein Umweltproblem darstellt. Diesen Missstand wollte die Baslerin Dorothée Schiesser nicht hinnehmen und gründete 2014 SapoCycle. Die Non-Profit-Organisation sammelt und recycelt gebrauchte Hotelseifen und verteilt sie an Bedürftige in Ländern wie u. a. Weissrussland, Kamerun, Kroatien, Griechenland (Flüchtlingslager), Bulgarien, Syrien, Madagaskar, Frankreich und der Schweiz. Bisher wurden stolze 21 500 Kilo gebrauchte Seifen weiterverarbeitet. Für das Recycling der Seifen arbeitet SapoCycle mit Wohnwe rk in Ba sel und Adapei Papillons Blancs im El sass zusammen. Zwei Institutionen, die Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigung bieten. Sie sind verantwortlich für das Häckseln, Zerkleinern und die Aufbereitung von gebrauchten Seifen in neue hygienische Seifenstangen unter einer strengen bakteriologischen Kontrolle. Die erste Verteilung von recycelten Seifen fand im Februar 2016 in Kamerun und Weissrussland statt. «Das war ein grosser Moment für mich und mein Team. Wir haben spontan ein kleines Fest im Wohnwerk organisiert, um gemeinsam mit allen Beteiligten zu feiern», erzählt Dorothée Schiesser. Zu Kamerun hat die Politikwissenschaftlerin einen persönlichen Bezug. In den rund zwei Jahren, in denen sie mit ihrem Mann in dem zentralafrikanischen Land lebte, wurde sie für Krankheiten im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene sensibilisiert. Die drei Säulen des SapoCycle-Programms Umwelt Seifen-Recycling schont Ressourcen und Umwelt gleichermassen. Laut einer Studie der FHNW aus dem Jahr 2016 reduziert es den CO2-Ausstoss um 90 % im Vergleich zur Verbrennung als Abfall. Soziale Integration Menschen mit Behinderungen finden in den Recycling-Werkstätten in Basel und Illzach (Frankreich) einen sicheren Arbeitsort und einen legitimen Platz in der Wirtschaft. Humanitäre Wirkung SapoCycle erleichtert bedürftigen Familien in Europa und anderen Teilen der Welt den Zugang zu Seife und hilft ihnen so ihre Gesundheit zu verbessern. Diese humanitäre Arbeit wäre ohne die vielen Beteiligten nicht möglich. Das Programm «Bubbles Saving Lives» basiert auf dem effektiven Beitrag zahlreicher Partner bei jedem Schritt des Prozesses. 234 Hotels, zwei Recyclingwerkstätten, ein Logistikpartner in der Schweiz und eine Reihe von Spendern, Unterstützern, Sponsoren und Freiwilligen gehören dazu. SapoCycle liefert nicht nur ins Ausland. Vor Kurzem gingen 500 der recycelten Seifen an die Organisation Soup&Chill mit Sitz in Basel. Diese bietet täglich 100 Obdachlosen eine kalte Mahlzeit zum Mitnehmen (Brot, Obst, Getränke und Suppe). In jede Take-away-Box kommt nun auch eine Seife hinein. Auf diese Weise hilft SapoCycle Menschen in prekären Verhältnissen rund um Basel im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Weitere Informationen finden Sie hier. Foto ganz oben: Mädchen aus Kamerun mit den recycelten Seifen von SapoCycle Fotos links und Mitte: Gründerin Dorothée Schiesser und die Seifen von SapoCycle Foto rechts: Gute Stimmung im Wohnwerk in Basel: Ein Mitarbeiter beim Seifenrecycling. (Alle Fotos zVg. SapoCycle)

