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HEILSAMES WALDBADEN FÜR DAS IMMUNSYSTEM

Shinrin Yoku (japanisch für «Eintauchen in die Waldatmosphäre») heisst die ganzheitliche Präventionsmethode, die in Japan sogar bereits seit 1982 durch das staatliche Gesundheitswesen gefördert wird.




Text und Fotos von Janine Friedrich


Ich regeneriere am liebsten auf die japanische Art: Nämlich mit einem Waldbad. Seitdem ich über die vielen positiven Effekte des Waldbadens gelesen habe, wirkt so ein Abtauchen ins tiefe Grün gleich doppelt so wohltuend.


Immer öfter zieht es mich in die Wälder der Langen Erlen: Weg von der lauten Stadt, der Reizüberflutung und den vielen Menschen, hin zu der Ruhe und Ausgeglichenheit der Natur. Dort angekommen, gibt es unzählige wundervolle Plätze zum Entdecken und Verweilen. Das frische Grün, die Waldluft und das Plätschern der Bäche wirken beruhigend. Sofort spürt man, wie Körper, Geist und Seele auf Entspannung umstellen.


Eins ist klar: Nachdem man einen ausgiebigen Waldspaziergang gemacht hat, fühlt man sich so richtig gut! Warum das so ist, ist längst wissenschaftlich erklärbar. Seit der ersten Feldstudie von Miyazaki Yoshifumi* im Jahr 1990 wird vermehrt Forschung betrieben, um die positiven Gesundheitseffekte von Shinrin Yoku genauer zu untersuchen. Was man bisher nachweisen konnte, ist Folgendes: Längere Waldaufenthalte führen nachweislich zu einer reduzierten Anzahl von Stresshormonen, was gleichzeitig die Stimmung hebt. Dafür verantwortlich sind sogenannte Phytonzide. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zur Gruppe der Terpene. Bäume und Pflanzen im Wald strömen diese Phytonzide aus, um sich einerseits vor Schädlingen zu schützen und andererseits Bestäuber anzulocken. Wir Menschen nehmen diese Wirkstoffe beim Einatmen über die Lunge und Haut auf, was sich gleich mehrfach positiv auf uns auswirkt:

  • Die Aktivitäten des präfrontalen Kortex (unser Kontrollzentrum, welches bei Stress aktiviert wird) werden heruntergefahren und in uns entsteht ein Gefühl der Ruhe und Entspannung

  • Das Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wird verringert und auch der Adrenalin-Ausstoss und Stresspegel ist niedriger als beispielsweise bei einem Stadtausflug.

  • Zudem profitiert unser Herz-Kreislaufsystem von der Waldluft: Sie hilft den Blutdruck und die Herzfrequenz zu senken, die Lungenkapazität und die Elastizität der Arterien zu verbessern.

Weiterhin wurde festgestellt, dass die Phytonzide dafür sorgen, dass unser Immunsystem eine erhöhte Anzahl natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) produziert. Diese Zellen stärken unseren Organismus und setzen krebsbekämpfende Zellen frei. Und das Beste ist: Der Anstieg der NK-Zellen (um rund 40 % bei einem Tag im Wald) hält bis zu 7 Tage an.

Das ist doch mal ein gesunder Trend, den es sich lohnt, zu integrieren. Also, öfters mal im Wald spazieren und verweilen und Phytonzide tanken!


* Professor und Direktor des Zentrums für Umwelt, Gesundheit und Feldforschung an der Universität Chiba