Kunstmuseum Basel: Gertrud Dübi-Müller, die Sammlerin hinter Van Gogh und Hodler
- BaslerIN

- vor 12 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Kaum volljährig kaufte sie ein Gemälde von Vincent van Gogh, fuhr im eigenen Cabriolet nach Paris und bestieg das Matterhorn: Gertrud Dübi-Müller war eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen der Schweiz – und ist heute fast vergessen. Das Kunstmuseum Basel widmet ihr mit «Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet» die erste umfassende Ausstellung.

Kunstmuseum Basel zeigt eine vergessene Pionierin
Rund achtzig Werke aus ihrer internationalen Sammlung, eindrückliche Fotografien und bislang unveröffentlichte Dokumente machen das Leben von Gertrud Dübi-Müller (1888–1980) erstmals in diesem Umfang sichtbar. Schon Wilhelm Barth, langjähriger Direktor der Kunsthalle Basel, wollte ihre Sammlung nach Basel holen – vergeblich. Rund hundert Jahre später holt das Kunstmuseum Basel diese Würdigung im Neubau nach.

Mit einem Van Gogh fing die Sammlung an
Früh verwaist und dadurch finanziell unabhängig, kam sie durch Malunterricht bei Cuno Amiet zur Kunst. Kaum volljährig erwarb sie van Goghs Porträt «Charles-Elzéard Trabuc» und baute darauf eine einzigartige Sammlung der Moderne auf – mit Werken von Paul Cézanne, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Gustav Klimt und Henri Matisse.

Ein Cabriolet nach Paris, zu Fuss aufs Matterhorn
Mit einem Cabriolet der Schweizer Marke Piccard-Pictet – wohl dem ersten Auto im Kanton Solothurn – fuhr Dübi-Müller in die Kunsthauptstädte Berlin, Paris, Rom und Wien. Mit ihrer Kamera hielt sie Zeppelinflüge und Reisen bis nach Nordafrika fest, und ihre Bergtouren bis hinauf aufs Matterhorn zeugen von einer für ihre Zeit aussergewöhnlichen Unabhängigkeit.

«Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet» im Kunstmuseum Basel
Mit Ferdinand Hodler war sie besonders verbunden – er verewigte sie in siebzehn Bildnissen, darunter «Blick ins Unendliche». Entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Solothurn und der Fotostiftung Schweiz, ist die Ausstellung vom 19. September 2026 bis 7. Februar 2027 im Kunstmuseum Basel | Neubau zu sehen; ein Katalog im Hirmer Verlag begleitet sie. Wer der Sammlerin hier begegnet, entdeckt eine Frau, die die Kunst ihrer Zeit nicht nur besass, sondern aktiv mitprägte.