  • POLIZISTIN AUS LEIDENSCHAFT

    Jehona Kasas Herz schlägt für Gerechtigkeit. Seit sie denken kann, wollte sie einen Beruf ausüben, der mit dem Gesetz zu tun hat. Heute ist sie Polizeibeamtin in Basel-Stadt. Von Rea Elmiger Ursprünglich wollte sie Jura studieren, doch dann sah sie ein Inserat über die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. Nun arbeitet die 31-Jährige seit elf Jahren als Polizeibeamtin und hat noch keinen einzigen Tag bereut. «Vielleicht liegt es auch daran, dass kein Tag dem anderen gleicht. Du weisst nie, was dich erwartet», erzählt die Baslerin. Aufgrund des Schichtsystems sind auch die Arbeitszeiten unterschiedlich. Konstant ist nur der Ablauf der Vorbereitungen nach Ankunft in der Polizeiwache. Als Erstes zieht Jehona Kasa ihre Uniform an und holt ihren Waffengurt, der aus Sicherheits- gründen in einer abgeschlossenen Schublade aufbewahrt wird. Danach überprüft sie den Ladezustand ihrer Waffe in einer dafür speziell eingerichteten Stelle. Vor jedem Dienstantritt wechselt sie zudem den Akku ihres Funkgerätes und ihrer Taschenlam- pe. Sobald Jehona Kasa ausgerüstet ist, begrüsst sie ihren Vorgesetzten und alle wei- teren Kolleginnen und Kollegen mittels Händeschütteln. (Wegen Covid-19 fällt dieses Ritual momentan weg.) «Das bedeutet für den aktuellen Tag: ‹Ich gebe mein Leben in deine Hände›», so Jehona Kasa. «Vertrauen ist das A und O. Vor Dienstbeginn weiss man nicht, wer einem später als Partner zugeteilt wird.» Bei der Schichtübergabe verkündet der Vorgesetzte wichtige Informationen wie aktuelle Veranstaltungen, Aufträge, Strassen-Sperrungen aufgrund einer Baustelle oder Hinweise zu bestimmten Personen. Es gibt aber auch Tage, an denen schon vor dem Dienstantritt beinahe alle Mitarbeiter an Requisitionen (Untersuchungen) ausrücken müssen und dieser Übergaberapport deshalb nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden kann. Einer der Mitarbeiter erstellt jeweils den Dienstplan, wonach entweder eine Doppelpatrouille oder eine Dreier-Patrouille pro Dienstfahrzeug eingeteilt wird. Meistens sind Polizisten den ganzen Tag oder die ganze Nacht mit derselben Person bzw. denselben Personen unterwegs. Wer sozusagen «frei auf Fahrt» ist, kann selbstständig Aktionen wie eine Verkehrs-/ oder Personenkontrolle durchführen. Diese Polizisten stehen der Einsatzzentrale, die die Fahrzeuge mithilfe von GPS auf ihren Bildschirmen nachverfolgen kann, jederzeit zur Verfügung. Wenn ein Anruf über die Notrufnummern 117 oder 112 eingeht, wird je nach Einsatzort das jeweilige Fahrzeug, das sich am nächsten befindet, an diesen Einsatz geschickt. Es kann eine Meldung von einem falsch parkierten Fahrzeug bis hin zu einem Gewaltdelikt sein. «So kommt es immer wieder vor, dass man in ein grös- seres Ereignis involviert ist und somit nie sicher, ob man pünktlich nach Hause gehen kann», erzählt die Mutter von zwei Kindern. "Man kommt auch mal an seine Grenzen." Heute ist der gebürtigen Albanerin vieles Routine. Dennoch komme sie manchmal an ihre Grenzen, sagt sie. So beispielsweise während ihrer Ausbildung, als sie mit einer Patrouille mitfahren durfte, die zu einem Suizid gerufen war. «Ich hatte zuvor erst einen Toten in meinem Leben gesehen. Dieswar eine ältere Person, die eines natürlichen Todes starb», so Jehona Kasa. «Kaum am Einsatzort angekommen, erwartete uns ein weinender, total aufge- löster Mann. Dieser führte uns in seine Wohnung, wo er uns seinen toten Sohn zeigte. Wie sich herausstellte, hatte sich dieser, während sein Vater im Zimmer nebenan geschlafen hat, mit einer Pistole erschossen. So etwas lässt einen lange nicht los.» Freude und Leid gehörten zum Job dazu, meint Jehona Kasa. Als Polizistin sei man überall dort anwesend, wo Menschen leben, lachen und weinen. Um diesen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Beruf ausüben zu können, muss man einen starken Charakter, einen wachen Geist und Menschenkenntnis haben. Wichtig sei aber auch ein guter Sinn für Humor. «Dies erleichtert so manche Situationen», sagt Jehona Kasa und lächelt.

