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  • BASLERIN

ISTANBUL

Harem, Hammam, Zisterne – eine Reise in die Stadt am Bosporus, die Vergangenheit und Moderne gekonnt miteinander verbindet.




Text: Dora Borostyan


Die Stadt mit offiziell 15,5 Mio. Einwohnern an der Verbindungsstelle zwischen Europa und Asien bietet Geschichte, Tradition, Kultur, aber auch moderne Wolkenkratzer, hippe Restaurants und jede Menge Shopping-Möglichkeiten. Wer noch nie in Istanbul war, wird mit

aller Wahrscheinlichkeit die Blaue Moschee, Hagia Sophia, den Sultan-Ahmed-Palast und den Topkapi-Palast auf seiner Liste haben. Istanbul bietet aber noch viel mehr.


Schönheit hinter geschlossenen Türen

Der geschichtsträchtige Topkapi-Palast diente rund 400 Jahre lang als Verwaltungs- und Bildungszentrum des Osmanischen Reiches. Auf einer Fläche von rund 700’000 Quadratmetern gleicht der majestätische Palast einem Freilichtmuseum. Ein Höhepunkt ist der geheimnisvolle Harem, der mit einer faszinierenden Geschichte aufwartet. Im legendären Harem lebten die Mitglieder der Sultansfamilie, einschliesslich der Königinmutter, die Ehefrauen des Sultans, die Konkubinen und die minderjährigen Kinder des Sultans. Ein Teil des Harems zu sein war eine Ehre. Die auserwählten Frauen wurden ausgebildet, bekamen eine schöne Unterkunft, hatten Dienerinnen, die für sie kochten

und putzten, durften die schönsten Kleider tragen, und sie waren auch unter den Mitarbeitern des Sultans sehr begehrt. Diese durften die Frauen mit Erlaubnis des Herrschers gelegentlich für sich gewinnen. Frauen, die der Sultan zu sich holte, wurden mit sehr viel Geld, Schmuck und Edelsteinen beschenkt. Im Harem zu leben war deshalb kein Zwang, sondern ein Privileg. Sie waren schön, klug, gebildet, reich und somit die

angesehensten Frauen im Land. Wenn der Sultan abdankte oder starb, konnten die Frauen den Harem verlassen und dank ihres Vermögens in Wohlstand

leben.


Entspannung pur mit Hammam und Aussicht

Beim Bestaunen der schönen Badeanstalten im Harem bekommt man Lust, diese jahrhundertealte Tradition des türkischen Bades am eigenen Leib zu erleben. Istanbul

bietet Hammams in verschiedensten Grössen und Preiskategorien an. Die Angebote beinhalten Massagen, Bäder, Sauna und Dampfbad. Nach einem Hammam-

Besuch empfiehlt es sich, einen der vielen wunderschönen Terrassenrestaurants zu besuchen. Mit einer atemberaubenden Aussicht, schmackhaftem Essen, einem

feinen Tee oder türkischem Kaffee kann man den Tag gemütlich ausklingen lassen.


Versunkene Stadt

Unter den Häusern und Bauwerken der historischen Stadt verbirgt sich eine weitere wunderschöne und geheimnisvolle Welt: die Cisterna Basilica. Das heutige Museum wurde im 6. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Justinian I. erbaut und diente damals als Wasserreservoir für den Topkapi-Palast. Auf einer Fläche von 9800 Quadratmetern konnten 100’000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Die 336 Säulen wurden damals von anderen Palästen und Gebäuden herbeigeschafft und teilweise aufeinandergestapelt, damit alle exakt die gleiche Länge von neun Metern bekamen: Daher sehen alle Säulen bis heute anders aus. Der unterirdische Bau wurde von 2020 bis 2022 restauriert und

öffnete dieses Jahr im Juli seine Tore. Diese faszinierende 1500 Jahre alte Anlage ist nun zum ersten Mal beinahe gänzlich begehbar. Sie wurde mit Skulpturen und einer neuen Beleuchtung inklusive Lichtshow ausgestattet.


Gut zu wissen

Tipp1: Buchen Sie für die Besichtigung einen Guide. Nicht nur, weil man so viel mehr von der Geschichte erfährt, sondern weil man mit einem Guide die lange Warteschlange

umgeht. Um schneller Einlass zu erhalten, können Sie auch ein VIP-Ticket kaufen.

Tipp2: Für das Wochenende unbedingt für Transportmittel vorsorgen, an Samstagen sind Taxis fast nicht zu erhaschen.

Tipp3: Wenn man Meeresfrüchte mag, sind die Muscheln mit Reisfüllung von Midyeci Ahmet ein Muss.



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