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Karomuster: Tartan, Glencheck und Hahnentritt für Herbst und Winter

Autorenbild: BaslerIN
BaslerIN
vor 2 Minuten
4 Min. Lesezeit

Karomuster sind die Handschrift dieser Saison. Chanel, Dior, Burberry, Louis Vuitton, Chloé und Dries Van Noten haben ihre Kollektionen für Herbst und Winter mit Karos durchzogen: als Tweed und Tartan, als Glencheck und Gingham, auf Blousons, Blusen und ganzen Anzügen. Welche Muster dahinterstehen, wie sie sich kombinieren lassen und wo in Basel die passenden Stücke hängen.



Model der Chanel Show Herbst/Winter 2026 in kariertem Blouson aus Wolle
Chanel



Karomuster auf dem Laufsteg: von Chanel bis Burberry

Bei Chanel erzählt die Kollektion Herbst/Winter 2026 von Verwandlung, und das Karo spielt darin eine Hauptrolle. Auf einem Tweedrock wird das emblematische Zweifarbenspiel des Hauses zum Prince-of-Wales-Karo, die berühmte Jacke verwandelt sich in einen karierten Blouson aus Wolle. Für den Abend entstehen Jacken, Mäntel und Kleider aus schillerndem Metallgeflecht, dessen Muster an Tweed erinnert.


Burberry, seit jeher mit dem Karo verbunden, machte es unter Daniel Lee zum Begleiter durch das nächtliche London: auf bedruckten, gewebten und beschichteten Trenchcoats, auf Pelzen, Seidenblusen, beflockten Jeans und sogar auf Sandalen aus Kettengeflecht. Bei Louis Vuitton zeigte Nicolas Ghesquière Miniröcke und kurze Jacken aus karierter Wolle, verziert mit verspielten Schafmotiven, dazu eine Jacke im zweifarbigen Tartan aus fliessender Wollseide. Und bei Ralph Lauren lagen Wollcapes in erdigen Tönen und Tartan über Korsettkleidern und Hosen.




Burberry




Glencheck und Prince of Wales: das Tailoring der Saison

Im Tailoring wird das Karo zur Frage der Haltung. Jonathan Anderson schickte bei Dior übergrosse Anzüge aus karierter Wolle auf den Laufsteg und kombinierte sie mit weiten Jeans; eine Jacke aus grauer Schurwolle und Kaschmir mit Prince-of-Wales-Muster erhält durch einen abnehmbaren Krawattenkragen ihre neue Eleganz. Michael Kors setzte in New York auf Glencheck in Schwarz und Elfenbein, als asymmetrischen Blazer mit passendem Rock oder als kurzen Blazer zu einem Pareo mit ausgefransten Kanten.


In Paris liess Jonny Johansson bei Acne Studios zum 30-jährigen Bestehen der Marke Prince-of-Wales-Karos in Massstab und Farbe verrutschen und kombinierte sie mit kurzen Bikerjacken aus Leder. Stella McCartney wiederum taucht das Muster für ihren Oversized-Blazer aus reiner Wolle in tiefes Mitternachtsschwarz und verbindet es mit markanten Schultern, eine Verbeugung vor der Schneiderkunst der Savile Row, in der die Wurzeln der Designerin liegen.



Model der Michael Kors Collection Show Herbst/Winter 2026 in asymmetrischem Glencheck-Blazer und Rock
Michael Kors Collection



Gingham und Flanell: das weiche Karo

Chemena Kamali liess sich für Chloé von traditioneller Tracht und folkloristischem Handwerk inspirieren. Gingham zieht sich wie ein roter Faden durch die Kollektion, auf schwingenden Röcken, voluminösen, transparenten Maxikleidern und taillierten Blusen. Zu den Stücken gehören eine Lavallière-Bluse im Westernstil aus kariertem Baumwollgemisch und ein Midikleid mit eckigem Ausschnitt aus karierter Seidenmousseline, in Stufen gerafft und mit Rüschen besetzt.



Midikleid mit eckigem Ausschnitt aus karierter Seidenmousseline von Chloé
Chloé


Bei Dries Van Noten übersetzte Julian Klausner das Karo in eine jugendliche, sportliche Sprache: karierte Pufferjacken und Bomberjacken neben langen Dufflecoats, eine schmale Hose aus kariertem Baumwollflanell und ein übergrosser Regenmantel in Neongelb, bedruckt mit einem Karo aus dem Archiv des Hauses.