  • CONNIE RADAVERO ZEIGT UNS IHR BASEL

    Mit ihren Geheimtipps begeistert die Argentinierin und Bloggerin sogar die Einheimischen. Von Rea Elmiger Sie ist Journalistin, Influencerin und Mutter von drei Söhnen. Connie Radavero lebt seit bald zehn Jahren in Basel und ist immer noch so verliebt in ihr neues Zuhause wie zu Beginn. Als neugierige Person streckt sie ihre Fühler stets nach neuen Entdeckungen aus. Sie recherchiert und schreibt leidenschaftlich gerne. Seit zwei Jahren teilt sie ihre Erlebnisse mit einer eingeschworenen Gemeinschaft in den sozialen Medien. In ihrem Blog @baseloutandabout gibt sie ihren Followern – mehrheitlich aus der Expat-Community – Tipps, wie sie sich in Basel zurechtfinden können. Sie berichtet über spannende Lokalitäten, kulturelle Ereignisse und Events und bringt ihren Leserinnen und Lesern die typischen Basler Eigenheiten und Bräuche wie die Fasnacht näher. «Ich sehe mich als Brückenbauerin zwischen Zugezogenen und Lokals», sagt Connie Radavero. Ihre urbanen Entdeckungen versetzen jedoch nicht selten auch Letztere ins Staunen. Die ehrgeizige Argentinierin stammt aus Buenos Aires. Bereits als Kind sprach sie drei Sprachen: Eng- lisch, Französisch und ihre Muttersprache Spanisch. Nachdem sie einige Jahre in lokalen Radio- und Fernsehsendern gearbeitet hatte, reiste sie in die USA, um in der CNN-Zentrale in Atlanta erste internationale Berufserfahrungen zu sammeln. Zurück aus den USA war sie weiterhin als Nachrichtenproduzentin für CNN in Buenos Aires tätig. Einige Jahre später verliess sie Argentinien wieder, um am Institut d’études politiques in Paris ein Master in Geschichte zu absolvieren. 2007 zog Connie Radavero gemeinsam mit ihrem Mann nach New York, wo sie vier Jahre lang lebten. Dort setzte sie ihre Karriere als Nachrichtenproduzentin fort. In Manhattan wurde sie zudem Mutter von zwei Jungen. Von da an übte sie den Spagat zwischen Familie und Beruf. 2011 zog Connie Radavero mit ihrer Familie wegen einem Jobangebot ihres Mannes von New York nach Basel. Zum ersten Mal in ihrem Leben stand die Kosmopolitin vor verschlossenen Türen. «Es war befremdend, in ein Land zu ziehen, dessen Sprache ich nicht verstand», sagt Connie Radavero. Die Begegnungen mit den Einheimischen gestalteten sich zwar freundlich, aber auch entsprechend harzig. Grund genug, um einen intensiven Sprachkurs zu beginnen. Durch das Deutschlernen machte sie sich mit Basel und seiner Kultur immer mehr vertraut. Dennoch fand sie keine Arbeit im Medienbereich. «Bei den lokalen Sendern war Schweizerdeutsch Voraussetzung für eine Anstellung», erzählt Connie Radavero. Die Neugier konnte ihr jedoch niemand nehmen. Als sie anfing, die Stadt am Rheinknie zu entdecken, verliebte sie sich allmählich in sie. «Das reiche kulturelle Leben mit Messen, Museen und Events, das internationale Flair sowie die Nähe zur Natur und zu den Nachbarländern faszinierten mich auf Anhieb», strahlt sie. Als Journalistin sucht Connie Radavero stets nach neuen, interessanten und skurrilen Dingen wie die Stadtpilze. Diese Jungunternehmer züchten im Basler Untergrund Gourmet-Speisepilze auf Sägemehl und Kaffeesatz für Basel und die Region. Das Start-up gewann 2016 den Innovationspreis und startet seither durch. Ob auf einem SUP auf dem Rhein, beim Picknick in den Merian Gärten oder mitten im Getümmel an der ART – Connie Radavero trifft man stets dort, wo das Leben pulsiert. Als Lieblingsorte nennt sie das Rheinufer und das St. Alban-Quartier. «Ich spaziere liebend gerne zwischen den ehrwürdigen alten Häusern. Das gibt mir ein Gefühl der Entschleuni- gung. Ich bin hier angekommen», sagt sie und lächelt zufrieden. Connie Radavero schaut gerne genau hin. Hier in einem Trommelladen in der Basler Innenstadt, zu Besuch bei den Stadtpilzen und an der Art Basel.

