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  • BASLERIN

DIE GESCHICHTE DES MÄRZENBIERS

Wussten Sie, dass 1539 in der bayerischen Brauordnung festgeschrieben wurde, dass Bierbrauen nur in den Herbst- und Wintermonaten erlaubt war? Aber weshalb eigentlich?



Es gab zwei Gründe dafür. Der erste Grund war die in den Sommermonaten erhöhte Brandgefahr beim Biersieden. Der zweite Grund: In den Monaten zwischen April und September mussten die Männer die Felder bewirtschaften und die Ernte einholen.


Damit man bis zur nächsten Brausaison im September nicht ohne Bier auskommen musste, braute man im März ein besonders starkes und haltbares Bier. Deshalb auch der Name «Märzenbier» oder kurz «Märzen».


Um Bier herzustellen, ist neben Wasser, Hopfen und Malz auch Hefe erforderlich. Die Beschaffenheit der Hefe beeinflusst entscheidend den Gärprozess und

die Qualität des entstehenden Bieres. Es gibt zwei Arten von Bier: obergäriges Bier und untergäriges Bier. Obergärige Hefen benötigen für die Umwandlung von Zucker zu Alkohol eine Temperatur zwischen 15 und 20 Grad. Dabei steigt die Hefe an die Oberfläche und kann später abgeschöpft werden. Untergärige Hefen benötigen Temperaturen zwischen

vier und neun Grad. Nach der Gärung sinkt die Hefe auf den Boden des Gärkessels. Zu den obergärigen Bieren zählen etwa Kölsch, Alt- und Weissbier, zu den untergärigen Helles, Märzen oder Pils.


Das Märzen ist somit ein untergäriges Vollbier, das man in tiefen Felsenkellern lagerte, damit die Temperatur von neun Grad nicht überschritten wurde. Wenn möglich, wurde das Bier mithilfe von Eis aus der Natur bestückt. Diese Eisblöcke stammten meist aus nahe gelegenen Flüssen oder dem brauereieigenen Teich. Um den Keller und seinen Zugang vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, pflanzte man darüber eine Rosskastanie, die dank ihrer grossen Blätter reichlich Schatten spendete, mit ihren flachen Wurzeln jedoch keine Gefahr für die Kellerdecke darstellte. Eher beiläufig entwickelten sich so aus dem jeweiligen Brauereiausschank mit der Zeit der heute typische bayerische Biergarten und der fränkische Bierkeller, zu dessen vertrautem Anblick noch heute schattige Kastanienbäume gehören.


Da das im März gebraute stärkere Bier am längsten haltbar war, wurde dieses zuletzt verbraucht. Dies ist der Grund, weshalb früher das Bier auf dem Oktoberfest

ein Märzenbier war. Heute wird das Märzenbier nicht nur im Herbst, sondern das ganze Jahr über getrunken und gebraut.


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