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Kunstmuseum Basel: Gertrud Dübi-Müller, die Sammlerin hinter Van Gogh und Hodler

  • Autorenbild: BaslerIN
    BaslerIN
  • vor 12 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Kaum volljährig kaufte sie ein Gemälde von Vincent van Gogh, fuhr im eigenen Cabriolet nach Paris und bestieg das Matterhorn: Gertrud Dübi-Müller war eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen der Schweiz – und ist heute fast vergessen. Das Kunstmuseum Basel widmet ihr mit «Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet» die erste umfassende Ausstellung.



Ferdinand Hodler malt Gertrud Müller, Genf, Glaspositiv, 40 x 40 mm, ca. 1916, Gertrud Dübi-Müller-Archiv / Fotostiftung Schweiz
Ferdinand Hodler malt Gertrud Müller, Genf, Glaspositiv, 40 x 40 mm, ca. 1916, Gertrud Dübi-Müller-Archiv / Fotostiftung Schweiz



Kunstmuseum Basel zeigt eine vergessene Pionierin

Rund achtzig Werke aus ihrer internationalen Sammlung, eindrückliche Fotografien und bislang unveröffentlichte Dokumente machen das Leben von Gertrud Dübi-Müller (1888–1980) erstmals in diesem Umfang sichtbar. Schon Wilhelm Barth, langjähriger Direktor der Kunsthalle Basel, wollte ihre Sammlung nach Basel holen – vergeblich. Rund hundert Jahre später holt das Kunstmuseum Basel diese Würdigung im Neubau nach.



Ferdinand Hodler, Bildnis Gertrud Müller, 1911, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung
Ferdinand Hodler,«Bildnis Gertrud Müller», 1911, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung



Mit einem Van Gogh fing die Sammlung an

Früh verwaist und dadurch finanziell unabhängig, kam sie durch Malunterricht bei Cuno Amiet zur Kunst. Kaum volljährig erwarb sie van Goghs Porträt «Charles-Elzéard Trabuc» und baute darauf eine einzigartige Sammlung der Moderne auf – mit Werken von Paul Cézanne, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Gustav Klimt und Henri Matisse.



Vincent van Gogh, «Portrait de Charles-Elzéard Trabuc», 1889, Öl auf Leinwand. Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung
Vincent van Gogh, «Portrait de Charles-Elzéard Trabuc», 1889, Öl auf Leinwand. Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung


Giovanni Giacometti, «Bildnis Trutti Müller», 1907, Öl auf Leinwand, Privatsammlung, SIK-ISEA Zürich



Ein Cabriolet nach Paris, zu Fuss aufs Matterhorn

Mit einem Cabriolet der Schweizer Marke Piccard-Pictet – wohl dem ersten Auto im Kanton Solothurn – fuhr Dübi-Müller in die Kunsthauptstädte Berlin, Paris, Rom und Wien. Mit ihrer Kamera hielt sie Zeppelinflüge und Reisen bis nach Nordafrika fest, und ihre Bergtouren bis hinauf aufs Matterhorn zeugen von einer für ihre Zeit aussergewöhnlichen Unabhängigkeit.



Gertrud Dübi-Müller in ihrem Automobil der Marke Pic-Pic, um 1911, Fotostiftung Schweiz, Winterthur
Gertrud Dübi-Müller in ihrem Automobil der Marke Pic-Pic, um 1911, Fotostiftung Schweiz, Winterthur


Gertrud Dübi-Müller, beim Pausieren auf einer Bergtour, ca. 1921, Gertrud Dübi-Müller-Archiv / Fotostiftung Schweiz



«Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet» im Kunstmuseum Basel

Mit Ferdinand Hodler war sie besonders verbunden – er verewigte sie in siebzehn Bildnissen, darunter «Blick ins Unendliche». Entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Solothurn und der Fotostiftung Schweiz, ist die Ausstellung vom 19. September 2026 bis 7. Februar 2027 im Kunstmuseum Basel | Neubau zu sehen; ein Katalog im Hirmer Verlag begleitet sie. Wer der Sammlerin hier begegnet, entdeckt eine Frau, die die Kunst ihrer Zeit nicht nur besass, sondern aktiv mitprägte.



Ferdinand Hodler sitzt vor dem "Redner" und "Blick ins Unendliche", Solothurner Fassung, Genf, 1914, Gertrud Dübi-Müller-Archiv / Fotostiftung Schweiz
Ferdinand Hodler sitzt vor dem «Redner» und «Blick ins Unendliche», Solothurner Fassung, Genf, 1914, Gertrud Dübi-Müller-Archiv / Fotostiftung Schweiz

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