  • «PAINT IT EASY»: BUNT, KREATIV UND GESELLIG

    Das Atelier von Patricia und Peter ist zurzeit der hippste Treffpunkt für Hobbymaler in Basel. Rea Elmiger Der Geruch von Acryl-Farbe liegt in der Luft, man hört Kindergelächter und das Rascheln von Papier. Im Malatelier des Künstlerpaars Patricia Kaliczka und Peter Kovàcs herrscht ausgelassene Stimmung. Ein junges Mädchen zeigt mit ihren bunt bemalten Händen auf ein Bild, das vorne auf der Staffelei befestigt ist. Das ist die Vorlage, das Thema des aktuellen Kurstages. Geduldig und unterhaltsam erklärt Patricia den kleinen Künstlerinnen und Künstlern, welche Technik sie verwenden werden, wie und mit welchen Farben gemalt wird. Und diese tun es ihrer Lehrerin gleich. Im Kinderkurs «Little Brushes» darf gekleckst und experimentiert werden. Aber auch die Vermittlung von Wissen und das Erlebnis despersönlichen kreativen Ausdrucks stehen im Mittelpunkt. «Es ist uns wichtig, dass unsere Gäste sich selbst in einem Werk verwirklichen können. Auch wenn wir alle an demselben Motiv arbeiten, lässt jede(r) eine persönliche Note in sein Bild hineinfliessen», erklärt die gelernte Kunstmalerin Patricia Kaliczka. Bei «Paint It Easy» gibt es neben Kinderkursen diverse Kurse und Workshops für Erwachsene. Darunter das beliebte «Paint & Sip»-Event. Bei dieser Erlebnis-Malerei malt man in gemütlicher Runde ein bestimmtes Bild nach Vorlage und geniesst dazu ein Glas Wein oder ein Getränk nach Wunsch. Geselligkeit und die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, stehen hier im Vordergrund. Auch Geschäfts-Events wie Teambildung, Geburtstagsfeste und Polterabende können gebucht werden. Für Kunstliebhaber, die ihre Kenntnisse weiter vertiefen möchten, gibt es Blockkurse sowie Workshops zu verschiedenen Techniken, Stilen und Materialien. Das Projekt «Paint It Easy» entstand in erster Linie mit dem Gedanken, die zeitgenössische Kunst und deren Erschaffer einer grossen Anzahl von Menschen näher zu bringen. «Wir möchten Berührungsängste abbauen und auch das nicht kunstaffine Publikum ansprechen. Viele meiden Ausstellungen und Galerien, weil sie meinen, sie verstünden zu wenig von der