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BERUF: LIVE COMMUNICATION MANAGER

Aktualisiert: Feb 24


Von Rea Elmiger

Sie kommuniziert, plant und organisiert aus Leidenschaft. Als Live Communication Manager setzt Anna Leone-Eicher die verschiedensten Marketing-Instrumente der direkten und persönlichen Zielgruppen-Ansprache, wie Auftritte an Messen, Promotions und MICE (Meetings, Incentives, Conferences + Events) um. Bei all diesen Anlässen geht es entweder um Bewusstseinsbildung, Wissenstransfer, Emotionalität oder um Aktivierung der Ansprechgruppen. Das Ziel: dem Publikum einen positiven und nachhaltigen Auftritt übermitteln zu können und damit eine Bindung zu erzielen. Marketing interessierte die KV-Absolventin schon lange. Als sie nach einer Babypause die Möglichkeit erhielt, einen Kunden-Event für über 100 Personen zu organisieren, entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Konzeptionierung, Planung und Organisation von Anlässen. Den Beruf «Live Communication Manager» kannte sie zu dieser Zeit noch nicht. Erst als sie sich vermehrt um die Umsetzung von Events kümmerte und Ausbildungen in Marketing und Kommunikation absolvierte, wurde ihr klar, wie umfangreich dieser Beruf ist. Unglaublich spannend, aber manchmal auch richtig stressig. Die Tage können sehr lang sein und man hat immer wieder mit unerwarteten Er-eignissen zu tun. Da muss man flexibel reagieren und gelassen bleiben. «Die Konkurrenz ist gross, deshalb muss man sich genau positionieren und eine Nische finden», sagt die 52-Jährige.


«Man muss Visionen umsetzen können.»


Auf die Frage nach dem wichtigsten Faktor, den es für diesen Job braucht, antwortet die Baslerin ohne zu zögern: «Feuer und Leidenschaft. Man muss Visionen umsetzen können, Vorstellungsvermögen und Detailliebe mitbringen.» Wichtig sei auch eine grosse Portion Durchsetzungsvermögen gegenüber verschiedenen Interessensgruppen. Man müsse die finanziellen Investitionen genau planen und budgetieren, damit es nach einem Event oder Messeauftritt nicht zu bösen Überraschungen kommt. Auch muss man unbedingt darauf achten, dass unabhängig, welche Art von Live Communication man betreibt, die eigene Authentizität und die des Auftraggebers bzw. der Firma übereinstimmen. Der Anlass muss wie aus einem Guss herüberkommen und die Zielgruppen müssen richtig angesprochen werden. «Ich lerne nach jedem Anlass wieder etwas Neues dazu», sagt Anna Leone-Eicher. Nach einem Debriefing erfahren die Live Communication Manager beispielsweise, was sie bei der internen Kommunikation mit dem Team verbessern könnten, oder ob bei der externen Kommunikation die Gäste die Botschaften verstanden haben. Und ob das Catering und der Service den Ansprüchen standhalten konnten. Die Verantwortung für all diese Bereiche liegt in ihren Händen. Kein Wunder, sind Kontaktfreudigkeit und eine kommunikative Begabung unerlässlich. Ein gutes Netzwerk und die Bereitschaft, dieses auch immer wieder auffrischen und erweitern zu wollen, ist das A und O. Durch Live Communication kann der Kunde die Botschaft einer Firma/eines Produktes emotional, informativ, physisch und mit allen seinen Sinnen erleben. «Diese Erlebnisse bleiben oft länger im Gedächtnis haften als plakative Werbung», ist sich Anna Leone-Eicher sicher. In jeder Branche, irrelevant der Unternehmensgrösse, könne Live Communication in irgendeiner Form als Kommunikationsinstrument eingesetzt werden. Denn man braucht nicht immer ein riesengrosses Budget. Wie sieht die Zukunft aus? Durch den digitalen Umbruch in der Medienlandschaft wandeln sich sowohl die Inhalte selbst als auch die Erwartungen an die Kommunikations- und Contentlogistik. Die Live-Kommunikation muss sich diesen Gegebenheiten anpassen. Einerseits profitieren Live-Events von der Digitalisierung, andererseits ziehen digitale Medien aus realen Ereignissen ihren Nutzen. Es gibt viel mehr Möglichkeiten, crossmedial und un-terstützend mit Social Media Live Communication zu betreiben. Die Herausforderung wird nun sein, eine möglichst perfekte und wirksame Kombination aus beiden Welten zu kreieren und die Chancen voll auszuschöpfen.

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