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DIE GESCHICHTE DER BASLER FÄHREN

Wer kennt die Basler «Fähri» (Fähren) nicht. Die vier traditionsreichen Boote gehören zu Basel wie das Münster. Aber kennen Sie auch deren Entstehungsgeschichte?


Die Basler Fähre «Vogel Gryff»; Foto: Leandra Lorenz


Alles begann 1854, als die Basler Künstlergesellschaft eine Konzession für den Bau einer Drahtseilfähre bean- tragte. Die Idee stammte von Ratsherrn Johann Jakob Im Hof, dem Präsidenten dieser Gesellschaft. Mit dem Erlös aus der Fähre sollte der Bau eines Gebäudes für Versammlungen und Ausstellungen finanziert werden. Dieses Gebäude ist die heutige Kunsthalle.

Die Regierung erteilte schliesslich die Bewilligung für den Betrieb der «Rheinmücke». Von 1854 bis 1877 generierte diese Fähre die Hälfte der Kosten der Kunsthalle. Um 1862 wurde auch die Klingental-Fähre, die vom Totentanz hinüber zur Kaserne fährt, in Betrieb genommen. Mit dem Bau der Harzgrabenbrücke (heute Wettsteinbrücke) wurde 1877 die Fähre abmontiert und die Münster-Fähre in Betrieb genommen. Darauf folgten 1894 die St. Alban-Fähre und 1895 bis 1934 die Schlachthausfähre (heutige St. Johann-Fähre). 1970, als der Besitzer der Klingental-Fähre aus Altersgründen aufhörte, wurde seine Fähre zum Verkauf angeboten. Diese sollte für Werbezwecke erworben werden.

Der Fähri-Verein Basel 1972 zeigte der Kleinbasler Arzt, Dr. Hans J. Nidecker, am Kauf der Fähre Interesse und gründete mit einigen Mitbürgern die «Stiftung Klingental-Fähre Vogel Gryff». Auch konnten sie mit der Regierung aushandeln, dass spätere zum Verkauf stehende Fähren auch in die Stiftung übergingen. 1976 übernahm die Stiftung die St. Alban-Fähre und wechselte ihren Namen auf «Stiftung Basler Fähren». Die Fähren wurden in Folge von der Stiftung an selbstständige Fährmänner verpachtet. Jedoch deckten die Pachtzinsen die Unterhaltskosten nicht. Aus diesem Grund wurde 1974 der Gönnerverein «Verein Freunde Basler Fähren» (der heutige Fähri-Verein Basel) gegründet.

Seit 1944 tragen alle vier Fähren ihren persönlichen Taufnamen. Die ehemalige Fähre «St. Johann» heisst «Ueli». Die anderen drei tragen Namen der Ehrenzünfte Kleinbasels: «Wild Maa» (St. Alban-Fähre), «Leu» (Münster-Fähre) sowie «Vogel Gryff» (Klingental-Fähre). Heute beträgt der jährliche Unterhalt aller Fähren 100 000 Franken, die alle fünf Jahre notwendige Revision ca. 50 000 Franken pro Fähre. Die Mitgliederbeiträge des Fähri-Vereins Basel finanzieren den Unterhalt, die Revisionen und die Neuanschaffungen der Boote. Der Verein ist auf Unterstützung angewiesen. Mindestens 4000 Mitglieder werden benötigt, um die Fähren zu erhalten.

Als Baslerin und Basler können Sie dafür sorgen, dass die «Fähri» unser Stadtbild noch lange zieren. Unterstützen auch Sie den Fähri-Verein und werden Sie Mitglied: www.faehri.ch