Materie. Da sehen wir uns als Brückenbauer», sagt Peter Kovàcs. Deshalb werden auch befreundete Künstlerinnen und Künstler regelmässig eingeladen. Diese leiten Kurse und stehen den Gästen mit Rat zur Seite. Mit hilfreichen Tipps kennt sich auch Patricia Kaliczka gut aus. Die 32-Jährige studierte an der Akademie für Bildende Künste in Ungarn. Damals hielt sie sich mit mehreren Nebenjobs über Wasser. Dank diversen Stipendien und Preisen ging es dann aufwärts. Heute stehen ihre Werke in einer renommierten Galerie. 2016 traf sie ihren heutigen Freund und Partner Peter Kovàcs in einem Secondhand-Geschäft in Budapest. Sie waren sofort fasziniert voneinander, obwohl ihre Lebensläufe unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie, die ihre künstlerische Laufbahn bereits von klein auf geplant hatte, und er, der Lebenskünstler und Weltenbummler. Peter Kovàcs zog es in seinen Zwanzigerjahren in die weite Welt hinaus. Alleine mit seinem Bike bereiste er dutzende Länder rund um den Globus. Er arbeitete als Hilfsarbeiter und Strassenkünstler. So auch in Basel, wo er die Passanten mit seinen Jonglier-Künste verzauberte. Mit Patricia Kaliczka wollte er seinen grossen Traum von einem Bio-Bauernhof verwirklichen. Als Selbstversorger und Idealisten wollten sie im Norden Ungarns Veränderungen in der Landwirtschaft bewirken. Doch es kam anders. Wegen diversen bürokratischen Hürden und anderen Widrigkeiten gaben sie auf. In Basel kannte Peter Kovàcs viele Menschen, die Stadt gefiel ihm schon immer gut. So kam es, dass das Paar Anfang 2019 in die Rheinstadt zog. Mit wenig Habseligkeiten dafür mit vielen Ideen und Visionen. «Dass wir in so kurzer Zeit und trotz Corona bereits so Vieles realisiert haben, erstaunt uns immer wieder», sagt Patricia Kaliczka bescheiden. Weitere Informationen finden Sie hier. Foto: Peter Kovàcs und Patricia Kaliczka mit ihren beiden Hunden im Atelier. Fotos oben und unten links: Besucherin an einem «Paint & Sip»-Event und Erlebnis-Malerei als Teambildung. Foto oben rechts: Das geräumige Atelier an der Wallstrasse ist gemütlich und bunt eingerichtet. Foto rechts unten: Patricia Kaliczka bei der Arbeit.

