• BASLERIN

HERBSTZEIT IST LESEZEIT

Zwei Bücher von zwei starken Frauen, die inspirieren, aufwecken und einen neuen Blick aufs Leben öffnen: Orna Ralston und Caroline Wolfer entführen – jede auf ihre einzigartige Weise – in faszinierende innere und äussere Welten.


Text: Karin Breyer


Herzschlag und Trommel

«Als Kind spürte sie in ihrem Zimmer die unsichtbare Präsenz einer Verstorbenen; ihr bester Freund war ein Teddybär, der nach Schaf roch. Statt Spielzeug wünscht sie sich als Mitbringsel Blumen. Als junge Erwachsene wurde sie von unerklärlichen Schmerzen und eigenartigen Erlebnissen heimgesucht. Der Sinn hinter alledem sollte sich Orna Ralston erst beim Zusammentreffen mit einer Schamanin offenbaren. Vo da an nahm die indigene Lehrerin sie auf ihren Reisen durch Europa und nach Neuseeland mit. Von der Lehrzeit inspiriert, tauchte die Schweizer Sängerin immer tiefer in eine Welt von Klanggebieten und Anrufungen aus alten Zeiten. In «Herzschlag und Trommel» erzählt Orna Ralston von ihren Lehrjahren zur Schamanin. Sie berichtet davon, was es bedeutet, dieser Berufung mitten in der Gesellschaft nachzuleben.»


Die Pferdin

«Der Geruch von Pferdenasen – Caroline Wolfer kann sich ein Leben ohne Pferde nicht vorstellen. Bereits als Kind galoppierte sie auf allen Vieren durchs heimische Wohnzimmer. Dabei fühlte sie sich eher wie ein Pferd denn als Mensch. Diesem Verständnis ihrer selbst ist sie bis heute treu geblieben. Überall auf der Welt gibt es Pferde – aber auch Männer, die meinen, so ein Tier müsse unterworfen sein, damit es sich reiten lasse. Caroline Wolfer praktiziert den umgekehrten Weg. Sie hat gelernt, die subtile Sprache der Pferde zu verstehen und zu führen wie eine Leitstute. In Feuerland verbrachte sie Monate abgeschieden auf einer Aussenstation bei einem Gaucho mit Wildpferden und Rindern. Diese einmalige Zeit bildet die Rahmenhandlung zu ihren Geschichten von Begegnungen mit Pferden in aller Welt. Heute lebt Caroline Wolfer im Berner Oberland. Auf ihrem Pferdehof führt sie Menschen zu einer innigen Begegnung mit diesen sensitiven Tieren.»