• BASLERIN

BLUMEN PFLÜCKEN IST WIE MEDITIEREN

Noch bis in den November hinein gibt es auf dem Bäumlihof wunderschöne bunte Blumen zum Selberschneiden.



Text: Janine Friedrich


Einen Blumenstrauss selbst zu pflücken erdet uns und bringt uns zurück ins Hier und Jetzt. Wer von diesem Anker der Natur Gebrauch machen und den Herbst einfangen möchte, ist auf dem Selbstpflück-Blumenfeld in Riehen genau richtig.


Auch wenn jetzt nicht mehr ganz so viele Blumen wie im Frühling und Sommer das sechs Hektar grosse Feld bedecken, so verzaubert das leuchtende, spätsommerliche Blütenmeer immer noch jeden, der es betrachtet. Eine sehr blumige Vielfalt ist mit Sonnenblumen, Chrysanthemen, Cosmeen, Dahlien, Astern, Eisenkraut, Zinnien, Tagetes und vielem mehr auch im Oktober noch gegeben. Die verschiedenen Blüten strahlen in leuchtendem Gelb und Orange, kräftigen Rot- und Pinktönen, dunklem Violet und sanftem Flieder. Und obwohl jedem dieselben Blumen zur Verfügung stehen, ist es immer wieder beeindruckend, dass am Ende ganz unterschiedliche Sträusse entstehen. Und genau das ist das Besondere beim Blumenpflücken: Wir können unserer Individualität Ausdruck verleihen und unserer Kreativität komplett freien Lauf lassen.


Ich schlendere nun öfters über die Schnittblumen-Felder und schaue zu, wie die Blüten im Wind tanzen und wie die neue Jahreszeit Veränderung mit sich bringt. Das erinnert mich an das Zitat von Ralph Waldo Emerson: «Lerne von der Geschwindigkeit der Natur: ihr Geheimnis ist Geduld.» Auch die Blumen kennen keine Eile und erinnern uns daran, achtsamer und gelassener durch die Welt zu gehen. Es ist genug Zeit, um den Marienkäfer auf den saftig-grünen Gräsern zu beobachten und der Biene beim Bestäuben zuzuschauen. Es ist genug Zeit, um die Düfte der Blüten auf sich wirken zu lassen. Es ist genug Zeit, um die kleinen Wunder der Natur zu bestaunen.


Der Herbst lehrt uns jetzt wie jedes Jahr aufs Neue das Loslassen. Das Blumenfeld zeigt uns bildhaft, dass es einfach sein kann, die Vergänglichkeit aller Dinge zu akzeptieren und anzunehmen, was ist. Je bewusster wir uns dessen im Alltag sind, desto leichter fällt es uns, den Moment zu geniessen. Wenn wir uns Zeit zum Entschleunigen geben, gönnen wir unserem Geist Ruhe. So können wir unsere Gedanken schweifen lassen und einfach nur sein.


Deshalb: Ein Blumenfeld ist gleichzeitig ein Kraftplatz, an dem wir Energie tanken und neue Inspirationen wecken können. Wir können einfach nur über die Felder spazieren und uns an den bunten Blüten erfreuen. Wir können uns selbst eine Freude machen und uns mit dem selbstkreierten Strauss etwas Flowerpower nachhause holen. Wir können jemanden mit bunten Blumen überraschen. Wir können uns eine Blumenkrone basteln. Für was wir uns auch entscheiden – in jedem Fall erfüllen die Blumen ihre ebenfalls ganz individuelle Bestimmung, denn sie machen uns und anderen eine grosse Freude.


Wer Lust hat, auf dem Bäumlihof vorbeizuschauen, findet hier die Adresse:

www.baeumlihof.ch/blumen-selberschneiden

Gut zu wissen: Messer gibt es vor Ort und Münzen für die Kasse sollte man dabei haben. Das Blumenfeld ist durchgehend geöffnet.