  • WO TANZTRÄUME WAHR WERDEN

    Wie die Tanz- und Musicalschule Move in Arts zu einer der grössten in der Schweiz wurde. Fotos: Move in Arts, Nuccio Mastrogiacomo Von Andrea Elmiger Standing Ovations im Musicaltheater nach der Aufführung «Worum so grimmig?» anfangs September in Basel. Die über 350 Künstlerinnen und Künstler von Move in Arts nahmen das Publikum mit in die gleichermassen bezaubernde wie bedrohliche Welt der Grimm-Märchen. Der Tanz- und Musicalschule in Liestal ist eine zeitgemässe Interpretation dieser allseits bekannten Erzählungen gelungen. Entstanden sind fantasievolle Bilder und rührende Geschichten. Die aufwendigen Choreografien sind das Resultat von langem Training in Ballett, Jazz, Hip-Hop, Akrobatik, Akrodance und Breakdance. Zwölf Jahre ist es her, dass Denise Döbeli ihre eigene Tanz- und Musicalschule eröffnete. Heute, viele Musicals und Schweizermeistertitel später, ist Move in Arts eine der grössten Tanzschulen der Schweiz. Wir sprachen mit der Geschäftsführerin und Inhaberin über Erfolg, Zukunftspläne und Kindheitserinnerungen. Das Musical «Worum so grimmig?» war ein riesengrosser Erfolg. Wie bereitet man sich auf ein Grossprojekt mit mehreren Hundert Teilnehmenden vor? Die Vorbereitung beginnt jeweils mit einer ersten Idee, die lustigerweise immer bei den Aufräumarbeiten des gerade vergangenen Musicals entsteht. In unseren Köpfen herrscht nie Pause. Die Idee wird kontinuierlich weiterentwickelt, bis die Geschichte steht. Nachdem eine passende Lokalität, Sponsoren und freiwillige Mithelfer gefunden wurden, beginnen wir mit der Inszenierung. Welchen Bezug haben Sie zu Grimm-Märchen? Hatten Sie als Kind eine Lieblingsgeschichte? Ich bin mit Grimm-Märchen aufgewachsen und habe auch während meines Studiums einige Märchen analysiert. Meine Lieblingsgeschichte ist Aschenputtel. Der Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel» hat mich als Kind begeistert. Es ist nicht das erste Musical mit einem beeindruckenden Bühnenbild, aufwendigen Kostümen und Choreografien. Wer denkt sich die Geschichten aus? Die Geschichte entsteht bei unzähligen Sitzungen, an denen Mitglieder unseres Vereins und je nach Kapazität unsere Tanzlehrpersonen teilnehmen. Immer dabei sind Roman, Michèlle, Julie und ich sowie mein Verlobter Silvan, der übrigens für die lustigen Sprüche zuständig ist. Move in Arts ist längst mehr als eine Tanzschule. Viele Jugendliche verbringen den Grossteil ihrer Freizeit im Training. Sie tragen eine grosse Verantwortung. Mit den vielen Auftritten und Wettkämpfen ermöglichen wir den Kids, an einem Ziel zu arbeiten. Im Gegenzug bestehen wir darauf, dass sie diese Ziele durchziehen, auch wenn es manchmal zu Spannungen kommt. Das ist halt Jugendarbeit und gehört zu unserem Job dazu. Eine gute Mischung aus Verbindlichkeit, Menschlichkeit und Humor macht uns aus. Verlieren Sie auch manchmal den Überblick? Jeden Tag. Alles andere ist unmenschlich. Nach Liestal sind in den letzten Jahren zwei weitere Standorte in Rheinfelden und Ziefen eröffnet worden. Wachstum hat manchmal auch negative Seiten … Die Vorteile und Herausforderungen halten sich die Waage. Die unterschiedlichen Standorte ermöglichen einen fruchtbaren Austausch unter den Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig bringen die Standorte mehr Büroarbeit mit sich. Das macht niemand von uns gern. Move in Arts ist 2022 achtmal Schweizermeister geworden und hat sich im ganzen Land einen Namen gemacht. Kann man noch höher hinaus? Natürlich bin ich sehr stolz auf diese Wettkampfergebnisse. Es zeigt, dass wir viel Arbeit nicht scheuen und alle an einem Strick ziehen. Unsere Herzensangelegenheit ist aber das Inszenieren von Musicals. Da können wir unsere Lehrtätigkeit mit kreativer Arbeit verbinden. Aktuell sind unsere Musicals aber riesige Kraftakte und benötigen aufgrund der hohen Kosten viel Freiwilligenarbeit. Damit die Musicals regelmässiger inszeniert werden können, hoffe ich, dass wir in Zukunft Partner finden, die den Wert dieser Musicals für die Jugend erkennen und uns helfen, sie zu einem unverzichtbaren kulturellen Teil der Nordwestschweiz zu machen.

  • BLKB-KAMPAGNE «JETZT LIVE»!