Übergrosser Regenmantel mit Karodruck aus dem Archiv in Neongelb von Dries Van Noten
Dries Van Noten



Von Tartan bis Hahnentritt: die Familie der Karos

Karo ist nicht gleich Karo. Der Tartan stammt aus Schottland; mehrere Farben kreuzen sich darin in übereinanderliegenden Streifen, und traditionell besass jeder Clan sein eigenes Muster. Feiner ist der Glencheck, benannt nach dem schottischen Tal Glen Urquhart. Wird sein zurückhaltendes Grundmuster von einem farbigen Überkaro durchzogen, entsteht das Prince-of-Wales-Karo, in Österreich auch als Esterházy-Karo bekannt.


Der Hahnentritt verdankt seinen Namen der Ähnlichkeit mit den Fussspuren eines Hahns; Coco Chanel machte das zweifarbige Muster in der Mode populär. Noch kleiner fällt Pepita aus, dessen Karos weniger als einen Zentimeter messen und das nach einer spanischen Tänzerin benannt ist. Gingham, auch Vichy genannt, ist zweifarbig gewebt und vielen von karierten Tischtüchern vertraut.



Zweireihiger Blazer Parigi mit Hahnentrittmuster in Braun von Tagliatore
Tagliatore



Karomuster kombinieren: ein Muster in der Hauptrolle

Der eleganteste Einstieg führt über ein einzelnes starkes Stück. Ein karierter Blazer oder Mantel übernimmt die Hauptrolle, dazu eine schlichte, dunkle Jeans, eine Verbindung, die auch Dior auf dem Laufsteg zeigte. Werden die Farben des Karos in Schuhen, Tasche oder Oberteil wieder aufgenommen, kehrt Ruhe in den Look ein. Auch die Proportionen wollen bedacht sein: Ein voluminöses Karostück verlangt nach einer schmalen Jeans, eine weite Jeans nach einem schmal geschnittenen Karo. Weitere Ideen für den vielseitigen Klassiker versammelt der Beitrag Blazer kombinieren.


Mutiger ist der Mix mehrerer Karos. Grosse und kleine Muster lassen sich verbinden, solange die Farben miteinander harmonieren. Eine karierte Hose wirkt modern mit übergrossem Blazer und einem taillierten Hemd, das die Taille betont. Wer dem Karoanzug etwas Leichtigkeit geben möchte, wählt flache Schuhe wie die Ballerinas der Saison. Zum grafischen Muster passt ein weich verwischter Blick, wie ihn die Smokey Eyes dieser Saison zeigen.



Jacke mit Reissverschluss aus grauer Schurwolle und Kaschmir mit Prince-of-Wales-Muster von Dior
Dior



Wolle mit Karo richtig pflegen

Viele Karostücke dieser Saison sind aus Wolle gefertigt, und Wolle verlangt wenig, aber das Richtige. Nach dem Tragen wird der Stoff mit einer weichen Kleiderbürste in Längsrichtung ausgebürstet, danach darf er auslüften, gewebte Stücke am besten auf einem gepolsterten Bügel. Vor dem nächsten Einsatz braucht die Faser rund 24 Stunden Ruhe, um ihre Form zurückzugewinnen. Knitter lösen sich im Dampf des Badezimmers.


Vor der Sommerpause kommen nur saubere Stücke in den Schrank, denn Flecken und Hautfett ziehen Motten an. Zedernholz hält die Schädlinge fern, atmungsaktive Stoffbeutel schützen empfindliche Teile. Viele Blazer sind ohnehin für die chemische Reinigung bestimmt; das letzte Wort hat stets das Pflegeetikett.



Model der Chanel Show Herbst/Winter 2026 in Tweedrock mit Prince-of-Wales-Karo
Chanel



Karomuster in Basel: wo der Trend hängt

Wer den Trend in Basel entdecken möchte, wird bei Bongénie an der Eisengasse fündig. Im Sortiment findet sich der zweireihige Hahnentritt-Blazer Parigi von Tagliatore, in Italien gefertigt aus einer Wollmischung in mittlerem Braun, mit sechs Knöpfen und spitzem Revers. Er passt zu schmalen Zigarettenhosen ebenso wie zu einem fliessenden Rock.


Auch Manor führt die Muster der Saison: Hahnentritt-Blazer von GANT und Liu Jo, darunter ein taupefarbenes Modell mit strukturierter Silhouette, sowie ein kariertes Sakko von s.Oliver Red Label. So wird das Karomuster vom Laufstegzitat zum Lieblingsstück, das durch Herbst und Winter begleitet.


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