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  • BASLERIN

WO TANZTRÄUME WAHR WERDEN

Wie die Tanz- und Musicalschule Move in Arts zu einer der grössten in der Schweiz wurde.


Fotos: Move in Arts, Nuccio Mastrogiacomo


Von Andrea Elmiger


Standing Ovations im Musicaltheater nach der Aufführung «Worum so grimmig?» anfangs September in Basel. Die über 350 Künstlerinnen und Künstler von Move in Arts nahmen das Publikum mit in die gleichermassen bezaubernde wie bedrohliche Welt der Grimm-Märchen. Der Tanz- und Musicalschule in Liestal ist eine zeitgemässe Interpretation dieser allseits bekannten Erzählungen gelungen. Entstanden sind fantasievolle Bilder und

rührende Geschichten. Die aufwendigen Choreografien sind das Resultat von langem Training in Ballett, Jazz, Hip-Hop, Akrobatik, Akrodance und Breakdance.


Zwölf Jahre ist es her, dass Denise Döbeli ihre eigene Tanz- und Musicalschule eröffnete. Heute, viele Musicals und Schweizermeistertitel später, ist Move in Arts eine der grössten Tanzschulen der Schweiz. Wir sprachen mit der Geschäftsführerin und Inhaberin über Erfolg, Zukunftspläne und Kindheitserinnerungen.


Das Musical «Worum so grimmig?» war ein riesengrosser Erfolg. Wie bereitet man sich auf ein Grossprojekt mit mehreren Hundert Teilnehmenden vor?

Die Vorbereitung beginnt jeweils mit einer ersten Idee, die lustigerweise immer bei den Aufräumarbeiten des gerade vergangenen Musicals entsteht. In unseren Köpfen

herrscht nie Pause. Die Idee wird kontinuierlich weiterentwickelt, bis die Geschichte steht. Nachdem eine passende Lokalität, Sponsoren und freiwillige Mithelfer gefunden wurden, beginnen wir mit der Inszenierung.


Welchen Bezug haben Sie zu Grimm-Märchen? Hatten Sie als Kind eine Lieblingsgeschichte?

Ich bin mit Grimm-Märchen aufgewachsen und habe auch während meines Studiums einige Märchen analysiert. Meine Lieblingsgeschichte ist Aschenputtel. Der Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel» hat mich als Kind begeistert.


Es ist nicht das erste Musical mit einem beeindruckenden Bühnenbild, aufwendigen Kostümen und Choreografien. Wer denkt sich die Geschichten aus?

Die Geschichte entsteht bei unzähligen Sitzungen, an denen Mitglieder unseres Vereins und je nach Kapazität unsere Tanzlehrpersonen teilnehmen. Immer dabei sind Roman, Michèlle, Julie und ich sowie mein Verlobter Silvan, der übrigens für die lustigen Sprüche zuständig ist.


Move in Arts ist längst mehr als eine Tanzschule. Viele Jugendliche verbringen den Grossteil ihrer Freizeit im Training. Sie tragen eine grosse Verantwortung.

Mit den vielen Auftritten und Wettkämpfen ermöglichen wir den Kids, an einem Ziel zu arbeiten. Im Gegenzug bestehen wir darauf, dass sie diese Ziele durchziehen, auch

wenn es manchmal zu Spannungen kommt. Das ist halt Jugendarbeit und gehört zu unserem Job dazu. Eine gute Mischung aus Verbindlichkeit, Menschlichkeit und

Humor macht uns aus.


Verlieren Sie auch manchmal den Überblick?

Jeden Tag. Alles andere ist unmenschlich.


Nach Liestal sind in den letzten Jahren zwei weitere Standorte in Rheinfelden und Ziefen eröffnet worden. Wachstum hat manchmal auch negative Seiten …

Die Vorteile und Herausforderungen halten sich die Waage. Die unterschiedlichen Standorte ermöglichen einen fruchtbaren Austausch unter den Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig bringen die Standorte mehr Büroarbeit mit sich. Das macht niemand von uns gern.


Move in Arts ist 2022 achtmal Schweizermeister geworden und hat sich im ganzen Land einen Namen gemacht. Kann man noch höher hinaus?

Natürlich bin ich sehr stolz auf diese Wettkampfergebnisse. Es zeigt, dass wir viel Arbeit nicht scheuen und alle an einem Strick ziehen. Unsere Herzensangelegenheit ist aber das Inszenieren von Musicals. Da können wir unsere Lehrtätigkeit mit kreativer Arbeit verbinden. Aktuell sind unsere Musicals aber riesige Kraftakte und benötigen aufgrund der hohen Kosten viel Freiwilligenarbeit. Damit die Musicals regelmässiger inszeniert werden

können, hoffe ich, dass wir in Zukunft Partner finden, die den Wert dieser Musicals für die Jugend erkennen und uns helfen, sie zu einem unverzichtbaren kulturellen Teil

der Nordwestschweiz zu machen.




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