    Eine pandemiegebeutelte Spielzeit liegt hinter dem Theater Basel. Um das kulturelle Trei- ben am Theater wieder anzukurbeln, leistet die BLKB als Hauptsponsorin Starthilfe. Unter dem Motto « Jetzt live» startete die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) am 16. August 2021 eine Plakatkampagne und unterstützt das Theater Basel als offizielle Kulturpartnerin beim Auftakt in die Spielzeit 21/22. Teil der Kampagne ist ein Gewinnspiel mit Preisen, die garantiert Lust auf Theater machen: Zu gewinnen gibt es drei Schnupper-Abonnements, 10x2 Plätze für «T h eater & Menü» inklusive Tickets der Kategorie A sowie 50 Tickets der Kategorie A für ausgewählte Vorstellungen. Auch wer es nicht unter die Gewinner*innen schafft, sollte sich bereits einen Termin vormerken: Am 27. August 2021 wird die Vorstellung « Alte Tiere Hochgestapelt» live von der Grossen Bühne auf den Theaterplatz übertragen. D ie Zugabe geben Les Reines Prochaines & Friends dann live auf dem Theaterplatz. Für alle. Mehr Infos zur Kampagne und zum Wettbewerb auf www.blkb-applaus.ch Die Plakatkampagne der BLKB

  • AUSSTELLUNG «POSY SIMMONDS. CLOSE UP»

    Das Cartoonmuseum Basel feiert die Eröffnung der bis lang grössten Retrospektive der bedeutenden britischen Karikaturistin und Comicpionierin Posy Simmonds. © Posy Simmonds «Gemma Bovery» 1999 Paul Gravett, Co-Kurator, London, Posy Simmonds, Zeichnerin und Künstlerin, sowie Anette Gehrig, Direktorin und Co-Kuratorin Cartoonmuseum Basel. Musik: Francesca Gaza, Nadav Erlich und Martin Theurillat Weitere Informationen finden Sie hier. Freitag, 27. August 2021, 18.30 Uhr Garten CMS (St. Alban-Vorstadt 5) und Cartoonmuseum Basel (St. Alban-Vorstadt 28)

  • LETZTE ANMELDUNGEN FÜR «LADIES’ SPEECH» IN BASEL

    Martina Vogel von der Agentur comm.versa zeigt Frauen, wie sie ihre eigene Stimme einbringen und ihre Meinung erfolgreich durchsetzen können. Am kommenden Freitag, 27. August 2021 , führt Dr. Martina Vogel von der Agentur comm.versa exklusiv für die Leserinnen und Leser der BaslerIN einen Online-Workshop zum Thema «Sicher auftreten und erfolgreich präsentieren» durch. Die eigene Stimme einzubringen und seine Meinung erfolgreich durchzusetzen ist für viele Menschen eine grosse Herausforderung. Martina Vogel zeigt Ihnen in diesem Workshop nicht nur Elemente überzeugender Präsentationen und erfolgreicher Gesprächsführung, sondern gibt Ihnen auch Tipps, wie Sie schlagfertig reagieren und Ihre Körpersprache gezielt einsetzen können. Dauer: drei Stunden, von 11 bis 14 Uhr Kosten: CHF 63.– pro Person inkl. Seminarunterlagen BaslerIN-Mitglieder erhalten 20% und zahlen nur CHF 50.– Anmeldeschluss: 25. August 2021 Anmeldung unter: info@ladies-speech.ch oder per Telefon unter 061 261 55 70 Die Schwerpunkte sind unter anderem: Kommunikationsstile, Grundlagen erfolgreicher Gesprächsführung, publikums- und zielgerechte Kommunikation, Anliegen überzeugend und wirksam vortragen – vor Publikum und im direkten Gespräch, dem eigenen Stil treu bleiben. www.ladies-speech.ch

  • DIE ART BASEL WOCHE 2021

    Nach der Corona-Pause im letzten Jahr ist endlich wieder Art. Die Art Basel 2021 läuft seit Montag, 20. September in vollen Zügen. Zwar sind es dieses Jahr weniger VIPs und Sammler gekommen, dafür mehr junge Läute. Am Wochenende Freitag, 24. September bis Sonntag, 26 September 2021, jeweils von 11 bis 19 Uhr ist die Art Basel für alle geöffnet. Art Basel 2021 Art Basel 2021 Galerie Frank Elbaz, April 12/April 19, 2021 (The Lost Year), 2021 Vielmetter Los Angeles, Elizabeth Neel, "Life in Halves 2", 2019

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